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Opel soll Cadillac retten
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Opel geht in die Offensive: Die Rüsselsheimer wollen die Marke Cadillac in Europa in die Erfolgsspur führen. Das ist das erklärte Ziel von Opel-Chef Karl-Thomas Neumann.

Doch die Aufgabe ist alles andere als leicht, denn die Image-Krise bei Mutter-Konzern General Motors (GM) färbt auch auf die anderen Marken ab. GM wird seit Monaten von einer schier beispiellosen Rückrufwelle erschüttert. Um Cadillac in Europa auf Vordermann zu bringen, muss erst einmal ein schlagkräftiges Partnernetz aufgebaut werden. In Deutschland fristet die Marke laut „kfz-betrieb“ seit Jahren mit einer Handvoll von Vertriebspartnern ein trauriges Dasein.

Der erst zum Jahresbeginn eingeführte CTS ist mit lediglich sechs Neuzulassungen 2014 das Schlusslicht in der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). Wie die Zeitung „USA Today“ berichtet, wurden die US-Händler angewiesen, den Verkauf von CTS-Modellen der Jahrgänge 2003 bis 2013 und SRX-Fahrzeugen aus dem Fertigungszeitraum 2004 bis 2006 zu stoppen. Der simple Grund: Der einst größte Autobauer der Welt ist nicht in der Lage, Ersatz-Zündschlösser aufgrund des bekannten Qualitätsmangels zu liefern. Rüsselsheim bezeichnet den Markenzuwachs als „eine solidere finanzielle Basis für die Adam Opel AG“. Dabei steht eigentlich fest, dass es den Markenaufbau von Cadillac in Europa nicht zum Nulltarif geben wird. Da stellt sich schon die Frage, wer dafür finanziell aufkommen wird.

Und auch der Vertrieb wird nennenswerte Investitionen benötigen, um das Geschäft in Gang zu bringen. Was die finanzielle Basis in der Tat stärken dürfte, ist nach Einschätzung der Experten zumindest das Russland-Geschäft von Chevrolet. Zwar war der Absatz auf dem Wachstumsmarkt 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent geschrumpft, doch 175.000 Einheiten sind immer noch ein respektables Volumen.

Die dritte operative Säule in der neu gegründeten „Opel Group“ ist die konzerninterne Auftragsfertigung. So sollen einige weitestgehend baugleiche Buick- und Holden-Modelle vom Band laufen, um die Opel-Fabriken besser auszulasten. Eine Nebenrolle spielt der Corvette- und Camaro-Vertrieb, der aber bei den wenigen deutschen Vertragshändlern eher eine Liebhaberbeschäftigung als ein echtes Geschäftsfeld darstellt. Die Geschäftsführung der neuen Tochtergesellschaft unter Leitung von Karl-Thomas Neumann ist Angaben des Herstellers zufolge fast identisch mit dem bisherigen Vorstand der Adam Opel AG. Zudem sollen rund 100 Mitarbeiter der AG in das Unternehmen wechseln.

Die neue Firma hat ihren Sitz in Rüsselsheim. Das operative Geschäft der Adam Opel AG bleibt ansonsten von der Neuorganisation unberührt, heißt es. Bereits seit 1. Juli trägt Opel die Verantwortung für das Europa-Geschäft aller Marken des Mutterkonzerns General Motors. Das bestätigte ein Opel-Sprecher auf Nachfrage von „kfz-betrieb“. Demnach gehen insbesondere die Zuständigkeiten für Cadillac in Europa und das verbliebene Chevy-Geschäft in Russland, die bislang noch bei der Chevrolet Europe GmbH in Glattpark bei Zürich lagen, auf Rüsselsheim über. Was mit dem GM-Standort in der Schweiz oder auch mit dessen Chef Thomas Sedran passiert, dazu gibt Rüsselsheim keine Auskunft. Eine Sprecherin der Schweizer GM-Niederlassung sagte auf Anfrage, man gehe davon aus, dass der Standort bestehen bleibe.

Das Cadillac-Geschäft in Europa ist ein Trauerspiel. Dabei stellt die Premiummarke eine wichtige strategische Säule in der GM-Produktpolitik dar. Die Marke kommt jedoch seit Jahren nicht vom Fleck. Gerade hat der ehemalige Audi-Manager Johan de Nysschen die weltweite Gesamtverantwortung für das Fabrikat übernommen. Kurz zuvor hatte mit Bill Pfeffer der dritte amerikanische Vertriebschef in zwei Jahren das Unternehmen verlassen. Denn sogar auf dem US-Heimatmarkt schwächelt Cadillac. Während BMW, Mercedes und Lexus im ersten Halbjahr 2014 teilweise zweistellige Zuwachsraten feierten, ging der Cadillac-Absatz in den Staaten zurück. Cadillac ist in den USA mit großem Rückstand auf Lexus bereits seit langem nur noch die viertstärkste Premiummarke.

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