Automatik oder manuell?

Schalten oder schalten lassen? Mythen um die Automatik
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Autos mit Automatikgetriebe sind etwas für Frauen, haben keine Durchzugskraft und kosten viele Tausend Euro Aufpreis - nur drei von vielen Mythen, die sich um das Fahren ohne Handschaltung ranken. Fakt ist jedoch: Automatikfahren liegt im Trend und wird immer beliebter. Laut DAT-Report des Branchenverbands "Deutsche Automobil Treuhand" greift fast jeder fünfte Neuwagenkäufer (18,3 Prozent) zu einem Auto mit einem wie auch immer arbeitendem automatischen Getriebe. Der ADAC räumt mit den fünf größten Mythen über Automatikfahrer und -fahren auf: Automatikfahren ist etwas für Frauen: falsch. Laut DAT-Report entscheiden sich derzeit 24,3 Prozent der Männer, aber nur 6,4 Prozent der Frauen beim Neuwagenkauf für ein Automatikauto. Möglicher Grund: Frauen achten beim Autokauf mehr auf den Preis - und der ist bei Autos mit Handschaltung niedriger. Außerdem entscheiden sich Frauen häufiger für kleinere Fahrzeuge und in diesen Klassen sind Automatikgetriebe weniger verbreitet. Automatikfahren ist etwas für Senioren: falsch. Vor allem in den Städten steigt die Verkehrsdichte und da wird Stop-and-go-Verkehr auch für jüngere Menschen lästiger Alltag. Gang einlegen, anfahren, kuppeln, hochschalten, bremsen - das macht immer weniger Autofahrern Spaß. Zudem sind neuere Automatikfahrzeuge durchaus sportlich, denn moderne Direktschaltgetriebe schalten extrem schnell und ohne Zugkraftunterbrechung. Automatikautos sind deutlich teurer: richtig und falsch. Automatisierte Schaltgetriebe, im Prinzip eine normale Schaltung, bei der die Gänge automatisch wechseln, gibt es bereits ab 300 Euro Aufpreis. Bei Automatikautos mit modernen Doppelkupplungsgetrieben beginnt der Aufpreis bei rund 1.500 Euro. Automatikautos sind Spritfresser: falsch. Zwar sind Automatikautos in der Regel schwerer, aber der Mehrbrauch kann durch mehr Übersetzungen - eine moderne Schaltautomatik hat bis zu neun Schaltstufen - besonders auf der Autobahn aufgrund niedrigerer Drehzahlen mehr als wettgemacht werden. Auch Eco-Fahrprogramme, die sich an die Gewohnheiten des Fahrers anpassen, tragen zur Kraftstoffeinsparung bei. Bei ADAC-Fahrtrainings hat sich zudem gezeigt, dass beim Fahren mit Gangknüppel viele erst bei hohen Drehzahlen schalten oder vergessen den höheren Gang einzulegen. Auch bei Assistenzsystemen ist die Automatik der bessere Partner: Stauassistenten etwa, die selbstständig beschleunigen und bremsen, sind nur mit Automatik eine sinnvolle Unterstützung. Automatikfahren ist eine Frage der Kultur: richtig. In Nordamerika sind Autos mit manueller Schaltung fast eine Rarität. Die Neuwagenquote mit Schaltknüppel lag dort 2014 bei gerade mal 7,8 Prozent. Zum Vergleich: In Europa haben 68,1 Prozent der Neuzulassungen ein manuelles Schaltgetriebe. ADAC-Experten rechnen damit, dass sich in Deutschland die Anteile von Automatik- und Schaltgetriebe schon in 20 Jahren die Waage halten werden. Als kostengünstige Lösung im Kleinwagensegment und für sportlich orientierte Fahrer werde das Schaltgetriebe aber weiter erste Wahl bleiben.

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