Aktuelle Studie

Diesel-Schock: Wie wäre es ohne Steuervorteile?
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Diesel-Fahrer haben es wahrlich nicht leicht in Deutschland. Angesichts der Abgas-Affäre stehen sie im Kollektiv als Umweltsünder am Pranger. Zudem sitzt ihnen die Angst eines Fahrverbots in den Großstädten im Nacken. Und jetzt sollen ihnen auch noch sämtliche Steuervorteile an der Zapfsäule gestrichen werden. Das jedenfalls ist das Fazit einer aktuellen Studie.

20 Cent Diesel-Preisanstieg bei Wegfall der Steuervorteile

Und Schuld daran sind offenbar die Diesel-Fahrer selber, da sie laut Studie deutlich sensibler auf Preiserhöhungen an der Tankstelle reagieren als bisher angenommen. Angeblich würden sie bei einem Preisanstieg von 20 Cent pro Liter im Schnitt etwa 14 Prozent weniger tanken. Und genau um 20 Cent würde sich nach aktuellen Berechnungen der Kraftstoff für Diesel-Fahrer nach dem Wegfall der Steuervorteile verteuern. Hintergrund für das auf den ersten Blick etwas weit hergeholte Rechenbeispiel ist der Umweltgedanke: Denn auf diese Art könnten die CO2-Emissionen und der Ausstoß von Stickoxiden (NOX) innerhalb von fünf Jahren in Deutschland um etwa 10 Prozent gesenkt werden, wie aus der Studie unter der Leitung des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) hervorgeht.

"Wenn die Verkehrswende mit Elektroautos in Gang kommt, sind Probleme mit Dieselautos nicht einfach gestoppt. Auf dem Land und für den Fernverkehr blieben sie weiter attraktiv, denn weniger Spritnachfrage führt zu einem Preisverfall, was eine höhere Nachfrage nach Diesel nach sich ziehen kann", erklärt der MCC-Wissenschaftler Nicolas Koch, der die Studie betreut hat. Seine Schlussfolgerung: Weil gerade Dieselfahrzeuge meist von Firmen genutzt würden, die besonders empfindlich auf die Preise an der Zapfsäule reagieren, läge hier auch ein hervorragender Ansatzpunkt für die Politik, um eine Verhaltensänderung anzustoßen.

Und noch eine Rechnung: Durch eine komplette Streichung der EU-Steuervorteile für Dieselkraftstoffe würden nach Ansicht der Wissenschaftler sogar die EU-Klimaschutzziele für 2020 wieder in greifbare Nähe rücken. "Klima- und umweltpolitisch gibt es eigentlich keinen Grund für die Privilegien des Diesels - pro Liter ist er deutlich schmutziger als ein Benziner", behauptet Forscherin Anne Zimmer. Aber da gehen die Meinungen auseinander. Denn andere Studien zeigen auch, dass neue Diesel-Fahrzeuge noch nie so sauber waren wie heute. Das ändert aber nichts daran, dass Diesel-Fahrer in diesen turbulenten Tagen keine weiße Weste oder gar ein reines Gewissen haben dürften. Und warum? Ganz einfach: Das allgemeine Diesel-Bashing wird ganz sicher nicht verstummen - auch nach dem Wahlkampf.

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