Oldtimerkauf – Sachverstand ist Bares wert
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Mehr noch als beim Kauf eines normalen Autos sollten beim Erwerb eines Oldtimers eigene Emotionen gut unter Kontrolle bleiben. Oftmals werden Kaufentscheidungen aus dem berühmten „Bauch heraus“ getroffen – eine gute Chance für Fehler.

Vor- und Nachteile werden nicht mehr rational abgewogen. Wer sich bei seinem Wunschobjekt nicht sicher ist, sollte Oldtimer-Experten befragen, das kann Geld sparen helfen.

Wer seinen Kauf aber ohne Experten-Begleitung abwickeln möchte, dem empfehlen die Oldie-Fachleute der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung, nach ihrem 10-Punkte-Katalog vorzugehen:

Punkt 1: Fahrzeugunterlagen

Bevor Sie das Fahrzeug besichtigen, lassen Sie sich vom Eigentümer die Geschichte des Fahrzeuges anhand von Dokumenten aufzeigen. Sind noch diverse Rechnungen und Unterlagen (Serviceheft usw.) vorhanden? Diese Unterlagen geben auch Aufschluss darüber, wie jemand mit seinem Fahrzeug umgeht.

Punkt 2: Spaltmaße kontrollieren

Sie können anhand der Spaltmaße am Fahrzeug überprüfen, ob das Fahrzeug in der Vergangenheit in einen Unfall verwickelt war. Prüfen Sie die Spaltmaße am gesamten Fahrzeug. Sind diese Maße stark unterschiedlich, bitten Sie um Aufklärung.

Punkt 3: Dichtungen und Gummis

Da Dichtgummis eine regelmäßige Pflege benötigen, sollten Sie darauf achten, dass diese nicht porös oder geschrumpft sind. Beachten Sie, dass der Austausch von schadhaften Dichtungen eine schwierige und kostspielige Angelegenheit sein kann! Schauen Sie auch unter die Gummis. Oft verbirgt sich hier Rost oder Ihnen begegnen Spuren einer Neulackierung.

Punkt 4: Lackprüfung

Überprüfen Sie den Lack auf eventuelle Lackschatten und Rostansätze. Betrachten Sie die Karosserie gegen das Licht, ob sich leichte Wellen spiegeln. Wellige Lackoberflächen sind ein Zeichen für unfachmännische Reparaturen. Rostblasen unter dem Lack entpuppen sich in aller Regel als Durchrostung von innen.

Punkt 5: Motorraum

Überprüfen Sie die Bereiche an den Längsträgern und am Radhaus auf Rost und auf eventuelle Instandsetzungen. Überprüfen Sie Motor und Getriebe auf Ölverlust. Ein völlig trockener und sauberer Motor könnte auf eine unmittelbar zuvor stattgefundene Motorwäsche hindeuten. Schauen Sie nach der Probefahrt noch mal in den Motorraum.

Punkt 6: Kofferraum

Bei der Überprüfung des Kofferraums entfernen Sie möglichst den Bodenbelag und die Verkleidungen. Achten Sie auf Rost, eventuelle Unfallspuren und Feuchtigkeit im Innenraum.

Punkt 7: Fahrgastraum

Überprüfen Sie den Innenraum auf Originalität. Auf das Armaturenbrett ist besonders zu achten. Überprüfen Sie alle Instrumente auf ihre Funktion. Schauen Sie auf Polster und Himmel. Werfen Sie auch einen Blick auf den Sicherungskasten und die sonstige Verkabelung.

Punkt 8: Fahrzeug starten

Starten Sie den Motor und achten Sie auf ruhigen Lauf sowie eventuell vorhandene Geräusche. Sie sollten auch auf die Farbe der Abgase achten. Extrem dunkle oder helle Wolken deuten auf Schäden am Motor hin.

Punkt 9: Probefahrt

Überprüfen Sie das Lenkungsspiel und ob sich das Fahrzeug schwammig fährt. Achten Sie auf Geräusche von Getriebe und Fahrwerk. Testen Sie die Bremsen (auch die Handbremse!).

Punkt 10: Fachmann und Fachliteratur

Informieren Sie sich vorab in Fachzeitschriften und Fachliteratur über die Eigenheiten Ihres Wunschfahrzeuges. Der GTÜ-Oldtimerservice bietet eine umfassende Sammlung an Kaufberatungen (www.gtue-oldtimerservice.de).

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