Kleine Reparaturen: Mit der „Drücker-Methode“ Geld sparen

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Sie sind allemal ärgerlich, die kleinen Dellen und Parkrempler, von denen kaum ein Fahrzeug verschont wird. Viele Autofahrer schenken diesen Mini-Schäden wenig Beachtung. Steht das Auto jedoch zum Verkauf oder zur Leasingrückgabe an, schlägt die Stunde der Wahrheit; der Ärger ist vorprogrammiert. Der Wagen muss in die Werkstatt, und die Reparaturrechnung fällt meist saftig aus.

Doch müssen selbst kleinste Unfallschäden immer teuer sein?

Die Sachverständigen der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung in Stuttgart weisen jetzt auf alternativen Reparaturmethoden hin, mit denen sich bei kleineren Unfallschäden an der Außenhaut die Kostenbremse ziehen lässt. Auch viele Fachwerkstätten arbeiten inzwischen mit entsprechenden Smart-Repair-Programmen. Unterschieden wird bei dieser Methode zwischen dem Ausdrücken von innen mittels entsprechender Hebelwerkzeuge und der Ausziehmethode von außen. Bis zu 80 Prozent der Kosten können bei kleinen Beulen so gespart werden, wissen die GTÜ-Experten.

Mit der Drücker-Methode lassen sich Dellen mit einer Tiefe bis zu einem Millimeter und einem Durchmesser von bis zu sechs Zentimetern vollständig „herausmassieren“, ohne Schäden am Lack. Dabei wird zunächst die beschädigte Stelle auf etwa 70 Grad erwärmt, damit der Lack beim Glätten nicht reißt. Von der anderen Seite des Blechs lässt sich dann mit Hilfe von Spezialwerkzeugen und viel Fingerspitzengefühl die Beule langsam herausdrücken. Die Drücker-Methode kann jedoch nicht bei allen Karosserieteilen angewendet werden. Die zu behandelnde Stelle muss für den Einsatz des Spezialwerkzeugs zugänglich sein.

Größere Blechschäden lassen sich mit einer anderen alternativen Reparaturmethode rasch beheben. Vor allem an Stellen, die von innen schwer zugänglich sind, rechnet sich dieses Verfahren. So muss beispielsweise bei einer Tür die Innenverkleidung nicht mehr abgebaut werden. Hier wird ein kleiner Metallstift direkt auf die Beule geschweißt. Anschließend wird die Delle elektropneumatisch herausgezogen, der Metallstift abgedreht und abgeschliffen. Allerdings muss bei dieser Methode die behandelte Stelle neu lackiert werden.

Preiswert lassen sich heute auch kleine Glasschäden reparieren. Die Scheibe muss nur noch in seltenen Fällen komplett erneuert werden. Kleine Risse und punktförmige Beschädigungen, wie sie etwa durch Steinschlag entstehen, werden mit Harzklebstoffen beseitigt. Mit Hilfe eines Hartmetalldorns wird die Einschlagstelle gesäubert. Anschließend saugt ein Injektor die Luft von der Schadenstelle ab, während gleichzeitig Reparaturharz die Lücke schließt. Das Harz hat einen ähnlichen Lichtbrechwert wie Glas und sorgt so dauerhaft für den gewohnten Durchblick. Die Harzreparatur darf jedoch nicht im direkten Sichtfeld des Fahrers ausgeführt werden.

Auch in Sachen Kunststoffreparatur hat sich Einiges getan. Mittlerweile stehen verbesserte Reparaturmaterialen zur Verfügung, die eine hochwertige und sichere Instandsetzung aller Kunststoffarten ermöglichen. Eine genaue Identifikation des Kunststoffs ist nicht mehr erforderlich. Es genügt, wenn der Fachmann in der Werkstatt das Material als flexibel, halb starr oder starr einstuft. Er kann sogar – je nach verwendetem Produkt – alle Kunststoffe mit einem einzigen Reparaturmaterial in Stand setzen. Sowohl Kratzer, Risse und Löcher als auch abgebrochene Befestigungselemente am Stoßfänger lassen sich wieder in Ordnung bringen. Natürlich gibt es auch technische und wirtschaftliche Grenzen bei der Kunststoffreparatur. Wenn sich die Form des Kunststoffteils verändert hat oder die Kosten über den Ersatzteilpreisen liegen, sollte man von einer Reparatur absehen.

Eine weitere Einsparmöglichkeit vor allem bei älteren Fahrzeugen ist die Unfallreparatur mit gebrauchten und technisch einwandfreien Originalersatzteilen. Hier muss vor einer Reparatur jedoch genau geprüft werden, welche Gebrauchtteile eingesetzt werden dürfen. Ohne Bedenken gilt dies für Karosserieschraubteile, bedingt für gebrauchte Einschweißteile, sagen die GTÜ-Experten.

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