Gegenüberstellung

Der Golf im Alltagsvergleich: Gegensätze ziehen sich an
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In Zeiten des Abgasskandals und elektrischer Zukunftsplanung haben wir den Kompaktklassen-Bestseller des Volkswagen-Konzerns in zwei Varianten mal genauer unter die Lupe genommen und einen „Extrem-Vergleich“ vorgenommen. Was kann die neue Sportskanone, und kann der Stromer da mithalten? Im Test der e-Golf und der Golf GTI in der siebenten Generation.

Erster Eindruck

Optisch unterscheiden sich die beiden Kompakten bis auf wenige Details nicht. Beide sind auf den ersten Blick als Golf identifizierbar. Der GTI tritt etwas sportlicher mit Tieferlegung, dezenten Spoilern und zwei dicken Auspuff-Rohren links und rechts ins Rampenlicht - er wirkt dadurch bulliger. Durch warme Blau-Akzente, die zwischen der kalt-weißen Lackierung hervorstechen, verrät sich der Elektro-Golf sofort als solcher. Beide tragen ihren Namen gut sichtbar auf der linken Heckseite.

Auch im Innenraum erkennen wir nur dezente Unterschiede. Natürlich hat der GTI die typischen karierten Retro-Stoffsitze an Bord, im Stromer sind ebenfalls Stoffsitze verbaut, die aber weniger auffällig zum Platznehmen einladen. Dem GTI zeigen wir mit einem dynamischer gestalteten Lenkrad die Richtung. Im e-Golf haben wir ein eher rund gestaltetes Steuer mit leicht abgeflachter Unterkante, beide sind ausgestattet mit einem Multifunktions-Lenkrad. Das gewohnte Volkswagen-Flair spiegelt sich im bedienerfreundlichen Infotainment und der übersichtlich gestalteten Mittelkonsole beider Kompaktwagen gleich wider. Auch das Platzangebot und Kofferraumvolumen mit 340 Litern (e-Golf) und 380 Litern (Golf GTI) unterscheidet sich nur gering. Für Komfort und Sicherheit ist bestens gesorgt.

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Technische Assistenten

Die VW-Zwillinge haben viele kleine Helferlein an Bord, wie beispielsweise Stauassistenten, Parkassistenten, Toter-Winkel-Erkennung und natürlich den gewohnten Komfort der Licht- und Regensensoren. Die optimale Abstandsregelung übernimmt das „ACC“, serienmäßig beobachtet der „Front Assist“ das Fahrzeugumfeld und erkennt Fußgänger. Der optional erhältliche „Emergency Assist“ erkennt eine mögliche Untauglichkeit des Fahrers und übernimmt eine Teilsteuerung des Fahrzeugs.

Und Jetzt ab auf die Straße

Doch nun genug zur Theorie, wie sieht die Praxis aus? Wie unterscheiden sich Fahrverhalten und wer ist nun der bessere Golf? In Punkto Leistung unterscheiden sich die beiden Wolfsburger Buben deutlich: Der GTI hat stolze 230 Pferdestärken unterm Sattel, 19 PS mehr als sein Vorgänger. Der Stromer lässt "nur" 136 Pferdchen von den Zügeln. Doch trotz des immensen Unterschieds lässt sich der Wolfsburger Stromer nicht abhängen. Im Elektro-Golf ist sofort Feuer auf der Achse beim Durchtreten des Gaspedals. Da helfen dem Wolfsburger Verbrenner auch seine 94 PS Mehrleistung leider nicht viel weiter. Die 230 Pferdchen machen sich erst nach Umstellung des Fahrmodi im e-Golf und bei hohem Tempo auf der Autobahn bemerkbar.

Der Stromer lässt den Fahrer beim Umschalten des Fahrmodus von "Normal" auf "Eco+" leider deutlich den Leistungsabfall spüren - dafür steigt die Reichweite und der Verbrauch sinkt enorm! Insgesamt stehen drei Fahrmodi zur Verfügung: "Normal", "Eco" und "Eco+". Der GTI mit 6-Gang-Schaltgetriebe lässt dem Fahrer da deutlich mehr Spielraum. Bei hoher Drehzahlt brüllt der Reihen-Vierzylinder richtig schön auf und sprintet dem Verfolger im Nu davon.

