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Fahrbericht Citroen C 2 Sensodrive und Sportversion VTS: Stadt- und Sportwagen für Singles

Diese Singles sollen laut Citroen-Pressetext die typischen C 2 Fahrerinnen und Fahrer sein. Der freundliche Vorschlag zeugt von Realitätssinn. Auf die hinteren Sitze sollten Erwachsene sich nur in Notfällen setzen, zumal das Einsteigen nicht ganz einfach vonstatten geht, denn das Auto ist ein Zweitürer mit Heckklappe.
Citroen C2. Foto: Auto-Reporter/Citroen
Wer vorne Platz nimmt kann aber zufrieden sein. Die Sitze sind weich gepolstert und bequem und alle zum Fahren notwendigen Tätigkeiten sind komfortabel zu bewältigen. Die korrekte Sitzposition mit der Lenkradstellung in Einklang zu bringen ist allerdings nicht ganz einfach, weil die Verstellmöglichkeiten des Lenkrades begrenzt sind. Schiebt man das Gestühl ganz zurück, sitzt man anschließend aufrecht wie der König auf seinem Thron, eine Memory-Funktion fehlt.
Unser Auto bot eine kontrastreiche Innenausstattung. Die schwarzen Sitze hatten orangefarbene Einfassungen und die gleiche Farbkombination schmückte die Türverkleidungen. Das Tachometer zeigt, wie bei dieser Marke üblich, die Geschwindigkeit digital an. Oben im halbrunden Rand des Instruments markiert ein beweglicher roter Leuchtpunkt die Drehzahl – ungewöhnlich und doch gut ablesbar. Alle Hebel, Knöpfe und Schalter sind auf einen Blick zu identifizieren und ihre Bedienung gibt keine Rätsel auf.
Das "Sensodrive" genannte automatische Getriebe erinnert beim Losfahren an die selige Ente. Wie bei diesem Oldtimer legt man die Fahrstufe ein (bei der Ente war dies der 1. Gang) und es passiert erst mal gar nichts. Wenn der Fuß das Gaspedal beherzt runterdrückt schießt der C 2 los. Bei jedem Fahrstufenwechsel macht das Auto nach kurzer Verzögerung einen kleinen Sprung nach vorne. Der Motor bleibt nach dem Schaltvorgang zu lange auf hoher Drehzahl so dass es kräftig brummt. Bei gemütlicher Bummelfahrt kommt diese Ruppigkeit nicht zum Vorschein. Beim schnellen Schalten vom Vorwärts- auf Rückwärtsfahrt gibt es einen kurzen Schlag. Die Schaltung kann auch von Hand betätigt werden, entweder mit Wippen am Lenkrad oder mit dem Schalthebel. In diesem Modus kann der gefühlvolle Fahrer das raue Verhalten des Automaten gut abmildern.
Der 1,4-l-Motor hat mit 51 kW/73 PS zwar keine Mühe mit dem 930 Kilogramm leichten Auto, zum ordentlichen Vorwärtskommen muss er aber auf hohen Drehzahlen gehalten werden und dabei ist er nicht der leiseste. Trotzdem erreicht der C 2 In 15,4 Sekunden die 100 km/h-Marke und schließlich 169 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit. Der Verbrauch liegt zwischen sechs und acht Litern, 41 Liter Tankinhalt ermöglichen eine gute Reichweite.
Wie immer das individuelle Urteil über die Form des C 2 ausfällt: das zierliche Auto zieht die Blicke an. Das mag an der auffällig gezackten Seitenlinie liegen, die dadurch entsteht, das die Unterkante der hinteren Seitenfenster nicht die Linie der Vorderfenster weiter führt sondern ein paar Zentimeter tiefer ansetzt und steil ansteigt, so das die hinteren Fenster asymmetrisch sind. Große Heckleuchten, ein wuchtiger Stoßfänger in Wagenfarbe und ein niedlicher Spoiler an der Dachkante signalisieren eine gewisse Frechheit.
