Ratgeber: Gebrauchte Camper – Augen auf auch beim mobilen Haus

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Neue Fahrzeuge sind nicht nur teuer in der Anschaffung, sondern fallen auch schnell im Wert. Das gilt für Autos, aber auch für Campingwagen und Caravans. Wer ein günstiges und gut erhaltenes zweites Zuhause sucht, wird jetzt bei so manchem Händler fündig. Denn nach dem Caravan Salon im September erfolgt jetzt bei vielen Händlern und Vermietern ein Modellwechsel, wie die Fachhandelskette InterCaravaning mitteilt.

Egal ob Gebraucht- oder Mietcamper, das Wunschfahrzeug sollte vorher gründlich inspiziert werden. Dabei haben die vermeintlich teureren Fahrzeuge vom Händler einen Vorteil: Im Gegensatz zum Privatverkäufer, der für ein schadhaftes Modell selten oder gar nicht haftet, muss der Fahrzeughändler zwölf Monate Gewährleistung geben.

Beim Kauf eines gebrauchten Wohnmobils gelten ähnliche Regeln wie bei einem normalen Pkw: Neben dem Zustand des Innenraums gilt auch der Technik ein besonderes Augenmerk. Zunächst aber ein Blick ins Serviceheft. Wurden alle vorgeschriebenen Wartungen durchgeführt? Anhand von TÜV-Belegen und Rechnungskopien über Wartungs- und Reparaturarbeiten kann der Kilometerstand kontrolliert und die durchschnittliche monatliche Laufleistung errechnet werden. Ein Blick unter die Fußmatten und Teppiche gibt Auskunft darüber, ob das Fahrzeug undichte Stellen an Unterboden, Scheibenrahmen oder Radhäusern hat. Stockflecken an Gardinen, Polstern und Möbeln weisen auf undichte Stelle an Fenstern und am Dach hin.

Am Lack kann man gut den Pflegezustand des Reisemobils ablesen. Ist er stumpf, hat Risse oder an manchen Stellen starke Farbunterschiede, weist das auf schlechte Pflege oder reparierte Unfallschäden hin. Ein normal gepflegter Lack sollte auch noch nach Jahren in einwandfreiem Glanz erstrahlen. Auch die Bordelektronik muss kontrolliert werden. Neben dem Check von Blinker und Lichtanlage zählen Kühlschrank, Sat-Anlage und Wasserversorgung zur Pflichtkontrolle.  Auch die Heizung und Gasanlage sollte überprüft werden. Eine vom Verkäufer vorgelegte aktuelle Dichtigkeits-Prüfbescheinigung schafft zusätzliches Vertrauen.

Im Motorraum gehört die Kontrolle der Fahrgestellnummer zur ersten Aufgabe. Bei der weiteren Sichtung sollte auch auf die Füllstände von Wasser, Bremsflüssigkeit und Öl sowie auf Ölundichtigkeiten und Rost geachtet werden. Zeigt sich die Antriebseinheit verdreckt, deutet das auf eine unzureichende Pflege hin. Andererseits: Eine frische Motorwäsche ist ebenfalls verdächtig. Bei großen Campern sollte der Motor übrigens mindestens 66 kW/90 PS leisten – andernfalls drohen nervige Schleichfahrten. Zu beachten ist auch die Schadstoffeinstufung: Ältere Wohnmobile haben häufig keine Umweltplakette, was den Kaufpreis niedrig hält, die Kfz-Steuer aber steigen lässt.

Bei den Reifen ist neben der richtigen Größe (steht im Fahrzeugschein) auch auf das Alter zu achten. Dieses erkennt man an der sogenannten DOT-Nummer, die in die Reifenflanke eingeprägt ist; die letzten vier Ziffern beschreiben die Produktionswoche und das Jahr. So steht die Zahlenfolge 0607 für die sechste Kalenderwoche im Jahr 2007. Die Reifen sollten eine Profiltiefe von mindestens drei Millimetern haben. Sind es weniger als 1,6 Millimeter Profil, müssen auf jeden Fall neue Reifen gekauft werden, weil dann die zulässige Mindestprofiltiefe unterschritten ist.

Hat das Fahrzeug die Augenscheinkontrollen bestanden, gehört als nächstes eine Probefahrt zum Pflichtprogramm. Dabei ist auf Motor- und Antriebsgeräusche sowie Abrollverhalten zu achten. Aber auch Lenkung, Bremse und Elektrik sollten nicht vernachlässigt werden. Das Lenkrad darf kein großes Spiel haben und sollte beim Bremsen nicht zittern.

Wer sich trotz allem unsicher ist, kann das Fahrzeug vor dem endgültigen Kauf einem unabhängigen Kfz-Sachverständigen vorführen. Dieser prüft das Auto auf eventuelle Mängel und beurteilt den geforderten Preis. Und er kann damit sagen, ob der Gebrauchte sein Geld wert ist.

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