Diskussionen um den Einheitsreifen: Dafür, dagegen und ganz woanders
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(motorsport-magazin.com) Seitdem das Reifenmonopol für 2009 beschlossene Sache ist, wird beinahe noch mehr darüber diskutiert als davor und die Meinungen gehen dabei in die verschiedensten Richtungen. Ein Feind der Entscheidung zum Wechsel auf nur einen Reifenhersteller ist Valentino Rossis Crewchief Jeremy Burgess, dessen Schützling bereits seit dem Vorjahr pro Einheitsreifen war. "Ich bin dagegen, dies ist eine Prototypen-WM und man braucht so viele Prototypen-Faktoren wie es geht, um diese Dinge voran zu bringen. Wenn das hinunter geschraubt wird, könnten wir sehr leicht als Pseudo-Superbike-Meisterschaft enden", meinte er.

Er sah aber noch eine Möglichkeit, wie man auch bei einem Reifenmonopol weiter ein gewisses Maß an Individualität halten kann. "Wir hatten eigentlich schon zuvor einmal nur eine Marke. Mitte der 90er war Michelin eigentlich alleine, aber es gab damals Reifen, die Mick Doohan fuhr und die nicht viele Andere fahren konnten. Was wir brauchen, ist eine Regel für einen Hersteller aber mit Wahlmöglichkeiten." Burgess glaubte aber generell nicht, dass sich durch den Wechsel auf einen Reifenhersteller viel ändern wird, denn seiner Meinung nach werden die Besten immer vorne sein und das werden für den Crewchief auch weiter Rosso, Casey Stoner, Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo sein. "Was ich wirklich gerne wissen will, ist der Grund für diese Änderung. Denn das aufregendste Racing in Motegi war sicher der Kampf zwischen Lorenzo und Pedrosa auf unterschiedlichen Marken."

Ezpeleta betont weiter den Sicherheitsaspekt

Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta scheint diese Momentaufnahme von Motegi aber egal zu sein, denn er verteidigte das Monopol mit dem Thema Sicherheit. "Wir müssen die Kurvengeschwindigkeiten reduzieren, denn die 800er-Maschinen erreichen besorgniserregende Niveaus. Wir können die Strecken nicht ändern oder die Auslaufzonen weiter vergrößern. Deswegen müssen wir die Kurvengeschwindigkeit der Maschinen reduzieren. Ohne den Wettbewerb durch die Hersteller wird sich die Entwicklung verlangsamen und dadurch wird die Leistung der Maschine geringer. Dadurch werden auch die Entwicklungskosten kleiner", sagte Ezpeleta dem Magazin Motosprint.

Wer die Ausschreibung gewinnen wird, konnte er nicht sagen, betonte aber, dass es ein Unternehmen mit viel Erfahrung in der Klasse sein dürfte. "Die Ausschreibung ist öffentlich, also auch offen für jeden. Der Vorschlag wird sich nicht um Geld drehen, denn die Lieferung muss kostenlos erfolgen. Stattdessen muss drinstehen, wie viele Reifen man liefern will, welche Art und solche Dinge", meinte der Dorna-Chef.

Die Bridgestone-Kunden sehen keine Schuld bei sich

Derweil will sich Kawasaki nicht den schwarzen Peter dafür zuschieben lassen, dass es überhaupt soweit gekommen ist. Denn es heißt nach wie vor, dass Michelin durch Ducati 2008 bereits fünf Motorräder ausgerüstet hätte und wenn Kawasaki seine drei Maschinen auch noch auf französische Gummis gestellt hätte, wäre es im Wettbewerb weitergegangen. Doch Michael Bartholemy betonte, dass man lange diskutiert und sich zum Verbleib bei Bridgestone entschieden habe. "Wir haben uns die Möglichkeit eines Wechsels angesehen, aber die Entscheidung in nur einem Tag zu treffen, das war zu kurz."

Da man selbst seit 2004 bei Bridgestone sei, habe er es auch nicht für richtig empfunden, nur zu wechseln, weil andere auf einmal Bridgestone wollen. "Ich denke, die Leute sollten eher HRC oder Fiat Yamaha infrage stellen, denn sie sind die Teams, die zu Bridgestone gegangen sind und das hat Probleme im System verursacht", war der Competition Manager deutlich und meinte noch, dass Ducati sogar weiter von einer Einigung mit Michelin weg war als sein Team.

Suzuki musste betonen, dass man selbst nie darüber nachgedacht habe, zu Michelin zu gehen und damit das Reifenmonopol zu verhindern. "Die Beziehung von Suzuki zu Bridgestone ist so stark, dass es für uns nicht viel Sinn gemacht hätte, zu wechseln. Wir haben auch das Gefühl, dass wir technisch auf der Strecke von Bridgestone sehr gut betreut werden", erklärte Suzuki Team Manager Paul Denning den Motorcycle News dazu.

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