Der Streetscooter lernt laufen – Elektrisch auf kurzer Strecke

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Aachen, das ist bisher die Stadt der Printen, Karls des Großen und eines weltberühmten Reitturniers – und möglicherweise bald eine Hauptstadt der Elektromobilität. In einem bisher von dem Waggonhersteller Bombardier genutzten Werk werden demnächst zwei Versionen des an der Technischen Hochschule Aachen maßgeblich erdachten Streetscooter, einem günstigen Elektrofahrzeug für Kurzstrecken, produziert.

Am Anfang der Streetscooter-Entwicklung stand die Erkenntnis von Günther Schuh, Inhaber des Lehrstuhls für Produktionssystematik an der RWTH Aachen, dass „wir ein preisgünstiges E-Fahrzeug benötigen, weil die Menschen nicht bereit sind, für elektrische Mobilität mehr zu bezahlen als sie es für herkömmliche Fahrzeuge gewohnt sind.“ Die Idee des günstigen E-Mobils für Kurzstrecken begründete gleich ein vollkommen neues Segment: das sogenannte Short Distance Vehicle (SDV), von dem sich die Verantwortlichen eine Innovation auf dem Automarkt versprechen. Im Mai 2011 wurde das „Concept Zeitgeist“ zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt, und im Herbst folgte der erste Prototyp des Streetscooter auf der IAA in Frankfurt.  

Den Auftakt in die Fertigung machen zunächst 50 Nutzfahrzeuge für die Deutsche Post, im kommenden Jahr soll die eigentliche Serienproduktion folgen. Von 2015 an wird in Aachen auch ein Kleinwagen entstehen. „Wir arbeiten zurzeit mit Handwerkskammern zusammen, um den Streetscooter bei Handwerkern anzubieten“, erklärt eine Unternehmenssprecherin. Zunächst sind rund 3.000 Einheiten pro Jahr geplant, bis zum Jahr 2020 soll die Fertigung auf 10.000 Exemplare pro Jahr steigen. Im ersten Schritt werden beide Modelle ausschließlich an Flottenkunden abgegeben, erst später auch an Privatkunden. Vor allem die Pflegedienste der Kirchen sind an dem E-Mobil interessiert.

Über den Preis schweigen sich die Verantwortlichen noch aus. „Wir haben vor Jahren einmal 5.000 Euro gesagt und diese Zahl verfolgt uns noch heute“, begründet die Sprecherin die Zurückhaltung. „Wie viel die Kunden zahlen müssen, hängt vor allem von den unterschiedlichen individuellen Anforderungen und technischen Ausstattungen ab.“ Auf jeden Fall aber deutlich mehr als 5.000 Euro.

Angetrieben wird die immerhin 4,6 Meter lange Nutzfahrzeugversion „Work“ mit einem Ladevolumen von vier Kubikmetern von einem 30 kW/41 PS starken Asynchronmotor der das Fahrzeug auf eine elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h beschleunigt. Je nach Batteriebestückung ist eine individuell anpassbare Reichweite von 40, 80 oder 120 Kilometern möglich. Als Energiespeicher dienen im Unterboden montierte Lithium-Ionen-Akkus. Das Laden ist an jeder Steckdose mit 230 Volt möglich. Die Version Compact bietet mit maximal 105 km/h etwas mehr Dynamik. Ansonsten sind die technischen Daten identisch.

Bleibt den Verantwortlichen nur zu wünschen, dass sie mit der Produktion mehr Erfolg haben als mit der Wahl ihres Sportpartners. Im Januar stiegen sie bei Alemannia Aachen als Trikotsponsor ein – inzwischen ist der Fußballverein abgestiegen.

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