Die roten Porsche vom Bodensee kommen heim
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Sie scheint eine Sucht zu sein, die Fahrt auf einem Porsche-Diesel. Wenn die Fahrzeuge vom Donnerstag, 3. Juni, bis Sonntag,6. Juni 2010, wieder zur Klassikwelt Bodensee rollen, lassen es sich ihre Besitzer selten nehmen, selbst am Lenkrad zu sitzen.

„60 Jahre Porsche-Traktoren am Bodensee“

So auch Josef Meschenmoser aus Meckenbeuren, der am liebsten mit Ehefrau Annemarie an sonnigen Sonntagen auf dem 1961 gebauten „Standard Star“ mit 30 Pferdestärken über Land fährt. Mit 50 Traktoren will die „Interessengemeinschaft der Allgaier-Porsche Freunde Bodensee“ zur Oldtimer-Messe einfahren und in der Sonderschau „60 Jahre Porsche-Traktoren am Bodensee“ an ihre Geschichte erinnern.

Keimzelle der Porsche-Traktoren

Die Keimzelle der Porsche-Traktoren liegt bei Austro-Daimler in Wiener Neustadt, hat Manfred Krämer, Vorsitzender der Allgaier-Porsche Freunde, recherchiert. Dort arbeiteten [foto id=“298841″ size=“small“ position=“right“]Ferdinand Porsche und Karl Rabe bereits im Jahr 1917 an einem zweirädrigen Vorspannschlepper für die Landwirtschaft. 1938 wurde das Konstruktionsbüro Porsche in Stuttgart mit der Entwicklung des Volksschleppers beauftragt.

Ähnlich dem Volkswagen sollte diese Zugmaschine in einem eigenen Werk gebaut werden. Doch der Aufbau eines Traktorenwerkes scheiterte in den Kriegsjahren. Stattdessen folgte 1950 die Markteinführung des Volksschleppers als Allgaier Typ AP 17 „System Porsche“ durch Erwin Allgaier aus dem württembergischen Uhingen. Weil es dort nicht genug Arbeitskräfte gab, erwarb Allgaier das teilweise durch den Krieg zerstörte ehemalige Dornier-Werksgelände in Friedrichshafen-Manzell direkt am Bodensee. Dort fand 1950 der Porsche Volksschlepper seine Heimat.

Schon am 10. Juli 1950 wurde der erste AP-17 Schlepper aus der behelfsmäßig zur Werkstatt umgebauten ehemaligen Dornier-Kantine gefahren. Getestet wurde er auf dem mit Bombentrichtern übersäten Werksgelände. Weitere 35 000 luftgekühlte „System Porsche“ Schlepper wurden in den teilweise wieder aufgebauten Hallen in Manzell gebaut. 1956 wurde die Allgaier Maschinenbau GmbH Friedrichshafen in die Porsche-Diesel Motorenbau GmbH umgewandelt. Hauptanteilseigner war der Mannesmann-Konzern. Allgaier hatte sich entschlossen, den Schlepper- und Motorenbau aus dem Fertigungsbereich auszugliedern, um sich in Uhingen ganz auf den Werkzeugbau zu konzentrieren. [foto id=“298842″ size=“small“ position=“left“]Porsche Diesel begann mit der Zielsetzung, am Bodensee moderne Schlepper in Großserie zu fertigen und baute dafür auf dem Werksgelände ein Schlepperwerk nach den neuesten Erkenntnissen der Produktionstechnik.

Ferry Porsche konstruierte und entwickelte zusammen mit Karl Rabe, dem Chefkonstrukteur der Porsche KG, die Schlepper und Motoren für Porsche-Diesel weiter. Das Programm bestand aus den roten Schleppern der Typen „Junior“, „Standard“, „Super“ und „Master“. Bald darauf, im Oktober 1958, beauftragten Ferry Porsche und Karl Rabe den jungen Ingenieur Paul Hensler mit der Entwicklung neuer Motoren und Schlepper, die schon 1962 zum Einsatz kamen.

Doch Anfang 1960 brach der Absatz ein, und so wurden 1963 die Fertigungshallen in Friedrichshafen für Porsche-Schlepper geschlossen. Dafür fuhren die Zuffenhausener Sportwagen vom Typ 911 mehr und mehr ins Rampenlicht des Erfolgs. Porsche-Diesel-Schlepper, die Zugpferde vom Bodensee, gerieten immer mehr in Vergessenheit.

Neu entdeckt

Neu entdeckt wurden die Porsche-Schlepper vor gut einem Jahrzehnt. Sie stehen inzwischen bei Oldtimerfreunden in der Beliebtheitsskala ganz oben. Sie zu fahren „macht einfach Spaß“, gibt Josef Meschenmoser die Stimmung unter Seinesgleichen wieder. Viele Porsche-Freunde komplettieren mit den roten Raritäten ihre Sammlung. Wer einen Porsche-Diesel fährt, hat oft noch einen schnellen Porsche in der Garage – oder umgekehrt.

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