Kommentar: Keine Garantie – im E10-Poker verzocken sich Industrie und Politik
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Ist ja super, die Sache mit dem neuen „Super-Benzin E10“. Das Kraftstoff-Chaos ist komplett. „Die Verwirrung an der Zapfsäule muss ein Ende haben“, fordert da Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer anlässlich des eilig einberufenen „Benzin-Gipfels“.

Eine Einsicht, die (zu) spät kommt. Denn die meisten Autofahrer sind längst verwirrt und verärgert, um nicht zu sagen: verängstigt. Aus gutem Grund, schließlich kann und will ihnen derzeit niemand verbindlich garantieren, dass der von ihnen getankte „Bio“-Kraftstoff nicht vielleicht doch irreparable Schäden am Motor ihres Fahrzeugs verursacht. Wobei im Schadensfall es bei ihnen läge, zu beweisen, dass ihr Auto tatsächlich allein durch den falschen Sprit kaputt gegangen ist. Also greifen sie lieber zur alten Super-Sorte „E5“ (entsprechend ihrer Oktanzahl auch bekannt als „Euro 95“), die in Wahrheit oft durch altbekanntes Super Plus mit höherer Kopffestigkeit (98 Oktan) und höherem Preis ersetzt wird.

Was ist zu tun?

Darauf wissen Politiker und Industrievertreter derzeit keine Antwort. Statt mit klaren Aussagen Aufklärungsarbeit zu leisten und per offiziellen Garantien für Verbrauchersicherheit zu sorgen, geht das Verwirrspiel um E10 nun in die nächste Runde: Die Politik, die uns Autofahrern den „Bio“-Sprit aus Gründen des Umweltschutzes und der größeren Unabhängigkeit vom Erdöl verordnet hat, bemängelt, die Kraftstoffhersteller hätten ihre Kunden nicht ausreichend informiert. Die Mineralölwirtschaft wiederum gibt den Autobauern Schuld. Und so schieben Verkehrspolitiker, Automobilindustrie und Mineralölkonzerne im bizarren E10-Poker den schwarzen Peter munter hin und her. Der Dumme im von Politik und Industrie angezettelten Verwirrspiel ist ohnehin der Autofahrer: Er zahlt die Zeche in Form von unnötig überhöhten Tankrechnungen oder über den Mehrverbrauch seines Autos infolge des geringeren Energiegehalts des Bio-Sprits.

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