Fliegerischer Pioniergeist zum Anfassen: Im Dornier-Museum in Friedrichshafen
Fliegerischer Pioniergeist zum Anfassen: Im Dornier-Museum in Friedrichshafen Bilder

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Dorniers Diplom-Ingenieurs-Urkunde aus dem Jahr 1907. Bilder

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So sah es damals im Cockpit aus. Bilder

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Kabinen-Nachbau im Dornier-Museum in Friedrichshafen. Bilder

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Ausstellungsstück zur Routenplanung. Bilder

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Auszug aus Flugprotokoll-Übersicht. Bilder

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Jagdbomber Alpha Jet (links) vor Do 31E1-Flieger. Bilder

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Mit dem Flugboot nach New York. Bilder

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Flugpioniere Dornier (rechs), Graf Zeppelin. Bilder

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Friedrichshafen – Die Anflugkoordinaten (für Selbstflieger) lauten 47 Grad, 40 Minuten, 17 Sekunden Nord und 9 Grad, 30 Minuten und 41 Sekunden Ost. Wer am Bodensee auf dem Flughafen Friedrichshafen landet, kann den Bau, der einem Hangar nachempfunden ist, in der Verlängerung des Terminalgebäudes kaum übersehen. Darin befindet sich seit Juli 2009 das Dornier-Museum, das wir besucht haben.

Schon früh mit visionärer Kraft[foto id=“505420″ size=“small“ position=“right“]

Was für ein Name! Claude Honoré Desiré Dornier. In Kempten wird der Luftfahrtpionier 1884 als Sohn deutsch-französischer Eltern geboren, studiert Maschinenbau in München und beginnt seine Karriere beim Zeppelin-Luftschiffbau. „Dort“, heißt es in der Dornier-Biographie unter Hinweis auf die erste patentierte Eigenentwicklung, eine drehbare Langhalle für Luftschiffe, „zeigte sich bereits in jungen Jahren seine visionäre Kraft.“ Luftschiff-Graf Zeppelin erkennt das Talent, fördert ihn, indem er ihm eine eigene Abteilung, die „Abteilung Do“, verschafft. Aus ihr geht mit den Dornier-Werken ab 1932 die eigene Firma hervor, die später mit dem auf Basis von Stoßwellen Nierensteine nicht-operativ entfernden Nierenlithotripter einen wichtigen Beitrag selbst für die Medizin leistet. 1962 zieht sich Dornier aus der Leitung zurück. Die Söhne übernehmen. 1969 stirbt Dornier 85-jährig in Zug in der Schweiz.[foto id=“505421″ size=“small“ position=“left“]

Technische Revolution aus Metall

Es ist eine technische Revolution: Dornier lässt seine Flugzeuge fast vollständig aus Metall fertigen. Sein seetüchtiges Flugboot „Wal“ erlangt große Popularität und einen legendären Ruf. Polarforscher Roald Amundsen kommt 1925 mit ihm bis zum 88. Breitengrad, nur noch 220 Kilometer vom Nordpol entfernt. Wolfgang von Gronau steuert den „Wal“ nicht nur über den Atlantik, dem Seeflieger gelingt mit ihm sogar die erste Weltumrundung. Dornier will mehr. Ihm schwebt für den Verkehr über den Atlantik ein Riesenflugboot vor, erfährt man, wenn man sich mit seinem Leben befasst. Auch diese Vision wird wahr – in Form des 1929 entstehenden Flugschiffs „Do X“. Weitere Flugzeuge folgen: Komet I, Komet II, Komet III, Merkur I, Merkur II, Do 17, Do 24, Do 31, Do 228, Do 335 … Die Leistungen steigen, [foto id=“505422″ size=“small“ position=“right“]die Weltrekorde purzeln. Zwei Expeditionen erregen 1926 besondere Aufmerksamkeit: die erste Kaukasus-Überquerung mit Passagieren und Gepäck und die 14 000 Kilometer lange Europa-Afrika-Tour von der Schweiz bis nach Kapstadt, beides mit Dornier-Maschinen. Auch Tierforscher Bernhard Grzimek ist mit einer Dornier über Afrika geflogen, einer Do 27 im Zebra-Look.

