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Fliegende Autos von AeroMobil – Über den Wolken stößt Freiheit an Grenzen

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Für Audi, VW und BMW arbeitete der Slowake Stefan Schmidt an innovativen Forschungsprojekten, später übernahm er gemeinsam mit seinem Landsmann Juraj Vaculik die Leitung des Unternehmens AeroMobil im slowakischen Bratislava. Zweck des Unternehmens: Entwicklung und Bau eines flugfähigen Automobils. Doch Schmidt gibt sich damit nicht zufrieden: „Wir wollen weder ein fliegendes Auto, noch ein straßentaugliches Flugzeug, sondern eine neue Kategorie schaffen, genauso wie Auto oder Motorrad. Wir wollen einen neuen Fahrzeugtyp, der sich wie ein ganz normales Auto fährt und wie ein ganz normales Flugzeug fliegt.“
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 Prototyp im Viedeo

Ende Oktober sorgte er mit seinem „AeroMobil“ auf dem Pioneers Festival in Wien, einer bedeutenden internationalen Zukunftskonferenz für Aufsehen. Staunenden Kongress-Teilnehmern präsentierte er einen Film, der einen sowohl auf der Autobahn fahrenden als auch durch die Lüfte fliegenden Prototypen mit ihm selbst bodenständig am Steuerrad beziehungsweise fliegend am Steuerknüppel zeigt.

Schmidt: „Es gab mehrere Vorgänger und Prototypen. Wir können nun endlich ein realistisches, funktionsfähiges Konzept vorstellen. Ich habe es als Pilot getestet, es fliegt sich wie ein ganz normales Flugzeug, liegt fantastisch in der Luft und fährt ausgezeichnet auf der Straße.“

Antrieb

Angetrieben wird das zweisitzige Gefährt aus Carbon von einem Rotax 912, einem seit Anfang der 1990er Jahre weitverbreitetem Motor für Leicht-, Ultraleicht- und Motorseglerflugzeuge der österreichischen Firma Rotax aus Gunskirchen in Oberösterreich. Mit einer Leistung von 85 kW (115 PS) verleiht er dem Fahrzeug auf der Straße ein Spitzentempo von 160 km/h, in der Luft immerhin 200 km/h. Die Reichweite soll irdisch bei 875 Kilometer und abgehoben bei 700 Kilometer liegen, wobei der Verbrauch acht Liter auf 100 Kilometer oder 15 Liter pro Stunde liegen soll.

Ein grober Preis steht schon fest

Wenn auch von einer Serienproduktion noch längst nicht die Rede sein kann, so gibt es bereits jetzt konkrete Preisvorstellungen: Der Kaufpreis soll zwischen dem eines exklusiven Sportwagens und dem eines Kleinflugzeugs liegen.
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Fliegende Autos haben Tradition …

Der Traum vom fliegenden Automobil ist fast so alt wie das Fliegen selbst. Kaum 15 Jahre, nachdem sich die Gebrüder Orville und Wilbur Wright in Kitty Hawk an der Atlantikküste des US-Bundesstaats North Carolina am 17. Dezember 1903 mit Motorkraft in die Lüfte erhoben hatten, meldete Felix Langobardi in den USA unter der Nummer US1286679 A die Erfindung eines angeblich flugtauglichen Fahrzeugs zum Patent an. Den Beweis für die Fähigkeit seines Vehikels, in die Luft zu gehen, blieb Langobardi allerdings schuldig. Das erste fliegende Auto, das seinen Namen wirklich verdiente, wurde von Waldo Waterman in den USA gebaut. Am 21. März 1937 führte er seinen Jungfernflug mit dem „Aerobile“ durch.

Henry Ford hat’s voraus gesagt

1940 träumte sogar Henry Ford davon, in die Luft zu gehen: „Erinnert euch an meine Worte: Irgendwann wird es eine Kombination aus Flugzeug und Auto geben. Ihr könnt lachen, aber es wird kommen.“ In den USA ist es unter der Typbezeichnung „Terrafugia“ längst da und für rund 280 000 Dollar zu haben. Doch der Erfolg hält sich in überschaubaren Grenzen: Nicht zuletzt deshalb, weil das an eine BMW Isetta mit Flügeln erinnernde Vehikel eine Start- und Landebahn von mindestens 800 Metern Länge benötigt und im Vergleich zu einem leichten Sportflugzeug recht teuer ist.

Boeing oder Convair haben's probiert

In den 1950er Jahren versuchten sich in den USA sogar renommierte Flugzeugfirmen wie Boeing oder Convair an den fliegenden Kisten mit vier Rädern. Heraus kamen allerdings meist nur Exemplare fürs Museum wie zum Beispiel das „Museum of Flight“ von Boeing. Das technische Prinzip des „ConvAirCar“ tauchte erst 1974 im James-Bond-Streifen „Der Mann mit dem goldenen Colt“ wieder auf. Der Schurke Francisco Scaramanga fuhr ein AMC Matador Coupé, das sich in ein Flugzeug verwandeln konnte.
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Verbot der „Grufthansa“

Später spottete das Magazin „Der Spiegel“: „Der Traum vom freien Flug für Schlechterverdienende scheiterte. Dabei flogen die Mühlen ganz ordentlich – oft allerdings auch runter: Einer der Auto-Piloten hatte das Tanken vergessen, ein anderer bohrte sich in ein Hochhaus, das sich ihm in den Flugweg stellte. Einen dritten fand man, in den Boden gerammt wie einen Zelthering, am Strand von Florida. Als schließlich ein Schlamper in 600 Meter Höhe seine unzureichend angeschraubten Flügel verlor, erbarmten sich die Behörden und verboten diese Grufthansa aus Jedermann-Fliegern, von denen immerhin einige Dutzend gebaut wurden.“

Was wird aus „AeroMobil“?

Welches Schicksal dem „AeroMobil“ aus der Slowakei beschieden sein wird, steht in den Sternen. Gewiss aber ist: Einem Stau auf der Autobahn einfach dadurch aus dem Weg zu gehen indem man die Tragflächen seines Fahrzeugs ausfährt, um sich nach ein paar Metern in die Lüfte zu erheben bleibt wirklichkeitsfremde Science Fiction. Selbst dann, wenn das Fortbewegungsmittel eine Zulassung als Ultraleichtflugzeug bekommt (Zweisitzer mit maximal 475,2 Kilogramm Abfluggewicht). „In Deutschland herrscht Flugplatzzwang“, erklärt Cornelia Cramer vom Luftfahrtbundesamt in Braunschweig. Und nicht nur das. Jeder Privatpilot muss mindestens im Besitz einer Sportpilotenlizenz (SPL) sein, bevor er starten darf. Vor den Wunsch, einfach auf die Schnelle abzuheben, haben die Behörden Hindernisse errichtet. Zu Recht. Ein Start irgendwo von der grünen Wiese ist Schwarzfliegerei. Bei einer Anzeige drohen empfindliche Strafen, außerdem gibt es im Schadensfall Schwierigkeiten mit der Versicherung.

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