Ducati XDiavel

Ducati XDiavel: Powercruiser all’arrabbiata
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Mit breiten Walzen, vorverlegten Fußrasten und ordentlich Schubkraft soll Ducatis neuer Cruiser die Highways dieser Welt erobern: "XDiavel" nennen die Italiener den brandneuen Ableger ihres Dampfhammers Diavel. Das X steht für Crossover, denn die jüngste Ducati vereint die Power ihres neu entwickelten V2-Motors mit der Gelassenheit typischer Cruiser-Motorräder. Sie eignet sich ebenso für den entspannten Ritt auf der dicken Drehmomentwelle wie für die beschwingte Kurvenjagd und ist eine direkte Kampfansage an Harley-Davidson & Co.
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Ducati XDiavel S

Neben dem Basismodell gibt es ab Ende Februar die edler und umfangreicher ausgestattete XDiavel S. Die Preise betragen 19.890 Euro bzw. 22.890 Euro. Die Zauberformel der neuen XDiavel lautet: 5.000 - 60 - 40: Bei 5.000/min liegt das maximale Drehmoment von 128,9 Nm an, 60 ergonomische Kombinationen sind zur Anpassung an unterschiedliche Fahrertypen möglich, und 40 Grad Schräglage machen den immerhin 247 kg schweren Brocken zum überraschend agilen Kurvengerät. Das und die 115 kW/156 PS Leistung sorgen jederzeit für erhabenen Vortrieb. Mit der 5.000er Marke für die maximalen Newtonmeter bewegt sich die Italienerin zwar nicht gerade im Drehzahlkeller, aber für einen 90 Grad-Vau aus Borgo Panigale kommt diese Kraftentfaltung ungewöhnlich früh. Hintergrund: Die Drehmoment-Kurve der XDiavel gleicht einem Bergmassiv mit zwei Gipfeln. Neben der Höchstmarke gibt es einen zweiten Höhepunkt bei etwa 6.250/min. Die Maximale Leistung wiederum gibt der neue 90-Grad-V2 in Sportbike-Manier erst bei 9.500/min ab. Flach und lang muss ein Cruiser sein. Deshalb hat sich die XDiavel gegenüber der bereits elendlangen Diavel um weitere drei Zentimeter gestreckt. Trotz über 1,60 m Radstand lässt sich das temperamentvolle Dickeisen erstaunlich flink durch Kurven zirkeln. Zum wahren Cruiser machen die neue Power-Duc vor allem zwei Faktoren: Die betont entspannte Sitzposition mit nach vorn verlegten Fußrasten und die ebenfalls zu Entspannung beitragende variable Kraftentfaltung. Während die Diavel ihre 130,5 Nm erst bei 8.000/min auf die Kette wuchtet, gibt die neue XDiavel fast ebenso viel ans Hinterrad ab - allerdings als typischer Cruiser und als erste Ducati über einen wartungsarmen Zahnriemen, der die Motorkraft spürbar geschmeidig überträgt.
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Der Motor

Der „Testastretta DVT 1262“ ist ein völlig neu entwickelter 90 Grad-V-Motor mit Zwangs-Ventilsteuerung. Das Ducati-eigene, variable Desmodromik-System ist neben 62 ccm zusätzlichem Hubraum vor allem für den spürbar gesteigerten Druck verantwortlich. Die Ducati-Entwickler wollten ihrem jüngsten guten Stück nicht nur Druck, sondern auch Temperament antrainieren. Und das ist ihnen voll gelungen, denn absolut quirlig eilt der Testastretta auch höheren Drehzahl-Regionen entgegen. Je nach Einsatzgebiet und Laune des Fahrers sind drei verschiedene Motor-Mappings anwählbar: Sport, Touring und Urban. Die Auswahl geschieht nach wie vor etwas umständlich, allerdings gewöhnt man sch daran. Das Sechsgang-Getriebe lässt sich leicht und präzise schalten und erhöht nochmals den Fahrspaß.

