Giftige grüne Mamba – der Daihatsu Materia im Test

Das Design ist Geschmackssache Bilder

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Hier kann man sich ausstrecken Bilder

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103 PS unter der Haube Bilder

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Wenn er doch nicht so viel verbrauchen wrde Bilder

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Viel Beinfreiheit fr die Mitfahrer Bilder

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Der Platz ist bestens fr Ausflge geeignet Bilder

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bersichtlich ist das Innere des Materia Bilder

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Man sieht es auf den ersten Blick: Der Daihatsu Materia ist alles, aber sicher nicht gewöhnlich. Nicht nur die Farbe schreit einem förmlich entgegen, auch sonst überrascht der Materia – positiv wie negativ. Ein Auto mit Persönlichkeit.

Das Außendesign – über Geschmack lässt sich ja so was von streiten

Blicke. Ganz viele Blicke erntet man mit dem Daihatsu Materia. Das ist sicher. Schon als ich den Testwagen vom Parkplatz abhole, schauen die anderen Autofahrer interessiert herüber. Und ich kann es ihnen wahrlich nicht verübeln. Schließlich ist mein Testwagen nicht zu übersehen, was zum einen am Design und zum anderen an der Farbe liegt. Mein Materia präsentiert sich nämlich in Mamba-Grün-Perleffekt. Aber ich glaube, so giftig sieht nicht einmal eine Mamba aus. Das Gelb-Grün strahlt so auffällig, dass ich mir fast die Augen zuhalten muss, um nicht geblendet zu werden. Und auch das Design ist nun wirklich alles andere als jedermanns Geschmack. Mich erinnert der Materia ein bisschen an die traditionellen Londoner Taxis, diese monströsen schwarzen Dinger, die vor allem praktisch und geräumig sein wollen. Das will Daihatsu mit seinem Materia zwar auch, aber trotzdem arbeitet der japanische Autobauer unermüdlich daran, seinem Modell ein cooles, trendiges Image zu geben. Auffallend auffallend – so lautet der Werbeslogan für den Materia. Und ja, er fällt auf. Bei mir allerdings nicht besonders positiv. Zu klobig, zu quadratisch und vor allem viel zu grün finde ich meinen Testwagen. Da trösten mich auch die neugierigen Blicke der anderen Autofahrer nicht.

[foto id=“114341″ size=“small“ position=“left“]Das Innendesign – auffallend unauffällig

Von außen pfui, von innen dafür aber hui. Naja, also nicht super-hui, aber im Anbetracht der Tatsache, dass der Materia äußerlich so auffällig ist, bin ich erstaunt darüber wie klassisch sich das Interieur präsentiert. Die Sitze sind stilvoll schwarz mit Karomuster und ziemlich breit und bequem, so dass ich entspannt Platz nehmen kann. Und auch die Anordnung des Cockpits gefällt mir außerordentlich gut. Die Anzeigen befinden sich im Materia nämlich nicht, wie gewöhnlich, auf der Seite des Fahrers, sondern in der Mitte des Autos. Das ist nach Angaben des Herstellers sicherer, weil der Abstand der Augen zum Armaturenbrett so größer und angenehmer ist. Ganz abgesehen davon macht der Materia einen sehr aufgeräumten, übersichtlichen Eindruck – kein überflüssiger Schnickschnack, keine irritierenden Blinkleuchten. Also alles gut.

[foto id=“114343″ size=“small“ position=“right“]Das Platzangebot – hier kann man sich ausbreiten

Ach ist das gemütlich hier, denke ich schon beim ersten Probesitzen im Daihatsu Materia. Im Inneren des Autos ist nämlich mindestens so viel Platz wie in einem Londoner Taxi. Auf die Rückbank passen bequem drei Leute, die sogar noch ihre Beine ausstrecken können. Und auch auf den vorderen Plätzen ist das nicht anders – hier kann der Beifahrer während der Fahrt sogar ein bisschen Gymnastik machen ohne den Fahrer dabei zu stören. Das gefällt mir. Ebenso wie die Flexibilität des Wagens. Die Rückbank des Materia kann nämlich ganz leicht umgeklappt werden und bietet so jede Menge Stauraum für Strandausrüstung, Picknick-Körbe und Co. Den würde ich gerne mit auf einen Ausflug nehmen, denke ich.

Mein Start in der Stadt – durchaus gewöhnungsbedürftig

Nachdem ich nun so schön und bequem Platz genommen und mich sortiert habe, geht der erste Teil meiner Teststrecke mitten durch die überfüllte Innenstadt. Schließlich will ich sehen, wie sich der Flitzer in der City behaupten kann. Und schon da macht sich die erste Ernüchterung breit. Es ist nämlich gar nicht so leicht, sich an die Gangschaltung zu gewöhnen. Die ist nämlich so unflexibel, dass ich eher das Gefühl habe, ich würde in einem Go Kart sitzen, als in einem Auto.

