Stammtischtipps rund um die Autopflege – Wahrheit oder Mythos
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Gerne geben routinierte Autofahrer ihr Wissen an die jüngere Generation weiter. Doch können einige dieser sicher gut gemeinten Tipps auf moderne Fahrzeuge nicht mehr angewendet werden – oder sie waren schlichtweg schon immer falsch. Vor allem rund um das Thema Autopflege halten sich viele Mythen hartnäckig. Wer sich jedoch unüberlegt aus diesem märchenhaften Informationsschatz bedient, kann seinem Gefährt letztlich sogar schaden. Wir räumen im Gerüchtewald auf.

Häufig wird zum Beispiel dazu geraten, sein Fahrzeug nicht durch die Waschanlage zu fahren, sondern am besten von Hand zu säubern. Eine professionelle Wagenwäsche zu meiden, ist jedoch nicht nötig. Sie ist meist sogar gründlicher, spült Schmutz und vor allem Streusalzreste vom Wagen und verhindert somit Rost. Selbst die Gefahr, den Lack zu zerkratzen, ist bei einer Handwäsche größer. Denn wenn sich Schmutzpartikel in einem Schwamm festsetzen, wirken diese beim Wischen auf der empfindlichen Oberfläche wie feinstes Schmirgelpapier.

Wer sein Fahrzeug jedoch trotzdem lieber selber wäscht, sollte das nicht bei strahlendem Sonnenschein erledigen. Bei der Lackpflege ist ein Schattenplatz die bessere Wahl. Pflegeprodukte trocknen in der Sonne schneller aus und hinterlassen Flecken, die sich später schwer entfernen lassen.

Unfug ist auch der immer wieder auftauchende Tipp, Spiritus für die Scheibenwischanlage zu nutzen. Spiritus ist zwar billig und tatsächlich ein wirksames Frostschutzmittel, aber in der Scheibenwischanlage hat er nichts verloren. Denn statt Schmutz vom Glas zu wischen, verschmiert er ihn nur, bildet starke Schmieren und stinkt zudem penetrant. Ebenso überholt ist auch die Nutzung von Spülmitteln. Zwar löst der Haushaltshelfer problemlos Insektenreste von der Scheibe, kann aber bei modernen Fahrzeugen für Probleme sorgen. Diese haben nämlich sehr feine Fächerdüsen, die durch ein falsches Mischungsverhältnis schnell verstopfen können. Wer wirklich Geld sparen will, sollte fertige Konzentrate nutzen.

Im Kampf gegen hartnäckigen Bremsstaub an den Felgen wird vielen Autobesitzern zu säurehaltigen Reinigern oder Backofenspray geraten. „Diese Produkte sind nicht für die Nutzung an den Felgen vorgesehen und können zum Beispiel die Radmuttern angreifen“, so der Fahrzeugexperte Hubert Paulus vom ADAC. Spezielle Felgenreiniger sind mittlerweile günstig erhältlich und definitiv besser für diese glanzvolle Aufgabe geeignet.

Eine ebenfalls weit verbreitete Annahme

Eine Schmutzschicht auf dem Fahrzeug schützt den Lack. Schön wär’s, wenn Dreck und Staub den Lack so schützen würden wie trockener Lehm die Haut eines Elefanten. Aber so funktioniert das leider nicht. Im Gegenteil: Abgesehen davon, dass ein verdrecktes Auto nicht besonders ansehnlich ist, bindet Schmutz Feuchtigkeit und Salze direkt auf der Oberfläche und ermöglicht, dass der Rost so richtig blühen kann.

Manche vermeintlich gut gemeinten Ratschläge von Biertischexperten sind sogar gefährlich. Dazu zählt der altüberlieferte Tipp, dass die Radschrauben mit aller Gewalt festgezogen werden müssen, um sicher zu halten. Wer das zum Beispiel nach einem Reifenwechsel macht, kann die Schrauben unter Umständen schädigen. Vielmehr sollte man sich exakt an den vorgeschriebenen Anzugsmoment der Fahrzeuganleitung halten und so vermeiden, dass sich die Schrauben entweder lösen oder nicht mehr aufzudrehen sind.

Es geht aber noch schlimmer

Entlarvt werden muss auch der gefährliche Mythos, dass weniger Luftdruck die Traktion verbessert. Wer zum Beispiel bei schlechten Bedingungen wie Schnee den Druck der Reifen reduziert, verschlechtert anders als angenommen sogar die Antriebskraft und erhöht den Spritverbrauch. Vom Risiko eines Reifenpatzers ganz zu schweigen. Den optimalen Reifendruck gibt der Hersteller individuell für jeden Pkw an. Die Angaben stehen meist auf einer Plakette entweder im Tankdeckel oder in der Fahrertür – auf jeden Fall aber in der Betriebsanleitung.

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Gast auto.de

April 24, 2013 um 1:22 pm Uhr

Reine Werbung. Fast nichts dieser Tipps stimmt.

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