Jeep Trailcat

Jeep Trailcat: Giftgrüner Bigfoot als Symbol der Freiheit
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So griffig sein Name klingt, so griffig verzahnt sich auch die 39-Zoll-Bereifung mit dem Gestein: Jeep "Trailcat". Ein katzenhaftes Wesen hat die "Performance"-Abteilung Mopar der amerikanischen Geländewagenmarke Jeep da geschaffen. Der Trailcat kann selbst Pfade erobern, auf denen die Füße des Menschen entgleiten. Weil sie zu steil, zu glatt oder zu unwegsam sind. Damit wird der Zweisitzer zum Symbol des Freiheit spendenden und Natur erobernden Automobils. Als solches soll er den 75. Geburtstag der Marke Jeep versüßen, den viele tausend Jeep-Fans in diesem Jahr in Utah feiern. Der Trailcat demonstriert die Vitalität der Marke, ist Beweis ihrer Dehnbarkeit und ein Dokument jener Größe, die Jeep zu dem gemacht hat, was sie heute ist: Die automobile Offroad-Marke schlechthin. Zur Feier des Jahres nehmen wir im Jeep Trailcat das Allerheiligste der nordamerikanischen Offroad-Gemeinde unter vier "BF Goodrich Krawler KX"-Reifen: Canyonland um Moab. Zunächst erklimmen wir die Kommandozentrale rund 80 Zentimeter über dem Asphalt, drehen uns in Kohlefaser-Schalensitze ein, die wir aus der Dodge Viper kennen, und schließen das Außengatter. Türen gibt es nicht. Zunächst auch keine Auffälligkeiten: Die Armaturentafel stammt vom Jeep Wrangler. Der Tacho reicht bis 100 mph, rund 160 km/h. Doch halt: der Schaltknauf mit eingraviertem giftgrünen Katzenkopf fällt auf und führt zu dem, was uns bewegt. Wir drehen den Zündschlüssel und unsere Hand schnellt erschrocken zurück: Einem Kanonenschlag gleich, der den Wagen kräftig durchschüttelt, erwacht die stärkste Maschine, die jemals einen Jeep befeuerte. Aggressiv aufbellend, schamlos laut.
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V8-Monster aus dem Dodge Challenger SRT Hellcat

Mopar-Technikern ist es gelungen, das 6,2 Liter mächtige, von einem Kompressor beatmete V8-Aggregat aus dem Dodge Challenger SRT Hellcat in den Vorderwagen eines Wrangler zu zwängen. Dass der Wrangler im Verlauf nachfolgender Umbauten und Anpassungen gänzlich an Identität verlor, ist gewollt. Es entstand eine automobile Chimäre, halb Katze, halb Giftschlange. Wir springen los.Das 527 kW/716 PS starke Höllentriebwerk ist mit einer Tremec Sechsgang-Handschaltbox kombiniert. Ein Automatikgetriebe, dass 880 Nm Drehmoment verkraften könnte, hat FCA nicht im Regal. Und so muss dem Trailcat Piloten eine stramme Wade beim Kuppeln helfen. Geschätzte zwei Zentimeter Kupplungsweg und das Monster schnellt mit einem Satz nach vorn. Gas, rasch kuppeln, in den zweiten Gang wechseln. Am besten, man lässt die Hand gleich am Schaltknauf, denn schon wird die dritte Schaltstufe verlangt. Der V8 dreht explosiv hoch und drückt die Fuhre so vehement nach vorn, dass nur das schwere Kraftwerk vorn ein Aufrichten der Vorderwagens verhindert. Auf dem Weg vom Wrangler zum Trailcat blieb kaum ein Bauteil unangetastet. Die Stoßstangen sind aus massivem Eisen geschmiedet, tragen vorn Zusatzscheinwerfer und hinten nichts. Alle Lampen leuchten mit LEDs. Wegen des benötigten Bauraums für Motor und Getriebe wurde der Radstand um 30 auf 273 Zentimeter und mit ihm der Fahrzeugrahmen verlängert. Die Proportionen sind nun verändert, vom Wrangler überlebten nur Details. Der nun längeren Motorhaube sind Power Domes gewachsen, die Windschutzscheibe baut fünf Zentimeter schmaler. An sie schliesst der völlig neu konstruierte Rohrrahmen an, der als Überrollkäfig dient. Er bietet allerdings nur zwei Personen vorn entsprechende Kopffreiheit. Im Fond findet der 90-Liter-Treibstofftank aus Aluminium Platz. Er liegt weit oberhalb des steinigen Untergrunds, über den diese Katze im Offroad-Einsatz kriecht. Jedoch ungeschützt vor Sonneneinstrahlung und lose mitgeführtem Gepäck. Wenigstens ein Schutzgitter sollte hier für minimale Sicherheit sorgen. Die enorme Längsdynamik des Jeep Trailcat untermalt ein Orchester aus drei Musikanten, gewissermassen als Terzett. Den Rhythmus legt das bärige V8-Aggregat vor, und in den Gesang stimmen die grobstolligen Ballonreifen ein. Die Benzinpumpe im Heck stammt aus einem Lkw. Sie muss den gewaltigen Durst des Höllentriebwerks stillen und kennt keine...
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