Wer fährt besser

Wer fährt besser: Frauen oder Männer?
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Kaum ein Thema liefert so viele Diskussionsgrundlagen, wie die Geschlechter-Rollen beim Autofahren. Auch der Mobilitätsdienstleister Sixt hat die Rollen-Verteilung im Straßenverkehr kürzlich zum Anlass genommen, um daraus eine aktuelle Studie zu erheben. Das Ergebnis zeigt, dass die Frau als das tatsächliche stärkere Geschlecht am Steuer hervorgeht. Demnach haben sich 45% der befragten Männer dazu bekannt, schon einmal einen Verkehrsunfall verursacht zu haben. Generell ist die Risikobereitschaft bei Männern prozentual stärker ausgeprägt als bei Frauen.

Ein Ergebnis, dass auch von einer aktuellen Unfallstatistik des Statistischen Bundesamtes belegt werden kann. So sind allein zwischen Januar und Februar 2015 in ganz Deutschland 230 Menschen bei Verkehrsunfällen mit Personenkraftwagen ums Leben gekommen. 78 der Verstorbenen waren weibliche Verkehrsteilnehmer, bei den restlichen 152 Unfallopfern handelte es sich um Männer. Allerdings gehen die genauen Unfallursachen aus dieser Studie nicht deutlich hervor.

Woran genau lassen sich die Stärken der Geschlechter im Straßenverkehr messen?

Sicherlich haben satirische TV-Sendungen, wie “Frau am Steuer” in den 70er Jahren, ihren Teil dazu beigetragen, dass sich Vorurteile gegenüber weiblicher Verkehrsteilnehmer überhaupt erst langfristig manifestieren konnten. Fakt ist, dass zur damaligen Zeit das Autofahren ein Privileg der Männer war. Frauen hatten dadurch viel weniger Praxis. Ein Argument, dessen Daseinsberechtigung in der heutigen Zeit immer mehr schwindet. Die technische Versiertheit der Geschlechter ist kein adäquater Maßstab, wenn es um die allgemeine Verkehrssicherheit geht. Selbstverständlich wird ein gewisses Maß an Praxis, unabhängig vom Geschlecht, von jedem Autofahrer vorausgesetzt. Interessanterweise fließen in aktuelle Untersuchungen auch vermehrt Aspekte aus der Verhaltenspsychologie als maßgebend mit ein. So werden Frauen vermehrt Attribute wie Besonnenheit und Empathie zugesprochen. Männer hingegen werden gerne als risikofreudig und dominant beschrieben. Im März 2014 waren laut einer Studie der infratest dimap immerhin 68% der Befragten davon überzeugt, dass sich Männer beim Autofahren aggressiver verhalten als Frauen. Ein ähnliches Ergebnis wie das aus der vorgenannten Sixt Studie. Dennoch ist fraglich, ob sich aus diesen und anderen Studienergebnissen typische Verhaltensmuster im Verkehr ableiten und präzise den jeweiligen Geschlechtern zuordnen lassen. Oftmals berücksichtigen Studien nur einen geringen Bruchteil der Gesamtbevölkerung, was es erschwert Ergebnisse zu verallgemeinern. Vielmehr dienen solche Studien der Identifizierung eines Trends oder eines Wandels in der Gesellschaft, schließen jedoch Ausnahmen nicht aus.
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Frauen parken besser ein als Männer; Männer sind bei Vorfahrtsituationen rücksichtsvoller als Frauen

Auf dem ersten Blick erscheinen diese Aussagen vielleicht widersprüchlich und irritierend. Gemäß der alteingesessenen Klischees sind es doch die Männer, die ihr Fahrzeug binnen kürzester Zeit in eine Parklücke manövrieren können. Doch die folgenden Untersuchungen belegen einmal mehr, dass es auf die genaue Definition der Maßstäbe ankommt, an dem beispielsweise Stärken im Straßenverkehr gemessen werden. 2012 veröffentlichte das britische Unternehmen, National Car Park Ltd., seine Studienergebnisse nach Spiegel-Angaben zum Einparken im Geschlechter-Vergleich. Im Rahmen dieser Studie wurden über den Zeitraum von einem Monat ca. 2500 Verkehrsteilnehmer bei der Parkplatzsuche und beim Parken beobachtet. Die Männer benötigten im Durchschnitt rund 16 Sekunden zum Einparken, legten dabei jedoch keinen Wert auf Präzision. Ganze 75% der Fahrzeuge wurden schief stehend in der Parklücke hinterlassen. Frauen benötigten im Vergleich ca. 24 Sekunden für ein ordnungsgemäßes Abstellen ihres Fahrzeuges in der Parkplatzmitte. Ähnlich verhält es sich mit dem Rückwärts- Einparken. Laut der Studie befolgten die Frauen nahezu exakt die im Fahrunterricht erlernten Vorgaben. So parkte die Mehrheit der Männer, gemessen am zeitlichen Aufwand, zwar schneller ein, hinterließ jedoch auch hier das jeweilige Auto schief eingeparkt. Das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit veröffentlichte im April 2011 ebenfalls eine interessante Studie, in der die Männer in puncto Vorfahrtsituationen als sehr rücksichtsvoll hervorgingen. 42% der männlichen Verkehrsteilnehmer ließen demnach andere Fahrzeuge aus Seitenstraßen einscheren. Bei den Frauen zeigten sich jedoch nur 37% so zuvorkommend.
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Mangelnde Konzentration als häufige Unfallursache

In der jüngsten Sixt Studie wird unter anderem auch das Thema Konzentration beim Autofahren aufgegriffen. Demnach lassen sich beide Geschlechter durchaus während der Fahrt auch mal ablenken – sei es durch das Flirten mit anderen Verkehrsteilnehmern oder durch Musik. Tendenziell wenden Männer hierbei öfter den Blick von der Fahrbahn ab als Frauen.

Ein viel höheres Unfallpotenzial liegt jedoch in der Nutzung von Smartphones und Navigationsgeräten während des Autofahrens. Einer aktuellen ADAC-Studie zu folge verhält es sich mit der Zahl der Unfälle durch Ablenkung ähnlich hoch wie mit Unfällen unter Alkoholeinfluss. Die Ergebnisse zeigen, dass ganze drei Viertel der Studienteilnehmer so sehr mit den Geräten beschäftigt waren, dass sie einem plötzlich auftauchenden Hindernis nicht mehr rechtzeitig ausweichen konnten.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Sicherheit im Straßenverkehr grundsätzlich keine Frage des Geschlechts sein sollte. Auch wenn statistisch gesehen der höhere Anteil an Unfallopfern aktuell bei den Männern liegt, so kommt es beim Autofahren in erster Linie auf zwei wichtige Aspekte an: die Aufmerksamkeit und die Rücksichtnahme gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern. Diese Werte werden in Fahrschulen sowohl Männern als auch Frauen gleichermaßen vermittelt.

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