Tempo-30-Zonen: Erstmals vor 30 Jahren eingeführt
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Seit genau 30 Jahren gibt es in Deutschland Tempo-30-Zonen. Die erste dieser Zonen richtete Buxtehude am 14. November 1983 ein. Inzwischen fordert die europäische Bürgerinitiative „30 km/h – macht die Straßen lebenswert“ (EBI) die flächendeckende Einführung von Tempo 30 in Städten. Bisher sammelte EBI in Deutschland nur gut 21 000 Befürworterstimmen, kommt jedoch zu dem Schluss, dass nirgendwo in Europa der Wunsch nach Tempo 30 so groß ist wie in Deutschland.

Der ökologische Verkehrsclub VCD meint, das keine andere kommunale Maßnahme mit vergleichbarem Finanzaufwand so viel für den Klimaschutz und für die Verkehrssicherheit erreichen könne wie mit der Einführung von Tempo 30. Auch das Deutsche Kinderhilfswerk tritt für Tempo 30 als Basisgeschwindigkeit in den Städten ein und möchte 50 km/h nur dort erlauben, wo es notwendig und sicher ist. Das Bürgerbegehren für Tempo 30 unterstützen auch der ADFC, der Bundesverband Carsharing, der Ökologische Ärztebund, Robin Wood, die Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung, der Branchenverband VSF, Green City und nextbike.

Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) befürchtet jedoch massenhafte Regelverletzungen, wenn nicht gleichzeitig Geld für bauliche Maßnahmen bereitsteht. Dort ist bekannt, dass Autofahrer sich nur dann an die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 30 km/h halten, wenn bauliche Maßnahmen ein schnelleres Fahren verhindern. Zugegebenermaßen weisen wissenschaftliche Untersuchungen nach, dass Unfälle mit Verletzten in Tempo-30-Zonen mit flächendeckenden baulichen Maßnahmen um etwa 30 Prozent im Vergleich zu Bereichen mit Tempo 50 zurückgehen. Ohne diese flankierenden Maßnahmen liege der Rückgang bei höchstens fünf Prozent. Die Unfallstatistik kenne jedoch kein Erhebungsmerkmal „Tempo-30-Zone“.

Nach Aussage der EBI ist Deutschland das einzige europäische Land, in dem Kommunen nicht selbst entscheiden dürfen, welche Innenstadtgeschwindigkeit gelten soll. Die UDV meint, es sei falsch, dass der Gesetzgeber seit 2001 die Möglichkeit einräumt, auf bauliche Maßnahmen bei Einführung von Tempo-30-Zonen zu verzichten. Untersuchungen zeigen zudem, dass oft die Anwohner selbst zu schnell fahren.

Unklar bleibt, ob ein flächendeckendes Limit von 30 km/h in Städten zum Klimaschutz beitragen kann. Solche Effekte bestreitet beispielsweise der ADAC.

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