Deutsche Gebrauchtwagen stehen zu lange

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Nach einer Studie des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) und der Dekra brauchen deutsche Fabrikatshändler von Gebrauchtwagen teils doppelt so lange für den Verkauf, wie manche europäische Kollegen. Durchschnittlich 110 Tage verbringt ein gebrauchtes Autos in Deutschland beim Händler, bevor es einen neuen Besitzer findet. Die britischen Kollegen werden den Zahlen zufolge die Fahrzeuge schon nach 45 Tagen wieder los, die niederländischen nach 77 Tagen.

Im Resümee der Studie ist von Restwertrisiken in Höhe von mehr als 1,6 Milliarden in den nächsten zwei Jahren die Rede, die folgenden Drohverluste könnten zum Existenzrisiko für viele Händler werden. Für den Leiter der Studie, Willi Diez, ist das bisherige Vermarktungsmodell für Gebrauchtwagen am Ende.

Er führt den internationalen Unterschied der Standzeiten laut „Autohaus online“ auf nicht optimierte Prozesse von der Hereinnahme bis zum Verkauf zurück, bemängelt die fehlende abteilungsbezogene Abrechnung von Erlösen und Kosten. Zudem sei die Trennung zum Neuwagenbereich zu schlecht organisiert und filialisierte Händler seien zu dezentralisiert aufgestellt. Bei Leasingfahrzeugen im Premiumbereich sollte schon vor dem Leasing klar sein, wie die anschließende Vermarktung aussehen soll, was vor allem die Automobilhersteller international organisieren müssten.

Fehlende Optimierung oder reine Bequemlichkeit?

Es ist aber auch Kritik am Vorgehen der Händler selbst zu vernehmen. Demnach würden diese Wagen lieber bequem zu günstigen in den freien Handel abgegeben, als das wenig lohnende Geschäftsfeld im eigenen Haus zu beackern, sagt zum Beispiel Unternehmensberater Hans Kirschenhofer. Die freien Händler würden mit der Zeit die Preise diktieren und so wiederum Einfluss auf die Händlerpreise nehmen – Stichwort Rabatte. In der Folge würden das Autohaus ebenso wie Lager und Werkstatt an Umsätzen verlieren, da die Fahrzeuge anderswo repariert und gewartet würden.

Das IFA rechnet für 2010 mit einem insgesamt stabilen Gebrauchtwagenmarkt im Vergleich zu 2009, gestützt durch ein insgesamt niedriges Preisniveau. Im vergangenen Jahr waren die Preise um 3,1 Prozent gesunken, der Gebrauchtwagenmarkt büßte zum vierten Mail in Folge ein.

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