Der Höhenflug muss noch warten: Über Fords Rallye-Abenteuer in Jordanien

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Fords Rallye-Abenteuer in Jordanien: Strategiegespräch von Fords Rallye-Führungscrew mit (von links) Ian Slater, Malcolm Wilson, Gerald Quinn. Bilder

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Fords Rallye-Abenteuer in Jordanien: Teamchef Malcom Wilson. Bilder

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Fords Rallye-Abenteuer in Jordanien: Mit Wasserpfeife auf dem Kofferraum-Deckel. Bilder

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Fords Rallye-Abenteuer in Jordanien: Zaungäste an der Strecke. Bilder

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Fords Rallye-Abenteuer in Jordanien: Die Grenze ist scharf bewacht. Bilder

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Fords Rallye-Abenteuer in Jordanien: Hügelland an der Grenze zu Israel. Bilder

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Fords Rallye-Abenteuer in Jordanien: Hirvonens Focus RS. Bilder

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Fords Rallye-Abenteuer in Jordanien: Rallye-Publikum bei Jerash. Bilder

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Fords Rallye-Abenteuer in Jordanien: Jari-Matti Latvala mit Prinz Feisal. Bilder

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Fords Rallye-Abenteuer in Jordanien: Geht nach dem Bruch noch was? Bilder

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Fords Rallye-Abenteuer in Jordanien: Mikko Hirvonen ist enttäuscht. Bilder

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Fords Rallye-Abenteuer in Jordanien: Rallye-Ford auf der Strecke. Fotos Grebe Bilder

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Amman – Jordanien im Rallye-Fieber! Auf den Hauptstraßen zwischen der antiken Stadt Jerash im Norden und dem Toten Meer südlich der Hauptstadt Amman rast alle paar Minuten ein Rallye-Auto vorbei. Das Tempolimit wird hier eigentlich streng kontrolliert. Aber die Polizei drückt diesmal ein Auge zu. Bei Rallyes geht es schließlich um Sekunden.

Ein königlicher Sport

Jordanien, Gründonnerstag bis Ostersamstag. Im Königreich findet nach Schweden und Mexiko der dritte Wertungslauf der Rallye-Weltmeisterschaft 2010 statt. Vor zwei Jahren war Jordanien schon einmal Austragungsland des Championats. Kein Wunder: Prinz Feisal Al Hussein, Chef der jordanischen Rallye-Sportler, macht wie sein Königsbruder Abdullah und sein verstorbener Vater Hussein begeistert mit. Er ist, ob mit [foto id=“287209″ size=“small“ position=“right“][foto id=“287210″ size=“small“ position=“right“]Helikopter oder zu Fuß, an allen drei Tagen auf der Strecke unterwegs. An Ostern selbst ist das Spektakel aus religiösen Gründen wegen des islamischen Wochenendes schon wieder vorbei.

Nur noch zwei Werkteams

Die Krise in der Automobilindustrie ist der Grund dafür, dass nur noch zwei Werkteams an den Start gehen: Neben Citroën ist das Ford. Schon seit 70 Jahren engagiert sich die Marke mit dem Pflaumenoval in diesem Sport. 1999 ist das langjährige Escort-Siegerauto vom Focus RS ersetzt worden. Im nächsten Jahr soll es den Rallye-Fiesta geben, gebaut von M-Sport, einer mittelständischen Firma aus dem pittoresken englischen Lake District gebaut. Malcom Wilson, M-Sport-Gründer und Teamchef des BP Ford Abu Dhabi World Rallye Teams, wie es offiziell heißt, ist bereits in der 14. Saison verantwortlich für Fords Rallye-Aktivitäten. 20 Jahre saß Wilson selbst am Steuer eines Rallye-Wagens. Sohn Mathew pilotiert für den eigenen Privatrennstall Stobart-M-Sport einen Focus RS.

Bis zur letzten Schraube

In Jordanien ist ein rund 120 Mann starkes Team dabei. Auf Professionalität kommt es an. Bis zur letzten [foto id=“287211″ size=“small“ position=“left“]Schraube muss alles sitzen. Ford hat drei Fahrzeuge im Einsatz. Nur zwei dürfen jedoch laut Reglement um den Titel mitfahren. Es sind dies die von den Finnen Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen und Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila gesteuerten. Drei Fahrer mit je drei Beifahrern stehen unter Vertrag. 2008 lag Mikko Hirvonen in Jordanien am Ende ganz vorn. Ob es diesmal wieder so wird? „Bis dahin“, so der Finne am ersten Tag, „ist es noch ein langer Weg.“ Knapp 340 Kilometer Sand, Asphalt, Steine und Schotter.