Die Heckklappe ist mittig geteilt. Die obere Hälfte wird nach oben und die untere nach unten aufgeklappt. In diesem Zustand kann die untere Klappe als Ablage genutzt werden, auf der man die Reisetasche vor dem Verstauen kurz absetzen kann. Das ist ganz praktisch, denn die Ladekante ist mit knapp 80 Zentimetern recht hoch. Das Gepäckraumvolumen reicht bis zum Dachhimmel gerechnet von 193 bis 879 Liter. Bis zur Abdeckung sind es 166 bis 220 Liter.
Das insgesamt gelungene Auto weckte laut Citroen bei vielen den Wunsch nach einer etwas flotteren Fortbewegungsart. Der Wunsch wurde erfüllt und trägt den Namen C 2 VTS. Diese Sportversion hat einen neu konstruierten 1,6-l-16 V Motor im Bug, der 90 kW/122 PS leistet, gepaart mit einem kurz übersetzten Fünfgangschaltgetriebe sowie einem straffer abgestimmten Fahrwerk – dies alles zum volkstümlichen Preis von 15 990 Euro (1,4-l- Sensodrive 14 300 Euro). Äußerlich unterscheidet sich der VTS durch lackierte Front- und Seitenschürze sowie einen größeren Heckspoiler. Dazu trägt der Sportler neue Leichtmetallfelgen und eine Chromblende am Auspuffendrohr.
Innen sorgen Sportsitze und ein matt schwarzes Interieur für Sportatmosphäre. Die mineralgrauen Türgriffe, Aluminiumpedale und das Aluminium-Dekor an der Mittelkonsole kontrastieren heftig mit dem dominierenden Schwarz. Eine üppige Ausstattung, etwa Klimaanlage, automatische Lichtschaltung, Regensensor und ein Radio mit CD-Spieler komplettieren das Angebot. Der starke Motor beflügelt den Wagen zu 202 km/h Höchsttempo und bietet eine Beschleunigung auf 100 km/h innerhalb von 8,9 Sekunden. Der Mittelverbrauch liegt bei 6,9 Litern Benzin.
Der VTS erinnert an den Urvater dieser Art von Auto, den Golf GTI. Er beschleunigt gut, hat eine Go-Kart-ähnliche Straßenlage und macht einfach Spaß, besonders auf engen Bergstraßen. Die direkt übersetzte elektrische Servolenkung überzeugt, die Schaltung funktioniert präzise und schnell, der Motor ist macht sich akustisch stark bemerkbar und man spürt den Frontantrieb bei vollem Leistungseinsatz. Da drehen die Räder schon mal durch. Kurz und knapp, das Auto ist die reine Fahrmaschine für jung Gebliebene. Und der VTS erinnert daran, dass Citroen bei Rallyes oft ganz vorne mitfährt.
Citroen C 2 1,4i – Sensodrive
Länge/Breite/Höhe 3666/1659/1474 mm, Radstand 2 315 mm, Wendekreis ca. 10 m, Leergewicht 1066 kg, Maximale Zuladung 314 kg, Kofferraum (unter der Abdeckung) 166-224 l, Tank 41 l, Vierzylinder-Vierventil-Reihenmotor mit 1 360 ccm Hubraum, Maximales Drehmoment 116 Nm bei 3300 U/min, Leistung 73 PS bei 5 400 U/min, Sensodrive-Getriebe mit Schaltwippe, Frontantrieb, Höchstgeschwindigkeit 169 km/h, Beschleunigung auf 100 km/h: 15,4 sek, EU-Normverbrauch im Drittelmmix 6,0 l/100 km, Schadstoffklasse Euro 3/D4, Versicherungseinstufung HFP 14, TK 21, VK 12, Preis 14 300 Euro, VTS ab 15 990 Euro.
Von Uwe Gabler
22. Dezember 2004. Quelle: Auto-Reporter

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