Straßenbau NRW

Jahrhundertprojekt Straßenbau
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Das seit Jahren anstehende Jahrhundert-Projekt des Straßen- und Brückenbaus im Zuge der Autobahn A1 wird bis mindestens 2020 Reisende, Pendler und Anwohner im Großraum Köln-Düsseldorf-Leverkusen belasten. Wegen des Abrisses der alten und des beschlossenen und unvermeidlichen Neubaus der Leverkusener Rheinbrücke im Verlauf der hoch belasteten A1 rechnen die Verkehrsplaner der Landesregierung Nordrhein-Westfalen mit erhöhten Verkehrsbelastungen für die gesamte Region. Nach Behördenplänen sollen die Bauarbeiten für den Neubau der A1-Brücke im Jahr 2017 beginnen. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen zahlreiche Bauprojekte und Baustellen vorgezogen und vor 2017 beendet werden. Denn durch Abriss und Neubau der A1-Brücke sind massive Verlagerungen der Verkehrsströme zu erwarten.

Große Herausforderung

Der Neubau der A1-Rheinbrücke ist laut NRW-Verkehrsminister Michael Groschek eine „der größten Herausforderungen“ für den Straßenbau des Bundeslandes. Deshalb setzt der Minister auf ein „ausgeklügeltes Baustellenmanagement“, aber „ganz ohne Staus und Umleitungen wird es sicherlich nicht gehen“. So heißt es in einer Information der NRW-Staatskanzlei. Die Öffentlichkeit werde „frühzeitig und optimal“ vorbereitet. Optimistisch gibt sich Kölns Regierungspräsidentin Gisela Walsken mit Blick auf die Möglichkeiten des Baustellenmanagements. Es sei eine interne Verkehrsplattform für die Region entwickelt worden, auf der alle Baustellen zwei Jahre im Voraus behördenübergreifend und koordiniert dargestellt werden. Damit wollen die Behörden viele zeitlich parallel laufende Baustellen erkennen und vermeiden.

Symbol des schlechten Zustands

Die marode A1-Brücke ist über die Jahre zu einem Symbol des schlechten Zustands der Autobahnbrücken in Deutschland geworden. Der Neubau ist war beschlossene Sache, Termine und Finanzierung sind weitgehend geklärt, aber die Umsetzung wird vor allem von einer unveränderlichen Tatsache belastet: Alle Baumaßnahmen müssen unter dem ungebremsten Ansturm der täglichen Verkehrsnormalität ablaufen. Täglich nutzen 130.000 Fahrzeuge die A3 und über die A1 kommen gut 120.000 Kraftfahrzeuge.

Aktuelle Maßnahmen

Zu den entlastenden Maßnahmen gehören die noch vor 2017 eröffneten und zu schließenden Baustellen im folgenden Überblick. Reisenden für die Durchfahrt des Gebietes kann nur ein weiträumiges Umfahren geraten werden.

A1 – Die Arbeiten zum 6-streifigen Ausbau zwischen Köln-Bocklemünd bis Autobahnkreuz Köln-Nord laufen noch bis voraussichtlich Mitte 2015. Drei Fahrstreifen je Fahrtrichtung stehen dem Verkehr hier zur Verfügung.

Die Arbeiten an der A1/A3 dauern voraussichtlich noch bis zum Frühjahr, bis das zentrale Brückenbauwerk im Verlauf der A3 am Autobahnkreuz Leverkusen ausreichend verstärkt ist.

Seit Jahren wird die Rheinbrücke Leverkusen im Verlauf der A1 kontrolliert und saniert, um weiterhin eine gefahrlose Überfahrt zu ermöglichen. Allerdings bleibt aktuell der Schwerlast-Verkehr über 3,5 Tonnen außen vor und darf die Brücke nicht passieren. Die Dauer dieser Einschränkung ist noch offen.

Die Sanierung des Tunnels Grenzstraße B55a ist eine Maßnahme der Stadt Köln, die allerdings wegen ihrer Wichtigkeit in der Baustellenplanung von StraßenNRW berücksichtigt werden muss. Denn deswegen müssen auch Verbindungen im Autobahnkreuz Köln-Ost gesperrt werden. Die Maßnahme soll noch bis Ende 2016 dauern. Umleitungen finden über die A4 bis zur Anschlussstelle Köln-Merheim statt.

