Vorschriften

Sonst noch was? – Von allerlei Vorschriften
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Diese Woche erschütterte ein Rückruf die Medienwelt. Ferrari hat ein Sicherheitsproblem und muss deshalb alle Modelle der Baureihe 458 vom amerikanischen Markt zurückrufen. Soweit – so schlecht. Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich das Sicherheitsproblem als tatsächlich gravierend – vorausgesetzt man ist ein mittelgroßer Zwerg im Format einer handelsüblichen Damenhandtasche. Dann nämlich besteht die Gefahr, dass man im Kofferraum des Boliden eingesperrt werden und sich nicht von innen befreien könnte.

Das is Vorschrift!

Tatsächlich haben die Ingenieure diese Sorte Zwerg bei der Konstruktion des 458 anscheinend nicht auf der Rechnung gehabt und deshalb die in den USA vorgeschriebene Möglichkeit der Kofferraumentriegelung von innen nicht eingebaut. Vorgeschrieben ist die innere Öffnung wegen der anscheinend täglich drohenden Entführungen, wozu – man kennt das aus diversen Actionfilmen – die Opfer gerne in den Kofferraum gesperrt werden. Wir hätten jetzt gerne gesehen, wie etwaige Bösewichte das mit dem Ferrari 458 anstellen – es fand sich aber wohl kein entführenswerter Wicht. Jedenfalls ist nichts von geschädigten Zwergen bekannt geworden. Die Verriegelung baut Ferrari jetzt trotzdem ein. Nur für den Fall  – und es ist schließlich Vorschrift.

Mängel bei Transportern

Anders als die diesbezüglich vorbildlichen Italiener halten sich Deutschlands Transporteure nicht immer unbedingt an die Vorschriften. Das würde jedenfalls erklären, warum gut ein Viertel – genau genommen 27 Prozent – der hierzulande verkehrenden Transporter bis 7,5 Tonnen bei der Hauptuntersuchung erhebliche Mängel bis hin zur Verkehrsunsicherheit aufweisen. Das hat zumindest die GTÜ pünktlich zur Nutzfahrzeug-IAA festgestellt und zudem die bahnbrechende Erkenntnis veröffentlicht, dass die Fahrzeuge umso schlechter werden, je älter sie sind. Echt jetzt? Am Ende werden ältere Transporter noch nicht einmal vorschriftsmäßig gewartet. Das darf man natürlich nicht.

Immer schön vorsichtig

Nicht dürfen darf man auch Rasen bei schlechten Witterungsbedingungen. Genau genommen erwartet der Gesetzgeber eigentlich, dass man beispielsweise auf Landstraßen unter günstigsten Umständen gar nie schneller fährt als 100 km/h – unter günstigsten Umständen! Die herrschten im Juli bekanntlich nicht, was zu einem erfreulichen Rückgang der natürlich trotzdem unerfreulichen Todeszahlen im deutschen Straßenverkehr führte. Bei schlechtem Wetter passen die allermeisten Straßenbenutzer ihren Fahrstil anscheinend zumindest partiell den ungünstigeren Umständen an und verunglücken, wenn überhaupt, dann weniger schwer. Es könnte aber auch sein, dass einfach weniger Motoradfahrer, Pedaleure und Fußgänger im Regen unterwegs waren und folglich nicht vorschriftswidrig in Unfälle verwickelt werden konnten. So hat auch das schlechte Wetter dieses Sommers sein Gutes.

Mal ’n Namen gehört

Vorschriften über die Benennung von neuen Fahrzeugmodellen gibt es zum Glück nicht. Manchmal wäre es aber wünschenswert. Irgendwann in grauer Vorzeit haben Mercedes, BMW und Audi angefangen, ihre Produkte nach Buchstaben und Zahlen zu sortieren. Das vermeidet Peinlichkeiten in fremden Sprachen, regt dafür aber zum Nachahmen an. Speziell im Premiumsegment. Mal abgesehen von den Schwierigkeiten, die die genannten Marken selbst haben, wenn sie immer neue Baureihen in das alte Kürzelsystem integrieren müssen, ist die Aufgabe für die Wettbewerber nochmals größer. S 500 für die Standardoberklasse-Limousine ist nun mal schon besetzt. Cadillac verfiel diese Woche auf CT6 als Kürzel für das neue eigene Produkt dieser Gattung. Es mag ja altmodisch sein, aber Eldorado oder Fleetwood klingt doch irgendwie besser, als XTC, CT6, Q80 oder was auch immer man noch zusammenrühren könnte, um die Kunden zu verwirren und sich vom Wettbewerber abzusetzen. Sonst noch was? Nächste Woche wieder.

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