Anti-Stau-Prämie in den Niederlanden – Rushhour meiden und kassieren

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Wer flexibel ist kassiert: In den Niederlanden werden Autofahrer, die außerhalb der Hauptverkehrszeiten unterwegs sind, belohnt. Seit 2011 laufen zwei Projekte in den Gemeinden Utrecht und Nimwegen, die Autofahrer testweise mit finanziellen Anreizen dazu bringen wollen, die Rushhour zu meiden.

Im „Spitsvrij“-Projekt in Utrecht zeichnet ein GPS-Empfänger die Fahrten von Berufspendlern auf. Die Teilnehmer erhalten am Monatsanfang ein Guthaben, das sich nach der Länge des Arbeitsweges richtet. Fährt man in der Hauptverkehrszeit, wird von diesem Betrag abgebucht. Meidet der Autofahrer solche Zeiten, bleibt das Geld stehen. Am Monatsende wird die Restsumme dann ausgezahlt. Und das können je nach Strecke bei konsequenter Vermeidung der Stoßzeiten immerhin bis zu 120 Euro sein.

Zu den Hauptverkehrszeiten sind oft bis zu 60.000 Autos in Utrecht unterwegs, durch das Projekt werden die Straßen durchschnittlich um mehr als 2.000 Fahrzeuge entlastet. „Im Moment nehmen mehr als 5.000 Autofahrer am Projekt teil. Und die vermeiden jetzt 45 Prozent jener Fahrten, die sie vorher während der Staustunden gemacht haben“, erläutert Jan-Pieter van Schaik, Projektmanager von „Spitsvrij“, in einem Gespräch mit dem WDR. Gefördert wird das Projekt mit insgesamt einer Milliarde Euro vom niederländischen Ministerium für Verkehr und Umwelt.

Auch in der Region Nimwegen kassieren Autofahrer eine Anti-Stau-Prämie. Beim „Slim Prijzen“ werden Pendler durch Kameras, die an den Straßen die Kennzeichen registrieren, für die Vermeidung staugefährdeter Strecken belohnt. Umgerechnet 15.000 Autofahrer nehmen an dem Projekt teil, von denen immerhin ein Drittel nun außerhalb der Rushhour fährt. Das Hauptziel, vorhandenes Verkehrsaufkommen besser zu verteilen und die Straßen zu entlasten, wurde somit erreicht.

Beide Projekte laufen allerdings nur noch bis Ende des Jahres, aber bereits jetzt wird an weiterführenden Modellen gearbeitet. Die Anti-Stau-Prämie hat viele dazu bewegt, ihr Fahrverhalten zu ändern. Ob Autofahrer dies auch ohne finanzielle Anreize getan hätten, ist eher unwahrscheinlich. Offen bleiben allerdings die Frage des Datenschutzes sowie die nach der ökonomischen Fairness gegenüber solchen Pendlern, die auf das Auto von vornherein verzichten.

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