Keine Kratzer auf dem Auto mehr – dank Lack, der sich selbst repariert
auto.de Bilder

Copyright: auto.de

auto.de Bilder

Copyright: auto.de

Egal ob zu eifrige Bürsten in der Autowaschanlage oder ein beabsichtigtes böswilliges Streifen mit dem Schlüssel – Kratzer im Autolack sind für jeden Autobesitzer wirklich schmerzlich. Können Kratzer und Narben am Körper noch die eigene Sportlichkeit, Tapferkeit oder Männlichkeit betonen, auf dem Auto will sie nun wirklich niemand haben.

Wer freute sich da nicht, als die Nachrichtenagentur Reuters vor einigen Wochen meldete, Wissenschaftler hätten nun einen Autolack entwickelt, der sich quasi selbst regeneriert und binnen einer Stunde den Kratzer verschwinden lässt. Häh? Wie soll das gehen, fragt sich da so mancher vielleicht. Hochtechnologisierte Zeiten hin oder her, ist das Zauberei?

Der selbstreparierende Lack funktioniert dank Chitosan, das im Wunderlack enthalten ist. Chitosan ist ein chemischer Stoff, der entweder durch bestimmte Prozesse aus Chitin gewonnen oder der Natur entnommen wird, in welcher er beispielsweise in Champignons oder Austernpilzen vorkommt. Für den Lack wird das Chitosan verwendet, da es hochbindend etwa für Fett oder Schwebstoffe ist, weswegen es beispielsweise auch für die Wasseraufbereitung oder Abwasserklärung genutzt wird.

[foto id=“67992″ size=“small“ position=“left“]Zerkratzt also aus irgendeinem Grund ihr Auto, verbindet sich das Chitosan, wenn das Auto denn in der Sonne steht, da die Sonne sozusagen energiefreigebend wirkt, mit anderen Stoffen im Lack und verschließt den Kratzer wieder selbst. Und noch dazu soll diese Reparatur nur eine Stunde dauern.

Hört sich zu gut an, um wahr zu sein?

Einige kleine Einschränkungen gibt es noch beim Wundermittel: So funktionieren die „Selbstheilungskräfte“ des Lacks nur ein Mal an derselben Stelle. Wird der Lack ein zweiten Mal genau dort zerkratzt, kann er sich nicht mehr von selbst regenieren. Außerdem ist noch unklar, bis zu welcher Tiefe der Kratzer die Farbe sich noch repariert.

Bisher versuchten Autohersteller, den ärgerlichen kleinen und großen Kratzern mit stabileren Lackierungen vorzubeugen. Nissan allerdings hatte bereits im Jahr 2005
einen sogenannten „Scratch Guard Coat“, welcher auf den normalen Acryllack aufgetragen wird. Dieser
„Scratch Guard Coat“ regeneriert sich dann in wenigen Tagen und übrig bleibt vom Kratzer: nichts.
Den zusätzlichen Schutz bietet Nissan als Lackierung für seinen SUV X-Trail für umgerechnet 316 Euro an. Außerdem verwendet Infiniti für seine Autos in den USA eine ähnliche Zusatzlackierung. 

UNSERE TOP-ANGEBOTE FÜR SIE

MEHR ERFAHREN AUS DEM BEREICH NEWS

Diesel-Dämmerung: Totgesagte leben länger

Diesel-Dämmerung: Totgesagte leben länger

Ford Puma ST: Den Berglöwen zieht es auf die Rennstrecke

Ford Puma ST: Den Berglöwen zieht es auf die Rennstrecke

Skoda: bis zu 4727 Euro „Clever“ sparen

Skoda: bis zu 4727 Euro „Clever“ sparen

zoom_photo