Die Arbeiten an der A3 für eine neue Lärmschutzwand bei Rath/Heumar in Fahrtrichtung Frankfurt dauern voraussichtlich noch bis Ende 2015. Der Verkehr kann über drei Fahrstreifen je Richtung laufen. Die Einfahrt von der A4 auf die A3 ist allerdings deswegen verkürzt.

Der Umbau des Autobahnkreuzes Köln-West A1/A4 (Modul 2 Ost) wird noch bis voraussichtlich Mitte 2015 dauern. Dabei ist die Fahrbeziehung von der A1 auf die A4 in Richtung Aachen gesperrt, was sich allerdings kaum negativ auf den sonstigen Verkehr auswirken soll.

Bevorstehende Maßnahmen

Folgende Maßnahmen sollen im laufenden Jahr noch begonnen werden:

Bei der A3 zwischen Köln-Mülheim und der Anschlussstelle Leverkusen soll die Fahrbahn achtstreifig ausgebaut werden. Beginnen sollen die Arbeiten im Frühjahr und etwa zwei Jahre andauern.

Der Umbau des Autobahnkreuzes Köln-West auf der A1/A4 – „Modul 2“ und „Modul 3“ soll Mitte dieses Jahres beginnen und anderthalb Jahre dauern. Hier kann es zu einzelnen Sperrungen und damit zu Verkehrsbehinderungen kommen. Die durch den Umbau erreichte Leistungssteigerung des Kreuzes ist aber für seine Funktion als Knoten innerhalb der Umleitungsstrecke für die Leverkusener Rheinbrücke äußerst wichtig.

Bauarbeiten 2016

In 2016 stehen folgende Bauarbeiten an:

A542 – Die Brücken und die Fahrbahn der A542 sind deutlich „in die Jahre gekommen“, eine Sanierung ist unbedingt notwendig. Weil die A542 im Fall der späteren Sperrung am Kreuz Leverkusen-West als Umleitung dienen muss, ist Eile geboten. Um Zeit zu sparen ist geplant, die Sanierung mit den Sperrungen je einer Fahrtrichtung durchzuführen. Der erste Bauabschnitt von Langenfeld nach Monheim wird dabei etwa sechs Monate beanspruchen und der zweite von Monheim nach Langenfeld etwa acht Monate.

Ein weiterer Lärmschutz ist an der A3 bei Rath/Heumar in Fahrtrichtung Oberhausen geplant. Für ein Jahr stehen hier 2016 Arbeiten auf dem Programm. Diese werden allerdings zumeist außerhalb des Verkehrsraumes stattfinden können.

A1 – Der Neubau des zentralen Bauwerkes im Autobahnkreuz Köln/Nord ist für Herbst 2016 geplant und wird voraussichtlich bis Ende 2018 dauern.

A3/A4/A59 – Die Projektmanagementgesellschaft DEGES will im Auftrag des Landes NRW ab 2016 das zentrale Bauwerk im Autobahndreieck Heumar bauen. Die Planungen laufen bereits. Das Dreieck Heumar wird durch diese Leistungssteigerung ebenfalls für seine Umleitungsfunktion fit gemacht, wenn die Arbeiten an der Rheinbrücke Leverkusen laufen.

Weitere Baumaßnahmen in 2016/17 sind: Vom Autobahndreieck Langenfeld bis zur Anschlussstelle Leverkusen/Opladen auf der A3 soll die Autobahn komplett saniert werden. Zudem soll eine neue „telematische Anlage“ zwischen der Anschlussstelle Opladen und dem Autobahnkreuz Hilden gebaut werden, um künftig den Verkehr zu steuern. Der genaue Zeitpunkt ist noch offen, wird aber frühzeitig kommuniziert.

Der Neubau der Rheinbrücke Leverkusen auf der A1 schließlich soll in 2017 starten. Dazu müssen noch Umbauten im Autobahnkreuz Leverkusen-Westmit Sperrungen von Fahrbeziehungen durchgeführt werden. Umleitungen sollen über die A59, die A542 und die A3 eingerichtet werden.

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