Besonders lobenswert am Konzept der XDiavel: Die weit nach vorn verlegten Fußrasten sind ab Werk nach vorn und hinten verstellbar. Weitere Variabilität bringen vier verschiedene Sitzbänke und drei unterschiedliche Lenkerpositionen. Dadurch lässt sich der Italo-Kraftprotz individuell auch auf extreme Körpermaße einstellen. Stefano Tarabusi, Produktmanager der XDiavel, betont: „Damit sitzt unser Cruiser für unterschiedliche Figuren wie ein Maßanzug.“ Recht hat er: Der Autor mit zwei Metern Körpergröße kam bei ersten Testfahrten rund um San Diego im Sattel der XDiavel sehr gut zurecht, ein kaum mehr als 1,70 Meter großer Kollege ebenso.

Ausstattung

Die XDiavel hat auch reichlich Elektronik an Bord: Komplett abschaltbares Kurven-ABS von Bosch ist ebenso serienmäßig wie die achtstufige Traktionskontrolle DTC. Zwei 17 Zoll-Räder fallen hinten in 240er-Dimension sehr breit, vorn als 120er relativ zurückhaltend aus. Nach dem Vorbild der für Länge und Gewicht erstaunlich flinken Diavel tänzelt auch die XDiavel relativ spielerisch über die kurvigen Bergstraßen im südkalifornischen Hinterland. Dimension und Charakter der Pirelli Diablo Rosso II-Reifen unterstützen diese Charakter-Eigenschaft des neuen Cruisers. Die beiden Gummiwalzen kleben wie Tapetenkleister auf dem Asphalt. Allerdings ist der dicke Hinterreifen kaum abgedeckt. Das sieht zwar lässig aus, schleudert aber Regennässe oder Rollsplit nach oben.

Bei dem Erstkontakt im Hinterland von San Diego überzeugte die XDiavel auf ganzer Linie. Im Kurvengewirr der Interstate 94 nahe Mexiko überzeugte sie durch eine einzigartige Kombination aus agilem Handling und relaxten Cruiser-Tugenden. Gipfel ihrer Impulsivität: Eine dreistufige Launch Control weckt sogar den Dragster in der XDiavel und sorgt für bestmögliche Beschleunigung aus dem Stand. Spätestens damit geht der neuartige italienische Powercruiser extrem rabiat zur Sache. Das macht ihn zur besonders scharfen Alternative unter den Cruisern dieser Welt. Gut möglich, dass schon bald in einigen Garagen ein Schild abgehängt wird, auf dem bisher zu lesen war: „Harley Parking Only.“

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Technische Daten Ducati XDiavel

Motor: flüssigkeitsgekühlter Testastretta-V2-Motor, vier desmodromisch gesteuerte Ventile je Zylinder
Hubraum: 1.262 ccm
max. Leistung: 114,7 kW/156 PS bei 9.500/min
max. Drehmoment: 128,9 Nm bei 5.000/min
Kraftübertragung: Sechsgang-Getriebe
Rahmen: Stahl-Gitterrohrrahmen, Aluminiumguss-Einarmschwinge mit Gitterrohrverstärkung
Fahrwerk: einstellbare Upside-Down-Gabel 50 mm vorn, einstellbares Mono-Federbein hinten
Bremsen: Doppelscheibenbremse mit 320 mm vorn, Einscheibenbremse mit 265 mm hinten, Bosch Kurven-ABS serienmäßig
Reifen: vorn: Pirelli Diablo Rosso II, 120/70 ZR17, hinten: Pirelli Diablo Rosso II 240/45 ZR17
Sitzhöhe: 755 mm
Radstand: 1.615 mm
Tankinhalt: 18 l
Gewicht fahrfertig: 247 kg
Durchschnittsverbrauch laut Homologation: 5,3 l/100 km
Preis: ab 19.890 Euro

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