Motor-Kutsche

Vor 130 Jahren wurde die Kutsche automobil
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"Ich setze aufs Pferd!" Diesen Satz hat der deutsche Kaiser Wilhelm II. ausgerufen, als er von der Erfindung einer automobilen Kutsche Wind bekam. Mit seiner konservativen Prognose lag der Monarch ja gründlich daneben. Vor 130 Jahren schlug die Geburtsstunde des Automobils - eine Erfolgsstory ohne Gleichen, die am 29. Januar 1886 ihren Anfang nahm. An jenem Tag meldet Carl Benz (1844-1929) sein "Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb" zum Patent an. Im selben Jahr realisiert Gottlieb Daimler - unabhängig von Benz - seine Motor-Kutsche. Aber Benz hatte mit seinem Patent die Nase vorn. Die Geburtsurkunde seiner Erfindung trägt die Nummer DRP 37435. Unter diesem Kürzel wird das Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin registriert. Seit 2011 gehört die Patentschrift sogar zum Weltkulturerbe - zusammen mit der Gutenberg-Bibel, der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach und anderen geistigen Errungenschaften der Menschheit.
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Erster Benz-Motor mit einem Zylinder

Der erste Benz-Motor ist aus heutiger Sicht ein Winzling: Er besitzt lediglich einen Zylinder und 954 Kubikzentimeter Hubraum und leistet 0,55 kW/0,75 PS bei 400/min. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei trabenden 16 km/h. Für die offizielle Jungfernfahrt des Automobils wartete Benz bis zum Sommer. Erst am 3. Juli 1886 hatte der Patent-Motorwagen seinen ersten öffentlichen Auftritt bei einer Ausfahrt auf der Ringstraße in Mannheim. Die Alltagstauglichkeit konnte Benz aber erst zwei Jahre später demonstrieren mit der ersten, gut 100 Kilometer weiten Fernfahrt von Mannheim bis Pforzheim und zurück. Zum Genügen dieser höheren Ansprüche waren bereits technische Weiterentwicklungen nötig. Es handelte sich bereits um Modell III des Patent-Motorwagens. Ein weiteres Novum bei dieser Fahrt: Es saß eine Frau am Steuer, Benzens Gattin Bertha. Die Reise trat sie mit ihren Söhnen Eugen und Richard an - übrigens ohne den Ehemann über das Vorhaben in Kenntnis zu setzen. Technisch betrachtet, hätte er mitfahren können. Denn schon das dreirädrige Pionierfahrzeug bietet mit zusätzlicher zweiter Sitzbank bis zu vier Passagieren Platz. Kurz nachdem Carl Benz sein Automobil hat patentieren lassen, zogen andere Erfinder nach: In Cannstatt bei Stuttgart vollendete Gottlieb Däumler (später Namensänderung in Daimler) sein erstes automobiles Vehikel, gefolgt von Wilhelm Maybach sowie Siegfried Marcus in Wien. Automobilfabriken entstanden ab etwa 1891 in Europa, beispielsweise Panhard & Levassor und Peugeot in Frankreich, die beide zunächst in Lizenz hergestellte Daimler-Motoren verwendeten. Daimler gründete zudem Unternehmen in England und in Österreich.
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Elektroantrieb älter als Dieselmotor

Im Anschluss überschlugen sich die Entwicklungen: Im Jahr 1892 erhielt Rudolf Diesel ein Patent auf eine „neue rationelle Wärmekraftmaschine“ mit höherem Wirkungsgrad. 1897 konstruierte er den ersten Dieselmotor. Früher als der Diesel war derweil die Elektromobilität am Start: Das erste bekannte deutsche Elektroauto baute 1888 die Coburger Maschinenfabrik A. Flocken. Es wird vermutet, dass es sich bei diesem vierrädrigen Elektroauto um den weltweit ersten elektrisch angetriebenen Pkw handelt.

Waren die ersten Fahrzeuge noch rare Unikate, stieg die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge im 20. Jahrhundert auf schwindelerregende Höhen. Im Jahr 2010 wurde weltweit die Milliarden-Marke geknackt. Das Auto Nummer 1, der Patent-Motorwagen von Carl Benz steht heute, zusammen mit Daimlers Motor-Kutsche, am Anfang des Rundgangs im Mercedes-Benz-Museum, das vor genau zehn Jahren an der Mercedesstraße 100 in Stuttgart eröffnet wurde.

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