Zur Mitgestaltung der Zukunft

Dornier-Sohn Silvius hat einmal über die Beweggründe zum Bau des von ihm initiierten und von der Dornier-Stiftung für Luft- und Raumfahrt betriebenen Dornier-Museums gesagt: Was in der Luft- und Raumfahrt in langen Jahren mit großer Hingabe erarbeitet worden sei, sei in vielerlei Hinsicht beispielhaft. Diese Leistungen stellten einen Wert dar, der für die Allgemeinheit, vor allem für die Jugend inspirierend wirken könne und deshalb erhalten werden solle. Auch aus Respekt vor der Arbeit all derer, die die Entwicklung der Luft- und Raumfahrt geprägt hätten, sei die Einrichtung entstanden. [foto id=“505423″ size=“small“ position=“left“]Auf einem Gesamtareal von 28 700 Quadratmetern, darunter 5000 Quadratmeter Nutzfläche etwa mit Museumsbox, Galerie, Kino und Eventbereich, wird „Pioniergeist zum Anfassen“ präsentiert. Als Kernbotschaft formuliert die Museumsleitung: „Jeder Mensch kann ein Pionier sein und seine Verantwortung für die Mitgestaltung an der Zukunft übernehmen.“

Geschichte der Luft- und Raumfahrt

Bei den Dauer- und Wechselausstellungen im Dornier-Museum geht es darum, die Geschichte der Luft- und Raumfahrt der vergangenen 100 Jahre anhand einzelner Entwicklungsschritte und besonderer technischer Dornier-Leistungen im Kontext der Zeitgeschichte darzustellen. Es finden sich rund 400 Exponate aus aller Welt, darunter sieben Raumfahrt-Originalausstellungsstücke. Die Sammlung der zwölf Originalflugzeuge reicht vom Alpha-Jet-Jagdbomber über den Breguet-Aufklärer, den[foto id=“505424″ size=“small“ position=“right“] Fiat-Kampfflieger G91, die flugfähigen Do 27 und 28A1, das Mehrzweckflugzeug Do 28D Skyservant, den flugfähigen Tragflügler Do228-100 Polar, das Arbeitsflugzeug Do 228-200, auch „Liesl“ genannt, das Versuchsflugzeug Do 29, das Transportflugzeug Do 31 und den freitragenden Hochdecker Do 328 bis hin zum Dornier-Versuchsflieger TNT (für Tragflügel Neuer Technolgie) Experimental. Beim einzigen Nachbau handelt es sich um einen einmotorigen Merkur-I-Hochdecker.

Info Dornier-Museum

Die Öffnungszeiten waren zuletzt von Mai bis Oktober montags bis sonntags von 9 bis 17 Uhr, von November bis April dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet 9 Euro für Erwachsene, ermäßigt 7 Euro, 4,50 Euro für Kinder/Jugendliche bis 16 Jahren, 8 Euro pro Person in Gruppen ab 15 Personen sowie 20 Euro für Familien mit zwei Erwachsenen und Kinder/Jugendliche bis 16 Jahren. Information: Dornier-Museum Friedrichshafen, Claude-Dornier-Platz 1, 88046 Friedrichshafen, Telefon 07541-7005600, www.dorniermuseum.de.

Service Auto[foto id=“505425″ size=“small“ position=“left“]

Friedrichshafen am Bodensee ist autobahnmäßig über die A96 aus östlicher und über die A81 aus nördlicher Richtung gut angebunden. Von Hamburg aus sind es doch über 800, von Berlin rund 750, von Köln immer noch etwa 550, von Frankfurt/Main fast 400, von Stuttgart um die 200 und von München ebenfalls nahezu 200 Kilometer bis dahin.

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