Forester

Erste Fahrt im Subaru Forester Lineartronic – Probier’s mal mit Gemütlichkeit
Mit 25 Grad ist der Böschungswinkel vorne sowie hinten ausreichend. Bilder

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Der Forester hat ordentlich Platz. Bis zu 1.592 Litern fast sein variabler Gepäckraum Bilder

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Dank einer Berganfahrhilfe kommen auch Anfänger mit dem Forester im Gelände zurecht. Bilder

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Eine Bodenfreiheit von 220 Milimetern sichert ein Durchkommen auch bei ausgefahrenen Pisten. Bilder

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Auf schlammigen Feldwegen ist der Subaru Forester in seinem Element. Bilder

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Das neue Navigationssystem bietet bestenfalls durchschnittlichen Komfort. Bilder

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Der Boxermotor erlaubt Subaru einen besonders tiefen Einbau im Motorraum Ideal für eine gute Straßenlage. Bilder

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Der Justy war 1987 der erste Subaru mit einem CVT Getriebe. Bilder

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Keine Frage, der Subaru Forester ist die letzte Bastion des ursprünglichen Autofahrens. Frei von Assistenzsystemen, die am Lenkrad zerren, in Aussenspiegeln blinken und die Distanz zum Vordermann regeln, rollt das eckige Fünftürer SUV in dritter Generation seit 2008 zu den Kunden. Ein permanenter Allradantrieb sichert das Durchkommen und eine robuste Inneneinrichtung verzeiht so manchen derben Off Road Einsatz. Die Rechnung scheint aufzugehen, denn die Kundennachfrage ist stabil und eigentlich wären die Abnehmer auch seit der Einführung des 2,0 Liter Boxer Dieselmotors wunschlos glücklich, wäre da nicht eine Lücke im Modellprogramm. Eine Kombination des Selbstzünders mit einem Automatikgetriebe konnte bislang nicht bestellt werden.
Im Subaru geht simple Funktionalität vor schicker Effekthascherei. So bleibt die Bedienung schön übersichtlich.

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Automatik nach Subaru Art

Doch Subaru wäre nicht Subaru, wenn die Japaner auf ein herkömmliches Automatikgetriebe zurückgreifen würden, schließlich verfechtet man mit dem fahrdynamisch günstigen Boxermotor seit Jahrzehnten den Ruf des automobilen Sonderlings. Ein stufenloses CVT-Getriebe soll es da schon sein. Eines, wie es bislang auch schon in anderen Subaru Allradmodellen zum Einsatz kommt. Stufenlos ändert es ohne Zugkraftunterbrechnung die Übersetzug und bietet so Vorteile bei Komfort und Verbrauch. Neu ist diese Getriebeart für Subaru nicht, doch verlangte die Kombination mit dem Drehmoment starken (350 Nm) Dieselmotor den Ingenieuren des Zulieferers LUK (gehört zur Schaeffler-Gruppe) einiges an Detailänderungen an dem Getriebe ab. Am Ende der Entwicklung bietet der Automat neben einen permanenten Allradantrieb und der Möglichkeit des manuellen Eingriffs in die Gangwahl via Schaltpaddel auch eine dem Schaltgetriebe stark angenäherte Spreizung des Übersetzungsverhältnisses. Eine Tatsache, die mit einem herkömmlichen Wandlerautomaten nur schwer zu realisieren gewesen wäre. Theoretisch wäre daneben auch noch der Einbau eines Elektromoduls zur Hybridisierung des Forester möglich gewesen, aber darauf verzichtete Subaru.
In der Bedienung unterscheidet sich die Lineartronic nicht von herkömmlichen Automatikgetrieben.

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Eile mit Weile

Ein 2,0 Liter Dieselmotor, eine schwere (1.615 kg) Karosserie, dazu Allradantrieb und Automatik versprechen schon auf dem Papier keine Sportwagen Fahrleistungen, doch der erste Kontakt mit dem Forester Diesel im Stadtverkehr macht Hoffnung. Der Common Rail Boxer zieht nach Überwinden eines kleinen Drehmomenttiefs locker hoch, die Automatik spielt prima mit und der Forester 2.0 D schwimmt komfortabel im Verkehr mit. Nach kurzer Übung „lernt“ der Fahrer mit dem Getriebe zusammenzuarbeiten, indem er mit wenig Gaseinsatz die Fuhre am Laufen zu hält. Vorrausschauende Fahrweise unterstützt diesen komfortablen Antrieb. Wer hingegen hektisch auf dem Gaspedal herumtrampelt bekommt bereits bei niedrigen Tempi einen ersten Eindruck, von dem, was ihn auf Landstraßen und Autobahnen erwartet. Der Subaru weist ab 100 km/h nämlich jegliches Ansinnen des Fahrers auf dynamischen Fahrspaß entrüstet in die Schranken. So scheitern etwa Überholvorgänge auf der Landstraße daran, dass der Automat zwar zurückschaltet, den Motor aber in Drehzahlregionen führt, in dem es mit der herrlichen Pracht von Leistung und Drehmoment schon lange wieder vorbei ist. Die herrscht nämlich nur in einem ungewöhnlich kleinem Fenster zwischen 1.600 bis 2.400 U/min, danach geht dem Boxer die Puste aus und er schnauft nur noch lautstark vor sich hin, ohne das es wirklich voran geht. Beim Abtouren wird das Klagen aus dem Motorraum noch durch das Heulen des Turboladers untermalt- eine eher rustikale Geräuschkulisse.

