Leser fragen – Experten antworten – Luxus-Nahrung fürs Auto
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Frage: Immer wenn ich an die Tankstelle fahre, überlege ich, ob ich nicht mal Premium-Benzin ausprobieren sollte. Das ist zwar teurer, macht mein Auto aber schneller, verspricht die Werbung. Stimmt das?

Antwort von Hans Georg Sander, Kraftfahrzeug-Experte des TÜV Rheinland: Mit ihren Überlegungen sind sie nicht allein, es gibt einige Autofahrer, glauben, ihren Autos etwas „Gutes“ zu tun, wenn sie statt Superbenzin beispielsweise „V-Power“ oder „Ultimate“ tanken.

Der Unterschied liegt in der Oktanzahl und bei den Additiven. Superbenzin hat 95 Oktan, worauf die meisten Ottomotoren ausgelegt sind. Der Oktanzahlbedarf beschreibt den Bedarf an Klopffestigkeit des Kraftstoffes eines Motors, damit es nicht zu ungewollten Selbstzündungen kommt. Superplus hat 98 Oktan. Dann gibt es noch die Luxus-Kraftstoffe, die bis zu 100 Oktan oder etwas mehr haben und zusätzlich besondere Additive enthalten. Die Mineralölkonzerne versprechen zum Beispiel eine optimierte Verbrennung, geringeren Verbrauch oder sogar eine Leistungssteigerung. Dafür sind diese Kraftstoffe deutlich teurer.

Verschiedene Tests, zum Beispiel des ADAC, zeigen, dass man bei einem normalen Motor keinen Leistungszuwachs verzeichnen kann, wenn er mit dem Luxus-Benzin gefüttert wird. Grund hierfür ist, dass längst nicht alle Fahrzeuge mit entsprechenden Klopfsensoren ausgestattet sind, die die höhere Oktan-Zahl in den Premium-Kraftstoffen erkennen. Wer Sprit sparen will, sollte eher sein Fahrverhalten verändern.

Bei Motoren, die über Aufladung durch Turbo oder Kompressor verfügen, läuft der Motor meist nur mit einer höheren Oktanzahl optimal. Möglicherweise wird daher im Handbuch der Betrieb mit Superplus-Benzin empfohlen. Das Superplus ist allerdings an nicht wenigen Tankstellen bereits von den Premium-Angeboten der Mineralölkonzerne verdrängt worden. Man kann zwar auch Super tanken, ohne, dass es zu einem Schaden am Motor kommt, muss dann aber mit einer etwas geringeren Leistung rechnen.

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