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Fahrbericht Daewoo Nubira Kombi 1,8 CDX: Der Preis ist heiß

Da verzeiht man gern kleine Schwächen und dankt an den Spartarif von 16 650 Euro, für die der Nubira Kombi beben 90 kW/122 PS auch so angenehme Dinge wie eine Klimaanlage oder einen CD-Wechsler mitbringt.
Daewoo Nubira Kombi. Foto: Auto-Reporter/Daewoo
Ein Kombi muss Platz haben. Den bietet der Daewoo in befriedigender Form vorn wie hinten. Im Fond gehört er sogar zu den größten seiner Klasse. Dazu trägt der lange Radstand von 2600 Millimetern sicher bei, in diesem Segment ein guter Wert. Der Kofferraum ist mit 400 bis 1410 Litern allerdings nur Mittelmaß, da bieten andere mehr. Immerhin lassen sich die Rücklehmen geteilt und leicht umlegen, die Ladefläche ist eben. Eine 12-Volt-Steckdose im Kofferraum ist Serie. Zusätzlich hat der Nubira zahlreiche Ablagen in unterschiedlicher Größe, was das Verstauen von Kleinkram erleichtert.
Die Einrichtung des Innenraums ist eher nüchtern, aber keineswegs sichtbar billig gemacht. Auch wenn die Koreaner in der Auswahl der Kunststoffe noch nicht an die deutsche Konkurrenz herankommen, so ist der Nubira doch solide verarbeitet und die Bedienbarkeit tadellos. Zweifarbiges Plastik regiert die Optik, aufgepeppt durch silberfarbene Applikationen, die wie Aluminium aussehen sollen. Die Sitze, auf den ersten Blick zu klein, erwiesen sich als langstreckentauglich. Zur guten Laune trägt der Fünffach-CD-Wechsler bei, der in der CDX-Ausstattung ebenso zur Serie gehört wie vier elektrische Fensterheber, eine elektronisch gesteuerte Klimaanlage oder Nebelscheinwerfer. Vermisst wird nichts wirklich bei der Ausstattung. Auch die Dachreling ist Serie – in mattem Metalllook dazu noch gefällig.
Vermisst wird allerdings das nicht lieferbare ESP und ein Motor, der die Euro 4-Norm erfüllt. Auch wenn der Kombi lange neutral bleibt, so kann der Fahrer es mit einem schnellen Ausweichmanöver durchaus schaffen, das Heck zum Ausbrechen zu bringen. Bei voller Beladung könnte sich das zu einem Problem ausweiten. Das Fahrwerk an sich ist europäisch straff abgestimmt und schluckt grobe Stöße ordentlich, bei feinen Unebenheiten kann der Koreaner nicht mit den Deutschen mithalten. Auch ein Diesel – in dieser Klasse eigentlich Standard – ist nicht im Programm.
Das stärkste Aggregat für den Nubira ist ein 1,8-Liter-Benziner mit 90 kW/122 PS. Der Vier-Zylinder-DOHC-Reihenmotor mit 16 Ventilen reicht für befriedigende Fahrleistungen und gibt sich mit rund acht Litern Kraftstoff zufrieden. 194 km/h sind nicht eben langsam, der Durchzug ist aber mit einem Drehmoment 165 Nm bei 4000 U/min nicht besonders ausgeprägt. Das bedeutet fleißig schalten, um flott voran zu kommen. Das Fünfgang-Getriebe hat lange Wege, lässt sich aber präzise schalten. 10,4 Sekunden vergehen beim Spurt bis Tempo 100 – das reicht völlig. Vier Airbags und ABS stehen zusätzlich auf der Haben-Liste, in Sachen Sicherheit bieten andere mehr.
Fazit: Das stärkste Argument für den Daewoo Nubira Kombi ist sein Preis. Er ist in dieser Klasse ein fast unschlagbares Angebot, wenn der Käufer ein komplett ausgestattetes Fahrzeug zu einem günstigen Preis sucht. Die kleinen Mängel – fehlendes ESP und die Euro 3-Einstufung – werden durch den Preis wieder aufgewogen. Ansonsten erhält der Kunde ein sauber verarbeitetes Auto mit zeitgemäßem Design ohne echte Schwächen.
Die wichtigsten Daten
Länge/Breite/Höhe 4580/ 1725/ 1500 (mit Reling) mm, Radstand 2600 mm, Wendekreis 10,4 m, Leergewicht 1325 bis 1375 kg, Zuladung circa 400 kg, Kofferraum 400 bis 1410 l, Tank 60 l, Vier-Zylinder-DOHC-Reihenmotor, 16- Ventiler, Hubraum 1799 Kubikzentimeter, Leistung 90 kW (122 PS), maximales Drehmoment 165 Nm bei 4000 U/min, Beschleunigung auf 100 km/h 10,4 Sekunden, Vmax 194 km/h, EU Normverbrauch im Mittel 7,8 l, Abgasnorm Euro 3, Preis 16 650 Euro, Glas-Schiebe-Hubdach 550 Euro, Metallic-Lack 350 Euro.
Von Stephan Bähnisch
17. Januar 2005. Quelle: Auto-Reporter

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