AMG C 63

Erste Fahrt im Mercedes-AMG C 63

Mercedes-AMG C 63: Biturbo statt Big Block Bilder

Copyright: Daimler

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Ein Big-Block-V8 mit fettem Saugmotor-Sound: Dieses Herz schlug bislang im C 63 AMG. Doch auch die Tuning-Tochter von Mercedes muss auf Verbrauch und Emissionen achten. In der neuen AMG-Mittelklasse-Limousine C 63 arbeitet fortan ein deutlich kleineres Biturbo-Aggregat – das jedoch alles besser kann als sein Vorgänger.

Motorisierung

Zweifellos, er war einer der letzten seiner Art, der C 63 AMG der Baureihe W 204: eine kompakte Limousine mit einem riesigen Motor. Seine Fans liebten den 6,3-Liter großen Achtzylinder. Jeder Tritt aufs Gaspedal erzeugte Gänsehaut; ein Sauger alter Schule. Umso schmerzlicher empfanden dann auch viele den Abschied des intern genannten "M 156". "Großes Wehklagen", bestätigt Entwicklungs-Ingenieur Thomas Ramsteiner. Downsizing und Turbo? In den Augen der konservativen Fans ein absolutes "no go". AMG ist dieses Dilemma bewusst. Andererseits kann sich die Affalterbacher Tuning-Schmiede der Zukunft nicht verschließen. Immerhin, man bleibt bei acht Zylindern, wenn dabei auch über ein Drittel des Hubraums verloren geht. Vier Liter hat der neue Motor (M 177) an Hub. Wer allerdings jetzt voreilig den Daumen senkt, kennt AMG nicht. Erstens ist der "kleine" V8 eng verwandt mit dem Triebwerk (M 178) im Mercedes-AMG GT, und zweitens sind die Entwickler Profi genug, um dem neuen Motor nicht nur die ureigene DNA mit in die Brennräume zu packen, sondern den Vorgänger auch in allen Punkten alt aussehen zu lassen: mehr Leistung, mehr Drehmoment, weniger Gewicht, kompaktere Abmessungen, besseres Ansprechverhalten, deutlich niedriger Verbrauch und - das mag Geschmacksache sein - einen fast ebenso tollen Sound. 350 kW/476 PS und satte 650 Newtonmeter maximales Drehmoment schickt der neue AMG C 63 durch das Siebengang-Getriebe Richtung Hinterachse. In der noch schärferen S-Version sind es sogar 375 kW/510 PS und 700 Newtonmeter. Dass dabei Fahrleistungen herauskommen, mit denen man noch vor wenigen Jahren auch auf der Rennstrecke eine Top-Figur gemacht hätte, ist nur logisch. Jedes PS hat gerade einmal etwas mehr als drei Kilogramm Auto zu beschleunigen. Wer es richtig anstellt, schafft die 0-100-km/h-Disziplin in 4,1 Sekunden. Viel beeindruckender jedoch ist die bullige Elastizität, die einen in die Sitze presst wie bei einem startenden Jet. Der auf der Straße Überholte dürfte vermutlich nicht einmal erkennen, was da gerade an ihm vorbeigerauscht ist.
Mercedes-AMG C 63: Biturbo statt Big Block

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Auf der Rennstrecke

Doch AMG-Modelle bestechen nicht nur durch Längsdynamik. Auch Kurvenkombinationen absolviert der C 63 in Bestmanier. Schlimm, wenn es anders wäre. Und was eignet sich hier als Testparcours besser als eine abgesperrte Rennstrecke? Auf ihr lässt sich auch gefahrlos mal das ESP abschalten und die Limousine nach alter Herrenfahrersitte im leichten Drift ums Eck scheuchen. AMG hat der C-Klasse fünf elektronische Fahrprogramme implementiert. Sie reichen von "Comfort" bis "Race". Das macht den C 63 bei aller sportlichen Auslegung auch im Alltag zu einem "fahrbaren" Auto - in der Tuning-Branche durchaus nicht selbstverständlich.
Mercedes-AMG C 63: Biturbo statt Big Block

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C 450 AMG

Wer es nicht ganz so dicke braucht, dennoch ein gehörige Portion AMG spüren möchte, findet fortan die goldene Mitte, den C 450 AMG 4Matic. Denn seit kurzem erweitert AMG seine Palette durch sogenannte „Sportmodelle“. „Wir sprechen damit eine breitere Zielgruppe an“, sagt AMG-Chef Tobias Moers. Die Sportmodelle sind weniger auf höchste Performance ausgelegt, die Änderungen nicht so tiefgreifend und sie haben stets Allradantrieb. Der C 450 AMG basiert auf dem stärksten Serienmodell der Baureihe W 205, dem C 400 4Matic. Der getunte V6-Biturbo leistet nun 270 kW/367 PS. Vieles an Elektronik, Motor- und Fahrwerkstechnik des C 63 trägt auch der C 450 AMG unterm Blech, bleibt dabei aber rund 12 000 Euro unter dem Preis des C 63, der mit 76 100 Euro in der Liste steht. Die Markteinführung des C 450 ist im Juni, der C 63 kommt im März.

Im Vergleich

Äußerlich unterscheiden sich beide hauptsächlich an Front und Heck. Innen verraten einige Materialien, Oberflächen und Ausstattungsdetails, wer AMG C 63 und wer C 450 AMG 4Matic ist. Exzellent verarbeitet und sportlich eingerichtet sind beide. Raum für Individualisierung bleibt reichlich. Räder, Bremsen, Sitze, Carbon und eine Vielzahl an Assistenzsystemen stehen in der Preisliste. Dazu zählt etwa der Verkehrszeichen-Assistent. Er zeigt Überholverbote und Tempolimits an und könnte sich schnell amortisieren; reduziert er doch gerade in einem Boliden wie den AMG C 63 merklich die Gefahr, schon nach kurzer Zeit seinen Führerschein los zu sein.
Mercedes-AMG C 63: Biturbo statt Big Block

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Bewertung

Plus: kerniger Achtzylinder, spontanes Ansprechverhalten, exzellente Fahrdynamik, beeindruckende Fahrleistungen, hohes Qualitätsniveau

Minus: in Relation zum Preis magere Ausstattung

Technische Daten

Mercedes-AMG C 63 LimousineViertürige, fünfsitzige Limousine
Länge/Breite/Höhe/Radstand in Meter: 4,76/1,84/1,43/2,84
Kofferraumvolumen: 435 l
Wendekreis: 13,30 m
Leergewicht: 1 640 kg
max. Zuladung: 460 kg
Tankinhalt: 66 l
Motor: 4,0-Liter-Biturbo-V8-Benziner mit 350 kW/476 PS bei 5 500 bis 6 250/min
Getriebe: 7-Gang-Speedshift-Automatikgetriebe
max. Drehmoment: 650 Nm bei 1 750 bis 4 500/min
0-100 km/h: 4,1 s
Höchstgeschwindigkeit elektronisch begrenzt: 250 km/h (optional 290 km/h)
Verbrauch: 8,2 l Super auf 100 km
CO2-Emission: 192 g/km
Preis: 76 100,50 Euro

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