Autodiebstähle und ihre psychologischen Hintergründe
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Die Tür des Autos wird aufgerissen und der Fahrer mit einer Pistole bedroht. Diese Szene ist aus US-amerikanischen Filmen wohlbekannt, doch sie entspricht nicht der Realität in Deutschland. Dennoch befürchten Besitzer von Oberklassefahrzeugen einen tätlichen Angriff durch einen Autodieb mehr als den Diebstahl ihres Fahrzeuges selbst. Sie wissen, dass ihr Gefährt bei Langfingern beliebter ist als etwa ein Pkw der Mittelklasse.

Wie widersprüchlich teilweise die Befürchtungen der Besitzer und die Absichten der Diebe sind, hat jetzt Dr. Sven Tuchscheerer in seiner Dissertation an der TU Chemnitz aufgedeckt. Darin untersuchte er das Thema „Autodiebstahl aus Sicht der Opfer und der Täter“ und liefert Vorschläge für den Schutz für Fahrzeuge und Fahrer. Befragt wurden dafür 40 Besitzer von Oberklassefahrzeugen, mehr als 2 000 Autofahrer in Deutschland sowie elf Autodiebe, die mehrfach wegen Fahrzeugdelikten vorbestraft sind.

Demnach haben die Fahrer hauptsächlich Angst vor tätlichen Angriffen. Der finanzielle Schaden durch einen Autodiebstahl ist für sie zweitrangig. „Interessanterweise vermeiden jedoch Täter eigentlich den Kontakt mit den Fahrzeugbesitzern, weil diese einen unkalkulierbaren Faktor darstellen. Auch möchten sie keine Gewalt anwenden, da sie Angst vor der deutlich härteren Bestrafung in solchen Fällen haben“, erklärt Tuchscheerer.

Widersprüche zeigen sich auch bei der Bewertung von Sicherheitssystemen in Pkw. Autofahrer sehen in präventiven Systemen ein gutes Mittel, sich vor einem Fahrzeugdiebstahl oder einem damit verbundenen Gewaltakt zu schützen. Vor allem eine Möglichkeit der präventiven Navigation oder eine automatische Verriegelung des Fahrzeuges, um ein Aufreißen der Tür verhindern, sind beliebt. Ferner wird eine Kameraüberwachung des Fahrzeuginnenraums, eine automatische Notruffunktion oder die Fahrzeugortung mittels GPS gewünscht. Dagegen versprechen sich nur wenige Fahrer etwas von sogenannten repressiven Systemen, die eine Tat nicht verhindern, sondern zur Ergreifung des Täters beitragen.

Wie wenig die Wünsche der Fahrer auf den realistischen Bedingungen eines Fahrzeugklaus basieren, zeigt die Befragung der Täter. Sie halten die Schutzsystem für wenig wirksam und sehen sie eher als lästig an. Wegfahrsperren, Lenkradschlösser, Alarmanlagen oder Sicherheitsverglasung stellen für sie selten bis nie Probleme dar. Systeme, die den Täter identifizieren helfen, schätzen die Kriminellen wesentlich häufiger als problematisch ein. Vor allem, wenn diese nachträglich eingebaut wurden und im Auto gut versteckt sind.

Durchschnittlich 40 000 Autos werden jedes Jahr in Deutschland geklaut. Um diese Zahl zu mindern, empfiehlt Tuchscheerer die Minderung des Gewinn durch eingebaute Schikanen, die bei einem Diebstahl eines Fahrzeugs automatisch aktiviert werden. „Ein Lahmlegen eines Fahrzeuges nach erkanntem Diebstahl ist in Deutschland aus rechtlichen Gründen nicht zulässig. Doch es lassen sich aber viele nicht primär fahrrelevante Fahrzeugkomponenten außer Gefecht setzen oder stören“, erläutert der Psychologe. So kann zum Beispiel bei warmen Außentemperaturen die Klimaanlage automatisch deaktiviert und die Heizung eingeschaltet werden. Auch können sich die Fenster von selbst schließen und gegen das Öffnen sperren. Zusätzlich kann sich auch noch die Sitzheizung auf die höchste Stufe einschalten. Oder bei kalten Temperaturen hingegen schaltet sich die Klimaanlage ein, die Heizung wird deaktiviert und bei einer Geschwindigkeit bis 40 km/h öffnen sich automatisch die Fenster und können manuell nicht wieder geschlossen werden. Auf diese Weise verliert das gestohlene Auto deutlich an Wert und der Täter wird es sich drei Mal überlegen, ob er das Fahrzeug erbeuten will oder nicht.

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Gast auto.de

Juli 30, 2011 um 11:56 am Uhr

Autodiebe sollte man die Hand abhacken und im Wiederholungsfall, die andere auch noch. So wie man Vergewaltigern kastrieren sollte.
Nimmt man denen ihre wichtigsten Werkzeuge, werden die auch nicht mehr straffällig.

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