Ansturm auf Autohäuser – die Abwrackprämie lockt!
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In Deutschland geht ein Gespenst um: es ist die Abwrackprämie. Sie zieht um die Autohäuser und in die Wohnzimmer der Autobesitzer. Jedoch sorgt sie weniger für Gruselstimmung als vielmehr für freudige Gänsehautschauer. Von Staatsseite soll sie der kränkenden deutschen Automobilwirtschaft zu neuem Aufschwung verhelfen. Es ist, als würde das leicht eingerostete Moped „deutsche Automobilbranche“ frisieren, um es mit ein paar versierten Kunstgriffen in eine leistungsfähige Maschine zu verwandeln.

Dabei ist die Idee geradezu einfach genial: Im Rahmen des Konjunkturpaketes II, welches Anfang diesen Jahres verabschiedet wurde, schraubten die Staatsherren und -damen an der Umweltprämie, wie sie offiziell bezeichnet wird. Diese lässt nun die Herzen der Autohändler höher schlagen. Umfragen zufolge wollen bereits bis zu einer Million deutscher Autobesitzer ihren mindestens neun Jahren alten Wagen zum Verschrotten anmelden, um sich mit staatlichen Fördermitteln in Höhe von 2500 Euro einen Neuwagen zu kaufen. Mittlerweile überbieten sich sogar die Autohändler mit zusätzlichen Prämien, um die sparfüchsigen Neuwagenkäufer in ihr Haus zu locken.

[foto id=“65658″ size=“small“ position=“left“] So schön das auch alles klingen mag, fragt man sich doch: Wo liegt hier der Hund begraben? Insgesamt hat die Bundesregierung einen Prämientopf von 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, aus dem umgerechnet Prämien für 600.000 Fahrzeuge vergeben werden können. Das heißt, ist der Honigtopf einmal leer geschlemmt, geht auch der geneigte Antragssteller leer aus. Im Sinne des sogenannten Windhundverfahrens gilt die Regel: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Denn bei der Verschrottungsprämie handelt es sich nicht um eine unendlich eierlegende Wollmilchsau. Um sich einen Überblick über die Anzahl der eingereichten Anträge zu verschaffen, lohnt es sich einen Blick auf die Seite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zu werfen. Die BAFA aktualisiert dort täglich die Zahl der eingehenden Abwrackanträge.

Die Uhren der Abwrackinteressierten ticken immer lauter. Doch warum füllt die Bundesregierung den Prämienkrug nicht nochmal auf? Denn bei der staatlichen Investition handelt es sich nicht um eine selbstlose Tat á la Robin Hood. Jeder Autokauf lässt die Staatskassen klingeln. Geht man beispielsweise von einem Durchschnittspreis von 11.000 Euro für einen Neuwagen aus, fließen allein durch Abzug der Mehrwertsteuer wieder 2090 Euro an den Fiskus zurück. Ganz abgesehen von Gewerbesteuereinnahmen.

Es scheint, als könne jeder etwas vom Kuchen „Umweltprämie“ naschen – Neuwagen-Käufer, Autohändler und der Staat. In diesem Sinne kann man nur noch zweierlei wünschen: Guten Appetit, und dass bald ein neuer Prämienkuchen gebacken wird!

 

Im auto.de-Magazin gefunden:

Abwrackprämie: auto.de hat offizielle Antragsformulare

Abwrackprämie: Was geht, was geht nicht?

Abwrackprämie: ‚Einen Nachschlag wird es nicht geben‘

 

 

 

 

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