Start Jerash, Ziel Totes Meer

Die verschiedenen Strecken führen von der uralten Stadt Jerash durchs Jordantal zu biblischen Stätten wie dem Berg Nebo oder Bethanien bis ans Tote Meer, das seinen Namen alle Ehre macht, indem es Jahr für Jahr entsprechenden Messungen zufolge um etwa einen Meter sinkt. Jerash gilt neben der Felsenstadt Petra als eines der beliebtesten Reiseziele im Land. Seit über 6500 Jahren durchgehend bewohnt, war hier eigentlich schon immer viel los, weil die Stadt genau auf halber Strecke des Handelswegs zwischen Petra und Damaskus liegt.

Weiter auf Seite 2: Von Moses bis Johannes; Mann gegen Mann; Straßenkehrer; Wiedersehen …

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Von Moses bis Johannes

Auf dem 740 Meter hohen Nebo soll Moses, der Verkünder der zehn Gebote, im Alter von 120 Jahren gestorben und beerdigt worden sein, nachdem er den biblischen Erzählungen nach die Israeliten aus Ägypten auf jahrelanger Wanderschaft ins gelobte Land geführt hat, wo angeblich Milch und Honig fließen. Vom Nebo-Gipfel erschließt sich ein herrliches Panorama ins weite Jordantal, das sich vom Toten Meer über Jericho bis nach Jerusalem erstreckt. Das Gebiet gegenüber von Jericho befindet sich so nah an der Grenze zu Israel, dass die [foto id=“287213″ size=“small“ position=“left“][foto id=“287214″ size=“small“ position=“left“]Armee erst nach den Friedensverträgen Mitte der 1990er-Jahre angefangen hat, es von Minen zu befreien. Seitdem sind Überreste von Kirchen, Kapellen, Höhlen, Taufbecken und Wasserzisternen freigelegt worden. Größter Fund war demnach die Taufstätte Jesu. In einem etwa zwei Kilometer langen Seitental des Jordans hat der in einer Höhle auf dem Elias-Hügel lebende Johannes angeblich den Gottessohn getauft.

Mann gegen Mann

Für Mikko Hirvonen bleibt kaum Zeit, sich mit alten Überlieferungen wie diesen zu beschäftigen. Er muss auf Citroëns Sebastian Loeb achten, der bereits sechs Jahre in Folge die Weltmeisterschaft gewonnen hat – aber im vergangenen Jahr immerhin nur mit einem einzigen Punkt vor dem Finnen. Es ist ein Rennen Mann gegen Mann, Team gegen Team. Kein Fehler wird verziehen. Am zweiten Tag passiert es dann doch: Hirvonen kommt seitlich vom Weg ab, trifft eine Fels und ein Vorderrad wird so stark beschädigt, dass das Auto nur noch zum Servicepark abtransportiert werden kann. Jetzt heißt es für Teamkollege Latvala, der am Vortag noch der Schnellste war, die Punkte für sein Team zu holen. Als derjenige, der die Straße für die Nachfolgenden quasi sauber macht, von Schotter und Steinen befreit, im englischen Rallye-Fachjargon „Roadsweeper“ genannt, verliert er allerdings wichtige Punkte und beendet den Tag an zweiter Stelle mit 28,1 Sekunden hinter Loeb.

Nachteil „Straßenkehrer“

Es wird spannend. Da Loeb am Samstag nun als Erster starten muss, ist Latvala zuversichtlich, da es nun eher [foto id=“287215″ size=“small“ position=“right“]seinem Konkurrenten Nachteile bringen könnte, die Strasse „kehren“ zu müssen. Doch Loebs Citroën-Teamkollege Oliger geht am nächsten Morgen überraschend als Erster auf die Strecke. Angeblich stimmt etwas mit der Elektrik in Loebs Auto nicht. Keine Chance für Latvala („Der Unterschied, ob du als Erster oder Zweiter startest, ist auf diesen Strecken riesig“), an seinem 25. Geburtstag den Rückstand noch aufzuholen. Die Jordanien-Rallye beendet Hirvonens Landsmann mit Copilot Anttila als Gesamtzweiter.

Wiedersehen in der Türkei

Aus dem Vorhaben, in den Tiefen der Jordanien-Rallye bei 21 Einzelprüfungen wieder zum Höhenflug anzusetzen, wurde nichts. Beim nächsten Wertunglauf in der Türkei sieht man sich wieder.

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