Leipziger Messe: Messechef Wolfgang Marzin seiner Pflichten enthoben

Von auto.de-Redakteur Ingo Koecher

Nachdem vor wenigen Tagen (23. September 2009) bekannt wurde, dass der Vorsitzende der Geschäftsführung der Leipziger Messe GmbH Wolfgang Marzin ab März kommenden Jahres die Geschicke der Frankfurter Messe lenken wird, war die Verwunderung recht groß.

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Und dies nicht zuletzt deswegen, da Marzin seinen Weggang aus Leipzig nicht selbst thematisierte. Offiziell wurde der Wechsel zur Frankfurter Messe erst durch eine Pressemitteilung der dortigen Geschäftsleitung. Dort heißt es, dass Marzin im April 2010 den bisherigen Geschäftsführer Michael von Zitzewitz ablöst, der sich in den Ruhestand verabschieden wird. Auch der am 30.06.2010 endende Vertrag von Michael Peters (Geschäftsleitung Frankfurter Messe) wird nicht verlängert. Somit wird Marzin gemeinsam mit Detlef Braun und Uwe Behm die Geschäftsführung in Frankfurt übernehmen.

Schnell, lautlos, aber nicht schmerzlos – so jedenfalls der Eindruck, der sich den Leipzigern bei der Mitteilung über Marzins Fortgang nach Frankfurt vermittelt haben dürfte.

Und ein Reaktion des am Spontaneität kaum zu überbietenden Wechsels ließ denn auch nicht lange auf sich warten. Die Leipzig Messe GmbH teilte mit, dass sie Marzins noch bis März 2010 andauernden Vertrag bereits jetzt aufkündige. Unterdessen übernimmt Martin Buhl-Wagner die Leitung, bis die Vakanz von Neuem besetzt werden kann.

Schon vor Marzins Amtsantritt vor sechs Jahren (2003) widerfuhr der Messe Leipzig GmbH ein ähnliches Schicksal mit dem Weggang von Werner Dornscheidt. Der führte die Leipziger Messe von 1999 bis 2003, um dann in Düsseldorf einen Sitz in der Vorstandsetage einzunehmen. Nun ist auch Wolfgang Marzin gesprungen – und [ no Image matched ]das im wahrsten Sinne des Wortes. Den der Münchner ließ der sächsischen Messegesellschaft nicht einmal ausreichend Zeit, einen entsprechenden Nachfolger zu finden.

Somit ist Leipzig einmal mehr „Sprungbrett“ auf dem Weg nach oben. Die Leipziger Onlinezeitung formulierte es unlängst entsprechend. Wird der Gedanke weiterverfolgt, ist festzustellen, dass das Sprungbrettprinzip für Personalien in gleicher Weise wie für Innovationen Gültigkeit besitzt. Prominenter Fall: Das zarten Pflänzchen Games Convention. Entwickelt, aufgepäppelt und in der Branche etabliert, fand sie 2002 erstmals als Messe für interaktive Unterhaltung in Leipzig statt. Sie wurde zu einer festen Größe in den Messekalendern einer wachsenden Zahl von Ausstellern und Interessierten. Als sich jedoch abzeichnete, dass ein wirtschaftlich interessanter Status erreicht werden könnte, jede Menge Man-Power hatte ihren Weg bereits in die Entwicklung gefunden …., kam was kommen musste: Die Abwanderung der Games Convention ins Rheinland unter Angabe sehr zweifelhafter Gründe. 2009 fand sie erstmals in Köln unter der Bezeichnung gamescom statt.

Doch die Verwunderung hielt sich in Grenzen, zeigen die Vorgänge doch nur, was in der Wirtschaft längst Usus ist: Alles wird solange (be)genutzt, wie es dem eigenen Vorteil gereicht. Wer da kontinuierlichen Aufbau oder gar eine Bindung in auch Mal weniger guten Zeiten im Auge hat, muss schnell erkennen, dass in heutigen Tagen Flexibilität das höchste Gut ist. Wer nimmt sich denn noch die Zeit, etwas aufzubauen? In zahlreichen Manager-Etagen wurde und wird es vorgelebt.

Marzin, unter anderem tätig für die Messegesellschaften München und Düsseldorf, hat die Messe in Leipzig von 2004 bis 2009 mitgestaltet. Ein wenig erfreulicher Beigeschmack am Ende seiner Dienstzeit bleibt dennoch: Zum einen der Umzug der sehr erfolgreichen Computer-Spielemesse Games Convention nach Köln, zum anderen die Einführung der fortan alle zwei Jahre im Wechsel mit der IAA in Frankfurt stattfindenden Auto Mobil International.

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