Geduld

Geduld ist also das Zauberwort im Subaru und schon stellt sich tritt Harmonie ein. Mit etwas Zurückhaltung am Gaspedal erreicht der Subaru früher oder später nämlich auch ein angenehmes Autobahntempo (Spitze 188 km/h), verbraucht dabei nicht übermäßig viel (Testverbrauch rund 7,0 Liter Diesel) und irritiert auch nicht mit ungebührlichem Lärm in der Kabine. Die erfuhr, ausser dem Einbau eines neues Navigationsgerät mit schlecht entspiegeltem 7-Zoll Bildschirm und rudimentär vorhandener App-Implementierung, keine weiteren Änderrungen zum Vorjahresmodell. Ein Umstand, den der treue Subaru Kunde begrüßen dürfte, genießt er doch schon seit Jahren die Abwesenheit der anderswo als unverzichtbar geltenden „ich seh alles“ Systeme. Und wo wir schon gerade beim Thema Zeit sind, sei nicht verschwiegen, dass auch der elektrische Antrieb der Heckklappe sich nur ungern beeilt- Schade, vor allem wenn es in Strömen gießt und man eigentlich schnell die Einkaufstüten verladen möchte. Weniger Geduld braucht der Subaru Kunde hingegen, wenn es um die Lieferung des Diesel Forester mit Lineartronic geht. Die Autos sind nämlich ab dem 28.03. im Handel und je nach Ausführung kurzfristig lieferbar. Da ist Subaru dann doch ganz fix.
Auf Landstraßen fühlt sich der Forester Diesel Lineartronic wohl- solange nicht überholt werden soll.

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Fazit

Gemessen mit den Ansprüchen der hektischen TDI und DSG-Fraktion ist der Forester mit Dieselmotor und Lineartronic ein Fall für das Museum. Dennoch hat diese Version ihre ganz eigenen Reize und entschleunigt den Alltag auf eine angenehme Weise. Darüber hinaus ist und bleibt er ein Typ mit Ecken und Kanten.

Pro: Übersichtliche und gut verarbeitete Karosserie mit großem Platzangebot, gut funktionierendes CVT-Getriebe, gute Gelände- und Fahreigenschaften, hohe Anhängelast.
Contra: nur mäßige Fahrleistungen, mechanisch rauer Motorlauf, unglückliche Motor/Getriebe Abstimmung, wenig Individualisierungsmöglichkeiten, hoher Preis.

 Technische Daten Subaru Forester 2,0D Lineartronic

Maße und Gewichte
Länge/Breite/Höhe: 4,59/1,95/1,75 m
Radstand: 2,64 m
Wendekreis: 11,4 m
Leergewicht: ab 1.615 kg
Zuladung: 465 kg
Anhängelast (gebr./12 %): 2.000 kg
Kofferraumvolumen: 505-1.592 l
Tankinhalt: 60 l
Antrieb
Motor Diesel 2,0 D Lineartronic Allradantrieb
Leistung: 108 kw/147 PS
max. Drehmoment: 350 Nm bei 1.600-2.400/min
0–100 km/h: 9,9 s
vMax: 188 km/h
Testverbrauch: 7,0 l/100 km
Verbrauch (Werksangaben): 6,1 l/100 km
CO2-Ausstoß (Werksangabe): 158 g/km
Effizienzklasse: C
Preis: ab 32.200 Euro

 

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paule

Oktober 31, 2015 um 3:38 pm Uhr

Wir haben de Subaru nun ein halbes Jahr/15.000 km und sin sehr zufrieden. Besonders gut harmoniert der Diesel mit der Lineartronik! So zügig kam auch mein Mercedes V6 mit 204 Ps nicht vom start weg, man darf das Gaspedal nur streicheln. Das Auto hat jedenfalls den besten Antritt von all unseren Dieselfahrzeugen.
Vielleicht gab es gehenüber dem Testwagen eine neue Getriebeabstimmung? Wir sind jedenfalls rundum zufrieden.

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