Kaufberatung Elektrorad: Mit dem Strom radeln

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Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen ziehen die Menschen wieder nach draußen aufs Fahrrad. Zudem sind viele Berufspendler nicht mehr bereit, den Mineralölkonzernen die exorbitanten Spritpreise zu bezahlen und steigen auf´s Radl. Immer häufiger werden Fahrrädern mit Elektrounterstützung gekauft. Die Strombikes erfahren in der letzten Zeit einen beachtlichen Absatz. Tendenz stark steigend. Und das, obwohl ein qualitativ ordentliches Pedelec alles andere als billig ist. 1 500 bis 2 000 Euro muss der Käufer schon locker machen. Die Experten raten: Finger weg von Fernost-Billigware, denn die hält erfahrungsgemäß nicht lange oder kann im Straßenverkehr sogar gefährlich werden. Von Nachrüstsätzen für konventionelle Fahrräder raten Fachleute ab, denn meist werden damit die Rahmen des Rads überfordert.

Wie bei jeder größeren Anschaffung gilt es auch beim Pedelec oder E-Bike, sich zunächst über den Einsatzzweck Gedanken zu machen. Denn Stromer gibt es mittlerweile in Form fast aller Fahrradkonzepte: Die Spanne reicht dabei vom sportlichen Mountainbike über Transporträder und Klappbikes bis zum bequemen Cityrad.

Hinsichtlich des Aufbaus stehen drei verschiedene Konzepte zur Wahl: Da wäre zum einen das E-Rad, auch „Pedelec“ genannt. Dabei handelt es sich um ein Hybridfahrzeug. Es setzt die Motorunterstützung nur dann frei, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Eine Steuerelektronik erfasst das Tretverhalten. Sie regelt dann entsprechend die Unterstützungskraft. Sind 25 km/h erreicht, steigt die Motorunterstützung aus. Die Motorleistung beträgt dabei normalerweise 250 Watt. Der Vorteil dieses Konzeptes: Der Radler benötigt dafür keine Fahrerlaubnis. Auch ist eine besondere Versicherung nicht notwendig. Der Gesetzgeber setzt kein Mindestalter an und auch eine Helmpflicht gibt es nicht.

Eine flotteres Vorankommen bieten die Varianten, deren Unterstützung sich nicht abschaltet; doch dafür braucht der Velotreiber einen Mofaführerschein. Auch um eine Versicherung und ein Kennzeichen muss er sich kümmern. Zu guter letzt wäre da noch die Alternative, die das Rad auch ohne Tretunterstützung antreibt und bis zu 500 Watt (rund 0,7 PS) leistet. Das so genannte „E-Mofa“ oder „E-Bike“ bedarf ebenfalls einer Fahrerlaubnis für Mofas sowie eines Versicherungskennzeichens.

Ein wichtiges Kriterium ist die Einbaulage des Motors. Sie hat nicht nur Einfluss auf die Gewichtsverteilung, sondern auf den Aufbau des Rads hinsichtlich Schaltung und Bremse. Zur Wahl stehen Frontantrieb, Heckmotor und Tretlagermotor. Beim Motor-Antrieb an der Vorderradnabe ergibt sich zusammen mit der Pedalkraft des Fahrers quasi ein Allradantrieb. Hier können sowohl Naben- als auch Kettenschaltung ihren Platz am Rad finden. Hinsichtlich der Gewichtsverteilung optimal platziert ist das Antriebsaggregat am Tretlager. Das verbessert das Fahrverhalten. Außerdem lassen sich alle Arten von Schaltung realisieren. Einzig eine Rücktrittbremse ist bei diesem Aufbau ausgeschlossen. Der Motor an der Hinterradnabe lässt sich grundsätzlich nur mit Kettenschaltung kombinieren, auch eine Rücktrittbremse ist nicht möglich.

Zum Laden der Stromspeicher muss – je nach Ausführung – die Batterie ausgebaut werden. Zum Aufladen sind Ladegerät und Steckdose erforderlich. Gängige Energiespeicher sind Nickel-Metallhydrid- oder Lithium-Ionen-Akkus. Ist das Ladegerät im Lieferumfang des E-Bikes enthalten, muss das Augenmerk auf die Qualität der Steuerelektronik liegen, die den Ladevorgang überwacht und regelt. Lithium-Ionen-Batterien, deren Ersatz schnell einige hundert Euro kostet, reagieren empfindlich gegen Spannungsschwankungen und Überladungen. Eine im Wortsinne „gewichtige“ Rolle spielt die Positionierung der drei bis sechs Kilo schweren Stromspeicher am Rad. Generell gilt: je näher am Tretlager, desto besser.

Und wie weit kann der Radler mit einer Akku-Ladung fahren? Dies hängt von der Qualität und Kapazität des Stromspeichers sowie der jeweiligen Unterstützungsstufe undFahrweise ab. Auch schlägt hier das Gesamtgewicht des Gefährts inklusive Fahrer und Gepäck zu Buche. Ohne große Anstiege sind bei den gängigen Modellen 60 bis 80 Kilometer drin. Mit Vorsicht sind da grundsätzlich alle Herstellerangaben zu genießen, denn die behandeln die Reichweite ihrer Produkte grundsätzlich wie Angler die Länge ihrer Beute. Denn jeder Anstieg reduziert die Reichweite bereits deutlich.

Weitere entscheidende Kriterien für den Kauf und Preis eines E-Bike sind: eine penible Verarbeitung, eine hochwertige Verkabelung und ausreichender Nässeschutz für die Steckverbindungen. Wie bei allen technisch anspruchsvollen Investitionsgütern bildet auch beim E-Bike der Gang zum Fachmann den besten Schutz vor Enttäuschungen. Der Profi verfügt über Vorführfahrzeuge oder E-Bikes, die sich zum Kennenlernen für einen Tag oder ein Wochenende mieten lassen. Außerdem wartet der Händler die Zweiräder und kennt sich mit der richtigen Einstellung für den individuellen E-Biker aus. Selbst den größten Wissensdurst über die diversen Einstellungen und Techniken von Elektrorädern stillt das Buch „Pedelecs richtig einstellen, warten und tunen“ von Franz Helligs. Franzis-Verlag, ISBN 978-3-645-65106-6, Preis: 29,95 Euro.

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