Kfz-Versicherung mit Telematik-Tarif – Mehr Daten – weniger zahlen

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Wer seinen Fahrstil elektronisch überwachen lässt, zahlt künftig weniger für seine Kfz-Versicherung. Als erster deutscher Anbietet hat S-Direkt, der Direktversicherer der Sparkassen, angekündigt, für das kommende Jahr einen sogenannten Telematik-Tarif einzuführen. Autofahrer, die sich eine Black Box im Fahrzeug installieren lassen, sollen durch besonders günstige Tarife belohnt werden.

Die nur wenige Zentimeter große Telematik-Box verfügt über einen GPS-Positionssensor sowie eine Mobilfunkkarte und wird an die so genannte OBD-Schnittstelle des Autos angeschlossen. Dort liest sie dann unter anderem Daten der Motorsteuerung aus und leitet sie an einen zentralen Server weiter. Anhand dieser Informationen wird der individuelle Fahrstil ermittelt und bewertet. Dabei werden unter anderem Kilometerleistung, Zahl der Geschwindigkeits-Überschreitungen sowie Anteil von Nacht- und Stadtfahrten berücksichtigt. Auf dieser Basis berechnet sich ein Bonus-Punktwert; überschreitet der Fahrer eine bestimmte Schwelle, erhält er im Folgejahr einen Rabatt von 5 Prozent auf die Versicherungsprämie. Zudem wird aus allen Kunden monatlich der beste Fahrer ermittelt, der dann für ein Quartal gratis versichert ist.

Zunächst werden für den Dienst aber Kosten fällig, bei Bestellung direkt über die Sparkassen-Tochter sind das 5,95 Euro pro Monat für Gerät und Mobilfunkverbindung. Wer über das Vergleichsportal Check24 bucht, ist zwei Jahre von den Gebühren freigestellt.

Datenschutz-Probleme sieht die S-Direkt nicht

Nach eigenen Angaben erhält die Sparkasse keine genauen Informationen zu den gefahrenen Routen, sondern lediglich die abstrakten Punktwerte. Zudem will die Versicherung ihren Kunden die Black Box mit Zusatzdiensten schmackhaft machen. So fungiert der Fahrtenschreiber auch als Notruf-Assistent, der bei einem Unfall automatisch die Rettungskräfte informiert. Auch eine Online-Positionsbestimmung durch den Halter ist möglich, etwa, wenn das Fahrzeug gestohlen wurde.

Einige Datenschützer jedoch kritisieren die Black-Box-Technik bereits seit längerem und raten generell zur Zurückhaltung bei der Weitergabe persönlicher Daten. In anderen Ländern gibt es in dieser Beziehung weniger Skrupel, vor allem in den USA sind derartige Systeme weit verbreitet. Ob sich die Technik in Deutschland durchsetzt, bleibt abzuwarten. Die Sparkasse bietet zunächst lediglich 1.000 Geräte an, die zudem nur für Fahrzeuge geeignet sind, die ein maximales Alter von fünf Jahren haben.

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