Leser fragen – Experten antworten – Anhängerkupplung nachrüsten
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Frage: Mein Auto hat keine Anhängerkupplung. Ich möchte diese selbst nachrüsten. Was muss ich dabei beachten?

Antwort von Hans-Ulrich Sander, Kraftfahrzeug-Experte des TÜV Rheinland

Wer mit einer Anhängerkupplung sein Fahrzeug zu einem Zugpferd machen will, kann selbst als Laie zumindest die erste Hälfte der Montage selbst durchführen.

Im Handel gibt es zwei Haupttypen von Nachrüst-Kupplungen für den Pkw: als starren Haken, der stets fest montiert bleibt und die abnehmbare Kupplung. Eine abnehmbare Kupplung ist gesetzlich vorgeschrieben, wenn die Kugel den Blick auf das Nummernschild verdeckt. Manche Autofahrer stören sich optisch an der Anhängerkupplung und wählen auch deshalb lieber die abnehmbare Variante.

Ist das zum Fahrzeugtyp passende Modell ausgesucht, erfolgt das Nachrüsten. Dabei sollte man den Anweisungen der Anleitung akribisch folgen um kein Sicherheitsrisiko entstehen zu lassen. Wo genau die Kupplung am Heck befestigt wird, legen die Autobauer individuell für die Fahrzeugtypen fest. In der Regel wird die Heckschürze abgenommen, der serienmäßige Stoßfänger abmontiert, das neue Teil angebracht und anschließend wieder alles zusammengebaut. Der einzige wirklich kritische Aspekt ist das richtige Drehmoment, mit dem die Schrauben angezogen werden. Ist die Kupplung zu lose, könnte der Anhänger oder Wohnwagen sich im schlimmsten Fall selbstständig machen. Deshalb empfiehlt sich bei der Anbringung ein Drehmomentschlüssel.

Schwieriger ist der Anschluss an die Fahrzeugelektronik. Damit der Anhänger mit Strom versorgt wird, ist ein sogenannter E-Satz nötig. Den richtigen Stecker für die dazugehörigen Kabel zu finden ist jedoch nicht leicht. Die Nachrüstung ist also eher etwas für den Fachmann als für den Laien-Schrauber. Je nach Fahrzeug muss der E-Satz über das Steuergerät aktiviert werden, was nur die Fachwerkstatt durchführen kann.

Die frisch montierte Anhängerkupplung muss übrigens – sofern sie die übliche EU-Zulassung besitzt – weder vom TÜV abgenommen noch in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Das Mitführen der zur Anhängekupplung gehörenden Papiere reicht aus. Auf Wunsch kann jedoch an jeder technischen Prüfstelle der sach- und fachgerechte Anbau kontrolliert und bescheinigt werden.

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