Fahrsicherheit

Ablenkung im Auto: Fahren darf nicht zur Nebensache werden

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So hilfreich und bequem sie sein mögen – Smartphones, Navigationsgeräte, Bordcomputer und andere moderne Technologien im Auto können auch zu einer Gefahr werden. Dann nämlich, wenn sie den Fahrer zu sehr ablenken. Verkehrssicherheitsexperten sind deshalb von diesen elektronischen Begleitern und ihrem Fortschritt nicht uneingeschränkt begeistert. Inzwischen soll bei wenigstens jedem zehnten Unfall die Ablenkung durch ein solches Informationsgerät die wesentliche Ursache sein. Handy, Navi, Radio oder andere Dinge im Auto können so stark ablenken, dass das Verkehrsgeschehen leicht zur Nebensache wird und der Fahrer nicht mehr so reagieren kann, wie er sollte.

Während des Fahrens

Wer beispielsweise mit 50 km/h unterwegs ist, legt in nur zwei Sekunden knapp 30 Meter zurück. Bei Tempo 130 sind es in dieser Zeitspanne bereits fast 75 Meter. Wie Untersuchungen ergaben, benötigen Autofahrer beispielsweise mindestens vier Sekunden zum Einstellen eines Tempomaten. Sechs Sekunden vergehen wenigstens für Eingaben in den Bordcomputer und die Suche nach dem gewünschten Radiosender kann schon einmal 15 Sekunden und länger dauern. In dieser Zeit hat der Fahrzeuglenker seinen Blick vom Verkehrsgeschehen abgewendet, er ist darauf nicht konzentriert, nicht reaktionsbereit. Da muss der Vorausfahrende nur unerwartet bremsen, schon ist es zu spät. Ein unachtsam die Straße betretendes Kind hat ebenso wenig Aussicht auf eine angemessene Reaktion des Autofahrers, warnt das Goslar Institut für verbrauchtergerechtes Versichern.

Enorme Einschränkung

Diese Einschränkung der Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit eines Kraftfahrers durch die Informationstechnologie vergleichen Fachleute mit den Auswirkungen von Alkohol am Steuer. So rechnete Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger kürzlich vor, dass Telefonieren im Auto ohne Freisprechanlage genauso gefährlich sei wie Fahren mit 0,8 Promille Alkohol im Blut. Und wer eine SMS schreibt, reagiert demnach genauso langsam wie ein Fahrer mit 1,1 Promille Blutalkoholgehalt.

SMS absolutes No go!

Auch die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat den aktuellen Forschungsstand zur Ablenkungswirkung von Informations- und Kommunikationssystemen (IKS) analysiert. Fazit: Zur deutlichsten Beeinträchtigung des Fahrverhaltens führt das Lesen und Schreiben von SMS während der Fahrt, gefolgt von der Bedienung des Navigationssystems und des Telefons.

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