Hupende Autos als flächendeckendes Warnsystem
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Die Hupe eines geparkten Automobils könnte künftig vor Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Chemieunfällen in Industrieunternehmen warnen. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen (INT) in Euskirchen haben ein entsprechendes System entwickelt und zum Patent angemeldet.

Die Technik basiert auf dem europäischen Notrufsystem „eCall“, das ab September 2010 ein spezielles Elektronikmodul als Pflichtausstattung jedes Neuwagens vorschreibt. Das Modul besteht aus einem GPS-Sensor und einer Mobilfunkkomponente, die bei einem Unfall etwa Zeitpunkt, Koordinaten und Fahrtrichtung an eine Notrufzentrale übermitteln. Der GPS-Sensor kann jedoch auch genutzt werden, um die ferngezündete Hupe zu starten. Dafür wird ein entsprechender Befehl von Melde- und Lagezentren der Feuerwehr an alle Autos in einem bestimmten Koordinatengebiet gegeben, die im Parkzustand daraufhin anfangen, zu hupen.

Durch das Hup-Signal werden die Menschen in der Umgebung auf Gefahren beispielsweise durch einen Großbrand in unmittelbarer Nähe aufmerksam gemacht. Per Radio und Fernsehen können sie sich dann über den konkreten Vorfall und die gegebenfalls zu ergreifenden Maßnahmen informieren. Die Hupe informiert also auch Menschen, die möglicherweise noch schlafen oder zum jeweiligen Zeitpunkt zunächst kein Radio oder TV benutzen. Ein weiterer Vorteil: Bereits 14 Prozent der zugelassenen Fahrzeuge genügen laut den Wissenschaftlern, um die Bevölkerung flächendeckend zu alarmieren.

Ein flächendeckendes Sirenensystem hat die deutsche Bevölkerung bis in die 90er Jahre auf Gefahren hingewiesen. Doch nach Ende des Kalten Krieges wurden die meisten Sirenen abgebaut und durch das satellitengestützte Warnsystem „SatWaS“ ersetzt. Es informiert die Bevölkerung via Funk und Fernsehen. Allerdings werden nur diejenigen gewarnt, die entsprechende Geräte zum Zeitpunkt der Gefahr eingeschaltet haben. Feuerwehr und Katastrophenschutz wünschen sich daher die Sirenen zurück, deren Wiederaufbau jedoch mit hohen Kosten verbunden wäre. Die hupenden Autos könnten nun eine Alternative sein, die unter anderem in Verbindung mit warnenden Massen-SMS auf Mobiltelefonen und alarmschlagenden Rauchmeldern, Funkuhren und Wetterstationen auf Gefahren hinweisen könnten.

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