Opel Werksschließung

Werksschließung in Bochum: Wieder trifft’s die Kleinen
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Copyright: GM Company

Sie galt als Vorzeige-Projekt für das krisengeschüttelte Ruhrgebiet. Die Opel-Produktion in Bochum war immer weit mehr als einfach nur eine Autofabrik. Sie war der Beweis dafür, dass die im Pott auch Auto können, dass es immer Hoffnung auf einen Neustart gibt, dass der Strukturwandel Realität ist. Doch jetzt ist endgültig Schluss.

Der Letzte war ein Zafira

Der letzte Neuwagen ist nun vom Band gelaufen, ein Zafira. 52 Jahre Autoproduktion sind damit Geschichte.Ein bitterer, ein schwerer Schlag für die eingefleischten Opelaner. An ihnen lag es nicht, dass nichts mehr geht. Sie haben zehn Jahre lang mit aller Kraft um ihr Werk gekämpft. Und müssen sich jetzt mit der ohnmächtigen Wut über das Unwort „Überkapazitäten“ abfinden. Etwa 3.000 Malocher und ihre Familien sind direkt betroffen, dazu die Mitarbeiter der Zulieferer und die Menschen, die für die Infrastruktur rund ums Werk sorgten.

Zehn Jahre Kampf, zehn Jahre Unsicherheit

Schon 2004 wollte Konzernmutter General Motors (GM) das Werk in Bochum schließen. Es kam zu Streiks und Werksbesetzungen. Die Opelaner probten den Aufstand. GM trudelte in die Insolvenz. Der Konzern berappelte sich zwar einigermaßen, es musste aber massiv umstrukturiert werden, um weiter konkurrenzfähig zu bleiben. Und Bochum musste dran glauben: 2013 wurde endgültig das Aus beschlossen.Das ist bitter, war aber wohl unausweichlich. Denn angesichts der Konkurrenz speziell aus Fernost, die längst mindestens auf Augenhöhe mit Opel ist, geht es für die Marke nach wie vor ums Überleben. Dass die Opelaner in Bochum rein gar nichts für die globale Entwicklung können, steht fest. Nicht sie, sondern die Konzernlenker in den USA und ihre getreuen Vasallen in Rüsselsheim haben in den 1990er- und 2000er Jahren die großen Fehler gemacht, indem sie die Gewinne aus Europa abschöpften und viel zu wenig Geld für Forschung und Entwicklung genehmigten. Das alte Spiel: Die Probleme kommen von oben. Und die Kleinen müssen die Folgen tragen.

Hoffentlich hilft der radikale Schnitt in Bochum wenigstens den übriggebliebenen Opel-Mitarbeitern in ganz Europa. Die aktuellen Signale sowohl aus Detroit, als auch aus der europäischen Zentrale in der Schweiz geben zumindest Anlass zur Hoffnung.

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