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Verbrauch und Reichweite

Der Nachteil: Sport macht durstig! Nachschub gibt es für beide über den Tankdeckel auf der rechten Fahrzeugseite. In wenigen Minuten an der Tanksäule ist der Golf GTI wieder einsatzbereit, seine Reichweite reicht dann, je nach Fahrweise, für mindestens 400 Kilometer. Der Stromer muss da deutlich länger pausieren, auch wenn man an einer Schnellladesäule Halt macht. Dann dauert es rund 45 Minuten, bis der Akku zu 80 Prozent aufgeladen ist. Am Haushaltsnetz in der heimischen Garage braucht es rund acht Stunden, bis wir für 200 Kilometer Energie getankt haben.

Während unserem Alltagstest mussten wir aber leider feststellen, dass diese Angabe recht unzuverlässig ist. Für den Arbeitsweg, den Wocheneinkauf und Familienbesuch legten wir knapp 50 Kilometer im Stadt- und Überlandverkehr zurück, am Ende des Tages zeigte das Display dann nur noch rund 95 Kilometer Reichweite an. Klar konnten wir der GTI-Tanknadel auch beim deutlichen Abfall zusehen, dennoch hat uns die Reichweitenangabe mehr Gefühl von Sicherheit und Präzision gegeben. Bleibt festzuhalten, dass Elektromobilität als Antriebsalternative für die Zukunft eine super Lösung sein könnte, auch wenn die fehlenden Motorengeräusche gewöhnungsbedürftig sind und sicher die ein oder andere Tücke im alltäglichen Straßenverkehr mit sich bringen.

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Irgendwo zwischen Kopf und Bauch

Leider besteht hier noch viel Handlungsbedarf seitens der Macher. Die Reichweitenangabe ist sehr unzuverlässig, dies bringt Unwohlsein mit sich. Wie verhält sich das Fahrzeug im Winter bei Dauerlicht und Heizung? Sicher ist der Verbrauch dann enorm höher und die tatsächliche Reichweite noch geringer. Als Fahrer eines Stromers muss man sich mit dem Fahrzeug und dessen Eigenschaften genau auseinandersetzen und „mit Köpfchen“ fahren, damit beispielsweise das Wiederaufladen durch Bremsen die Reichweitenschwankung auspendelt.

Der e-Golf hat in Sachen alternative Antriebe der Zukunft zwar überzeugt, dennoch kommt er nicht an die aufkochenden Emotionen im PS-starken Verbrenner ran. Jeder PS-Profi wird mit einem breiten Grinsen das Cockpit des Golf GTI verlassen, der Sound überzeugt, der Wagen geht – und er geht sogar sehr gut. Das lässt Herzen höherschlagen.

Technische Daten

VW Golf GTI Performance 2,0 TSI Fünftürige, fünfsitzige Limousine
Länge/Breite/Höhe/Radstand in Meter 4,36/1,80/1,48/2,63 Meter
Leergewicht 1.387 kg
Kofferraumvolumen 380 l
Tankinhalt 50 l.
Motor Reihenvierzylinder-Turbo
Hubraum 1.984 ccm
Leistung 180 kW/245 PS bei 5.000 bis 6.700 U/min
max. Drehmoment 350 Nm bei 1.600 bis 4.300 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Beschleunigung 0 – 100 km/h 6,2 s
Normverbrauch 6,6 l /100 km
CO2-Ausstoß 150 g/km
Sechsgang-Schaltgetriebe
Preis ab 32.475 Euro

 

Technische Daten

VW e-Golf Fünftürige, fünfsitzige Limousine
Länge/Breite/Höhe/Radstand in Meter 4,27/1,80/1,48/2,63 Meter
Leergewicht 1.615 kg
Kofferraumvolumen 340 l
Reichweite (NEFZ) 300 km
Antrieb 323 V Lithium-Ionen Batterie
max. Leistung 100 kW/136 PS bei 3.000 bis 12.000 U/min
max. Drehmoment 290 Nm bei 0 bis 3.000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 150 km/h (abgeregelt)
Beschleunigung 0-100 km/h 9,6 s
Normverbrauch 12,7 kWh auf 100 km
CO2-Emission 0 g/km
Batteriekapazität 35,8 kWh
Norm-Reichweite 300 km
Eingang-Automatik
Preis inklusive Akkus ab 35.900 Euro.

 

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