Aber nach ein paar Minuten hab ich mich an die Schaltung gewöhnt, cruise wieder total entspannt durch die Stadt und freue mich über die gute Sicht, die mir die hohe Sitzposition und die großzügige Frontscheibe bieten. Außerdem liegt das Lenkrad super in der Hand und die Kupplung lässt sich auch leicht durchtreten, um die Gänge zu wechseln. Das gefällt mir gut und so freue ich mich schon auf meine nächste Strecke. Jetzt geht es auf die Autobahn.

[foto id=“114340″ size=“small“ position=“left“]Und ab auf die Autobahn – nicht schnell, dafür aber laut

Sagen wir es mal so: Schnelle Strecken sind nicht gerade ein Spezialgebiet des Materia. Zwar hat unser Testwagen immerhin 103 Pferdestärken unter der Haube, davon merkt man aber nicht gerade viel. Denn als ich auf die Autobahn auffahre und mich schon darauf freue, endlich mal so richtig Gas zu geben, dauert es eine ganze Weile, bis ich den Wagen auf seine 160 km/h gebracht habe. Und kaum hat er sie erreicht, drossele ich das Tempo auch bald schon wieder freiwillig. Der Grund: Der Motor ist einfach viel zu laut und ich möchte lieber nicht wissen, wie dieser sich bei der Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h anhört. Da fahr ich doch lieber mal von der Autobahn ab und prüfe, ob der Materia wenigstens als Landei zu gebrauchen ist.

Exkursion aufs Land – lässig über Stock und Stein

Und tatsächlich. Auf der Fahrt über Feldwege, Hügel und kurvige Straßen schlägt sich der Materia super. Er liegt außerordentlich gut in den Kurven und meistert auch die unebenen Straßen mit Bravour. Für ein Auto, dass eigentlich mehr ein hipper Cityflitzer für junge Leute sein will, ist das Fahrgefühl auf der Landstraße überraschend angenehm. Doch dass sich der Materia so gut auf dem Land behaupten kann, ist noch lange kein Beweis dafür, dass er auch umweltfreundlich ist. Was sagt denn der Verbrauch?

[foto id=“114342″ size=“small“ position=“right“]Ein Blick auf den Verbrauch – keine Freude für Mutter Natur

Zwischen 7 und 8 Liter soll der Materia im Durchschnitt verbrauchen, sagt zumindest der Hersteller. Fakt ist, dass der Wagen in den meisten Fällen wohl als Stadtauto genutzt und so häufig im Stop & Go-Verkehr gefahren wird. Dann erhöht sich der Verbrauch auf fast zehn Liter, was für einen Kleinwagen eindeutig zu viel ist. Im Vergleich dazu: Einer der beliebtesten Cityflitzer, der VW Golf, verbraucht durchschnittlich zwischen 4 und 5 Litern. Dabei wird klar: In punkto Umweltfreundlichkeit hat Daihatsu noch einiges aufzuholen.

Der Preis – ist nicht so heiß

Modern, hip und außergewöhnlich will der Materia sein und sollte so eher ein jüngeres, nicht sonderlich wohlhabendes Publikum ansprechen. Das gelingt ihm aber nur mäßig. Mindestens 17.000 Euro muss man für den Materia 1.5 hinlegen. Ein stolzer Preis für ein Auto, dass keine Besonderheiten vorzuweisen hat – also mal ganz abgesehen von dem Design, über dass man ja auch streiten kann. 17.000 Euro blechen, nur um ein bisschen aufzufallen? Das ist es doch wahrlich nicht wert.

[foto id=“114344″ size=“small“ position=“left“]Das Fazit – ganz schön schwierig

Ein Gesamturteil zu fällen, ist diesmal nicht leicht. Während meiner Testfahrt bin ich mit dem Materia durch gute und schlechte Zeiten gegangen. Die Gangschaltung war ganz schön bockig, die Lenkung schön straff, das Design fragwürdig, das Kurvengefühl angenehm, der Sound auf der Autobahn irre laut… wie also soll man da zu einem objektiven Gesamturteil kommen? Ich sage es mal ganz diplomatisch: Der Materia hat seinen ganz eigenen Charakter. Wer überlegt, sich einen zu kaufen, muss am besten selbst testen, ob er mit ihm zurecht kommt. Ich entscheide mich dann doch lieber für einen anderen Wagen – denn ich mag es lieber einfach, als kompliziert.

 

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