Timo Gottschalk: Ein Co-Pilot betritt Neuland

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(adrivo.com) Der 33-jährige Deutsche ist gelernter Maschinenbauingenieur; als Co-Pilot blickt er auf 12 Jahre Erfahrung zurück: Seinen ersten Einsatz feierte er 1995, zwischen 1997 und 2002 fuhr er fünf Jahre an der Seite von Michael Neuschäfer-Rube und Carsten Mohre in der DRM. 2005 und 2006 bestritt er als Co-Pilot von Andreas Aigner acht WRC Rallyes.

2007 startete er mit Dieter Depping im Racetruck in seine erste Dakar Rallye, bevor das Duo nach intensiven Test- und Entwicklungsfahrten in diesem Jahr in den Touareg aufstieg und nun Volkswagens Rookie Team darstellt.

Trotz seiner langen Karriere als Co-Pilot bleibt Gottschalk realistisch. "Ich sehe, als Manko, dass mir einfach noch Erfahrung fehlt. Uns erwarten viele Dünen und damit viel Navigation. Aber Dieter und ich haben viel getestet und konnten unser Zusammenspiel verbessern." Damit spricht er genau jenen Unterschied an, den viele Beifahrer der Dakar Rallye immer wieder aus gutem Grund zu Protokoll geben: "Im klassischen Rallyesport fahren wir die Strecken vorher zweimal ab und erstellen ein sehr detailliertes ‚Gebetbuch‘ […] Darin ist jedes Details der Strecke beschrieben, um für jede Kurve die Ideallinie zu wählen und die maximale Geschwindigkeit zu erreichen. Bei den Marathon-Rallyes sind wir hingegen auf völlig unbekanntem Terrain unterwegs und müssen erst einmal die Route anhand eines schematisierten Roadbooks der Veranstalter finden."

Doch wer nun glaubt, dass Gottschalk zu viel Respekt vor dieser Aufgabe haben könnte, sieht sich getäuscht, viel eher scheint diese Herausforderung einen ungeahnten Reiz auf ihn auszuüben: "Der Co-Pilot hat bei Marathon-Rallyes viel mehr Verantwortung, er muss nicht nur die richtige Route finden und mit auf das unbekannte Gelände schauen, sondern zugleich seinem Fahrer mit kurzen und präzisen Ausdrücken eine Beschreibung über die zu erwartende Strecke geben." Und noch ein weiteres "Bonbon" hält die Dakar für das Duo Depping/Gottschalk bereit. Neben den Etappen, auf denen selbst ein Service naturgemäß eher schwierig ist, ist es dem Team auf den Marathonetappen per Reglement sogar verboten, einzugreifen. Ein Fakt, der Depping als gelerntem KFZ Mechaniker und Gottschalk als Maschinenbauingenieur mit Sicherheit nicht zum Nachteil werden sollte.

Ohne Frage sind Gottschalk und Depping nicht die Favoriten auf den Dakar Sieg, dafür fehlt es dem Duo einfach an Erfahrung. Dennoch haben sie sich in den letzten beiden Jahren zu einem echtem Team entwickelt, das sehr gut miteinander harmoniert. Vielleicht wird am Ende gerade eine besondere Stärke für Gottschalk und Depping darin liegen, dass sie realistisch und Stück für Stück, aber dennoch hoch motiviert an die Dakar herangehen. Der diesjährige Streckenverlauf wird alles andere als einfach und möglicherweise werden doch sie es sein, die nach Jutta Kleinschmidt den nächsten Dakar Sieg nach Deutschland holen können.

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