Service: Warnwesten sind in immer mehr Ländern Pflicht
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Sie ist nicht sonderlich kleidsam, ist aber handlich, nimmt kaum Platz weg, kostet wenig und kann im Zweifelsfall Leben retten: die Warnweste. In Deutschland ist sie lediglich für beruflich genutzte Fahrzeuge (auch für Pkw von Freiberuflern) vorgeschrieben. Im Ausland wird das Mitführen der Warnweste mittlerweile immer mehr zur Pflicht und kann Urlaubern schnell ein Bußgeld einbringen. Da die Vorschriften in den einzelnen Ländern recht unterschiedlich ausfallen, sollte sich jeder Autofahrer gezielt vor der Fahrt ins Ausland über die jeweils geltende Regelung informieren.

Italien & Spanien

Schon seit drei Jahren sehen beispielsweise Italien und Spanien die Warnweste vor. Seit November 2006 ist sie in der Slowakei ebenfalls Pflicht. Seit diesem Jahr schreiben auch Norwegen und Belgien das Tragen einer Warnweste beim Verlassen des Fahrzeuges nach einem Unfall oder bei einer Panne vor. Frankreich und Schweden planen derzeit die Einführung der Warnwestenpflicht. Aus gutem Grund: Wer sie bei schlechten Sichtverhältnissen anlegt wird von anderen Verkehrsteilnehmern bis zu fünfmal früher wahrgenommen.

Norwegen mit besonderen Regeln

Die genaueren Bestimmungen schwanken jedoch von Land zu Land. Gleiches gilt für die Höhe der drohenden Bußgelder bei Nichtbeachtung. So erstreckt sich die Warnwesten Pflicht in Norwegen zum Beispiel nur auf dort auch zugelassene Fahrzeuge. Während Urlauber, die im eigenen Wagen unterwegs sind, also ausgenommen sind, fallen Norwegenbesucher, die sich im Land einen Mietwagen leihen, wiederum unter die Warnwestenpflicht. Vorgeschrieben ist ebenfalls, dass die Weste so im Auto mitzuführen ist, dass sie vom Fahrersitz aus gut zu erreichen ist.

Teilweise Pflicht bei Motorradfahrern

In einigen Ländern gilt die Tragepflicht nur für Autofahrer, in Belgien, Kroatien und in der Slowakei sind auch Motorradfahrer mit eingeschlossen. In Österreich ist das Mitführen einer Warnweste bei allen mehrspurigen Fahrzeugen vorgeschrieben, also auch für Quads, Motorradgespanne, Trikes und Microcars.

Verbindung von Warnweste und Warndreieck

In einigen Ländern ist das Tragen der Warnweste an das Aufstellen des Warndreiecks gekoppelt, in anderen hingegen ist sie immer beim Verlassen eines außerorts liegen gebliebenen Fahrzeuges anzulegen. Ungarn geht einen Sonderweg. Dort müssen Radfahrer nachts und bei schlechten Sichtverhältnissen außerhalb geschlossener Ortschaften die Weste grundsätzlich tragen. Finnland hingegen empfiehlt grundsätzlich allen Fußgängern, und dazu zählen auch Autofahrer, die ihren Wagen wegen eines Defekts verlassen müssen, das Tragen von reflektierender Kleidung in der Dunkelheit.

Sanktionen und Strafen

Die Sanktionen fallen ebenfalls von Land zu Land unterschiedlich aus. In Norwegen kommt der Betroffene bei der ersten Zuwiderhandlung noch mit einer Ermahnung davon, Kroatien hingen ahndet Verstöße zurzeit nach Angaben des ADAC noch gar nicht. Anders sieht es etwa in Belgien, Spanien, Österreich und Italien aus. Dort drohen Bußgelder ab 14 Euro und rein theoretisch bis zu 2180 Euro. Spanienurlauber beispielsweise müssen mit 91 Euro Strafe rechnen. In Portugal, wo sich die Warnwestenpflicht wie in Norwegen nur auf im Land zugelassene Fahrzeuge erstreckt, drohen zwischen 120 und 600 Euro Bußgeld. Bereits das Nichtmitführen im Auto wird mit bis zu 300 Euro bestraft, in Belgien wiederum droht keine Strafe, wenn die Weste nicht im Auto bereitliegt.

Warnweste sollte grundsätzlich immer dabei sein

Wegen der vielen verschiedenen Regelungen raten Automobilverbände grundsätzlich zum Kauf einer Warnweste. Sie kostet zwischen zwei und zehn Euro und erspart nicht nur im Urlaub viel Ärger, sondern kann auch im Heimatland bei nächtlichen Pannen oder Unfällen lebensrettend sein. Sicherheitshalber sollte gleich noch eine Zusatzweste für eventuelle Mitfahrer angeschafft werden. Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) empfiehlt, das kleine Stück Sicherheitskleidung griffbereit unter dem Fahrersitz oder im Handschuhfach zu verstauen, damit es im Fall der Fälle auch schnell zur Hand ist.

Wichtig: Prüfzeichen EN 471

Zu achten ist beim Kauf vor allem auf das Prüfzeichen EN 471. Grundsätzlich müssen Warnwesten gelb oder orangefarben sein. Sie sind je nach Größe des fluoreszierenden Materials in drei verschiedene Klassen unterteilt und sollten grundsätzlich vor längerer Sonneneinstrahlung geschützt werden, damit die maximale Leuchtwirkung erhalten bleibt. Es wird geschätzt, dass 40 bis 50 Prozent der Warnwesten in Deutschland mangelhaft sind. Häufigster Grund ist nach Angaben des TÜV Süd der geringe Reflektionsgrad. Besonders Billig-Westen aus Fernost entsprächen oft nicht den Mindestanforderungen. Der Kauf sollte daher möglichst im Fachhandel erfolgen.

ar/jri

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