Überholverbot auf Landstraßen

Unfallforscher: Überholen auf 80 Prozent der Landstraßen verbieten

Unfallforscher: Überholen auf 80 Prozent der Landstraßen verbieten Bilder

Copyright: UDV,UDV,UDV

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Mit Abschreckung und einem fast bundesweiten Überholverbot sollen Unfälle auf Landstraßen gesenkt werden. Grund: Vor allem junge Fahrer überholen lebensgefährlich, wie eine neue Studie der Unfallforscher der Versicherer (UDV) beweist. Danach passieren 24 Prozent der Überholunfälle auf Landstraßen an Stellen ohne jegliche Sicht auf den Gegenverkehr. Überholt wird immer wieder vor Kuppen, Kurven oder sogenannten „Wannen“, aus denen urplötzlich Gegenverkehr auftauchen kann. Bei solchen Überholmanövern spielen die Autofahrer mit ihrem und dem Leben andere.

Viel zu geringer Sichtweite

46 Prozent der Überholunfälle passieren in Bereichen mit viel zu geringer Sichtweite. „Die Fahrer schätzen das Risiko viel zu gering ein“, warnt UDV-Leiter Siegfried Brockmann. Es sei falsch, nur dort Verbotsschilder aufzustellen, wo Autofahrer die Gefahr nicht sofort erkennen können: „Ich fordere daher, dass auf 70 bis 80 Prozent der Landstraßen in Deutschland ein Überholverbot eingerichtet wird.“

Folgen von Überhol-Kollisionen katastrophal

Welche schrecklichen Folgen Überhol-Kollisionen haben, macht der UDV deutlich. Im vergangenen Jahr wurden fast 6 700 Menschen beim Überholen auf Landstraßen verletzt – davon rund 1 900 sehr schwer. 191 Verkehrsteilnehmer bezahlten für leichtsinniges Überholen mit dem Tod. „Wir lernen, indem wir Gefahrensituationen meistern“, erläutert Siegfried Brockmann. Doch das Überholen mit keiner oder geringer Sichtweite auf den Gegenverkehr würde einem russischen Roulette gleichkommen: „Viele glauben, weil es bisher immer gut gegangen ist, würde dies so bleiben.“ Doch ein Blick in die Statistik zeigt das große Unfallrisiko. Auf 100 Überholmanöver an Stellen ohne Sicht auf den Gegenverkehr kommen 6,6 Kollisionen. Bei ausreichender Sicht liegt diese Quote nur bei 1,2.

Überholverbote intensiver überwachen

Deshalb sollte die Polizei die Überholverbote intensiver überwachen. Schnell auf Landstraßen wären meist Einheimische unterwegs. Daher würde sich eine sporadische Überwachung an besonders gefährlichen Stellen bald herumsprechen. Viele Landstraßen mit breiten Seitenstreifen könnten übrigens baulich entschärft werden und als Strecken mit sogenannter „2+1-Spur“ eingerichtet werden. Dann sei ein sicheres wechselseitiges Überholen möglich. Doch solche Umbauten sind teuer. Daher fordern die Unfallforscher, gleichzeitig einen „Überholassistenten“ weiterzuentwickeln. Ein solcher technischer Helfer im Fahrzeug könnte mit Kamera und Radar die Sichtweite ausloten und vor dem Gegenverkehr warnen. „Das ist keine Utopie, denn die Hardware ist längst in den Fahrzeugen vorhanden“, so Brockmann. Es müsse lediglich die Software weiterentwickelt werden.

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