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Wenn Autos quatschen: Ford zeigt Sicherheitssystem der Zukunft
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Langfristig könnte die Informationen aus der Car-to-Car-Kommunikation auch an den Notbremsasisstenten gekoppelt werden, der bei Ford zum ersten Mal im neuen Focus zum Einsatz kommt. Bilder

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Vorsicht, Vordermann bremst: Dank der neuen Kommunikationstechnik zwischen Autos, die Ford derzeit erprobt, können Autofahrer durch vorausfahrende Fahrzeuge quasi Bilder

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Treffen sich zwei Autos. Sagt das eine zum anderen: „Wenn ich du wäre, würde ich gleich mal auf die Bremse treten“. Was klingt wie der Anfang eines schlechten Autofahrer-Witzes, könnte in absehbarer Zeit gelebter Alltag auf deutschen Straßen sein. Kommunikation gilt nicht nur als Schlüsselwort zum Zusammenleben von Menschen, sondern neuerdings auch unter Autos. Experten sprechen von Car-to-Car-Kommunikation. „Wenn zwei Fahrzeuge sich treffen, sollen sie sich auch unterhalten können“, meint Martin Wiecker, der im Ford Forschungszentrum Aachen über die Fahrassistenzsysteme und automobilen Kommunikationslösungen von morgen nachdenkt.

Fieberhaft tüfteln Wiecker und Kollegen zusammen mit dem Mobilfunkanbieter Vodafone und der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) derzeit am „kooperativen System“, sprich: einem Autokollektiv, das dem Fahrer einen Teil seiner Arbeit abnimmt. Der Grundgedanke dabei: Per mobilem Internet miteinander verbunden, sollen die Autos über die Sensoren der Fahrassistenzsysteme sicherheitsrelevante Daten sammeln, etwa über den Einsatz des elektronischen Bremsassistenten im Zuge einer Notbremsung, einer plötzlichen Aquaplaning-Gefahr, aus dem Nichts auftauchende Stauenden oder liegen gebliebene Autos. Diese Informationen sollen die Autos im Dienste der Sicherheit miteinander austauschen. „Die Technik im Auto ist so weit, der Vernetzung gehört die Zukunft?, sagt Fahrzeug-Kommunikationsexperte Wiecke. Eine Schlüsselrolle spielt dabei das mobile Internet.

Denn damit das „intelligente Fahrzeugkollektiv“ effektiv arbeiten kann, braucht man deutlich schnellere Mobilfunknetze als die heute auf dem Markt verfügbaren. Die von Vodafone entwickelte Mobilfunktechnik „LTE“ (Long Term Evolution) der vierten Generation übermittelt diese Daten bei einer minimalen Verzögerung von weniger als 100 Millisekunden beinahe im Echtzeit. Damit ist sie der heute verbreiteten UMTS-Technik in Sachen Netzabdeckung und Schnelligkeit deutlich überlegen.

Was die mobile Breitbandkommunikation jetzt schon für die Sicherheit im Straßenverkehr tun kann, haben die Kölner jetzt im Rahmen der Abschlusspräsentation des Projekts Cooperative Car Extended (CoCarX) am Beispiel von Gefahrenbremsungen demonstriert. Als Versuchsträger dienen dabei zwei weiße Ford S-Max, in denen die Technik versuchsweise installiert ist. Was in der Theorie gut klingt, funktioniert auch in der Praxisdemonstration auf dem Testgelände in Düsseldorf prima: Der vorausfahrende Auto legt hörbar [foto id=“360435″ size=“small“ position=“left“]ratternd und unter Zuhilfenahme des Anti-Blockier-Systems (ABS) eine Vollbremsung hin. Im selben Moment erscheint auf dem Display des Hintermanns in Signalrot der Warnhinweis „Achtung, bremsendes Fahrzeug“. In einer späteren Serienversion würde neben der visuellen Information auch ein akustisches Warnsignal ertönen.

Noch muss der Testfahrer selber auf die Bremse treten. In ferner Zukunft könnte diesen Job auch der Notbremsassistent unternehmen, der unter dem Namen „Active City Stop“ im neuen Ford Focus erstmals bei einem Serienfahrzeug der Kölner im Einsatz ist. Hat das System eine automatische Gefahrenbremsung eingeleitet, etwa aufgrund eines hinter einer Kurve befindlichen Stauendes, könnte es alle anderen Autos auf dem betreffenden Streckenabschnitt mitwarnen und diese Information auch an eine Verkehrsleitstelle weitergeben. Weitere Anwendungsbereiche sind ultraschnelle Verkehrshinweise, das automatische Absetzen eines Notrufes im Falle eines Unfalles oder Infotainment-Anwendungen wie das Herunterladen von Videos auf den Laptop des Beifahrers.

„Wir bewegen uns hier noch ziemlich stark im Prototypenbereich“, gibt Ford-Forscher Wiecker zu bedenken. Frühestens ab 2017 könnten sich seiner Einschätzung nach erste Anwendungen in Serienautos wiederfinden. Allerdings müssen sich hierzu im Rahmen der Projektplattform „Sichere Intelligente Mobilität – Testfeld Deutschland“ (simTD), der neben Ford unter anderem auch Daimler, BMW, VW, Opel, Bosch und Continental angehören, möglichst alle Automobilhersteller, Mobilfunkanbieter und Zulieferer noch auf einheitliche Standards verständigen. Denn: „Wenn sich nur Ford-Fahrzeuge unterhalten können, wäre das ja ziemlich witzlos“, meinen die Entwickler. Sollte ihre Vision vom vernetzten Fahrzeug eines Tages in Serie gehen, würden es sicher nicht nur dem ein oder anderen Auto vor Staunen die Sprache verschlagen.

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