Wahlkampf für den Diesel – Mercedes bringt saubere Selbstzünder in den USA

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Mercedes lässt nicht locker. Mit großem Aufwand versucht der Stuttgarter Automobilhersteller, die US-Amerikaner auf den Diesel-Geschmack zu bringen.

Gescheitert war dieses Unterfangen bisher in fünf für den Mercedes-Benz-Absatz besonders wichtigen Bundesstaaten wie Kalifornien, die für mehr als 50 Prozent der US-Zulassungen der Premiummarke verantwortlich sind.

Zu strenge Normen, insbesondere für den Ausstoß von Stickoxiden, schoben dem Dieselverkauf hier bislang einen Riegel vor.

Eine verfeinerte Abgasreinigung soll jetzt den Durchbruch bringen. Mit der Einspritzung von AdBlue, einer wässrigen Harnstofflösung, erzielten die Diesel-Autos Emissionswerte, bei denen selbst strengste US-Wächter die Nase nicht mehr rümpfen können. Ergebnis ist der erste Selbstzünder, der in allen 50 Bundesstaaten der USA verkauft werden darf.

In den sogenannten Bluetec-Modellen der R-, M- und GL-Klasse wird der 3,0-Liter-V6-Diesel mit einer Leistung von 155 kW/210 PS ab September 2008 seinen Dienst tun. Die Technik hat dabei auch das Potenzial, die zukünftige strenge Abgasnorm Euro 6 zu erfüllen. Daher wird die neueste Generation des Bluetec-Diesels mit AdBlue-Abgasreinigung auch in Deutschland Einzug halten. Der Zeitpunkt ist jedoch ungewiss.

Verbrauch & Wartung

Das nun erstmals in Pkw-Modellen Verwendung findende Verfahren ist schon lange bekannt. Bereits seit fünf Jahren wird die Technik in modernen Lkw eingesetzt. Vor dem sogenannten SCR-Katalysator (Selective Catalytic Reduction) wird AdBlue in das heiße Abgas gespritzt. Dabei entsteht unter anderem Ammoniak. Bis zu 80 Prozent der gesundheitsschädlichen Stickoxid-Abgase reagieren dann mit dem Ammoniak zu harmlosem Stickstoff und Wasser. Mitgeführt wird die wässrige Harnstofflösung in einem etwa 30 Liter fassenden Extratank. Da der Verbrauch bei gerade einmal 0,1 Liter pro 100 Kilometer liegt, wird der Harnstoffvorrat zu geringen Zusatzkosten bei den regelmäßig anfallenden Wartungsintervallen wieder aufgefüllt. Sollte der Vorrat schon vorher zur Neige gehen, warnt die Elektronik den Fahrer rechtzeitig. Ignoriert er diese Warnung ausdauernd, wird die Zündung einfach gesperrt. Die US-Abgaswächter wollen das so.

Ob die Stuttgarter Hartnäckigkeit Früchte tragen wird, ist ungewiss. Zwar hat Mercedes die zweifellos hohen Hürden erfolgreich genommen. Doch jetzt muss auch noch der US-Kunde mitspielen. In den Vereinigten Staaten halten viele Autofahrer den Selbstzünder immer noch für eine gesundheitsschädliche Dreckschleuder. Hinzu kommt, dass hier der Dieselkraftstoff teurer ist als Benzin. Und es sieht nicht danach aus, als würde sich das in naher Zukunft ändern. 

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