Jaguar XF

Test Jaguar XF: Business-Limousine mit Biss
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Jaguar ist aktuell auf einem guten Weg: Die neuen Modelle passen in die Zeit und bilden mit typisch britischem Flair bei Design und Ausstattung eine reizvolle Alternative zu Premium-Produkten deutscher Herkunft. So wie beispielsweise der XF, der spätestens seit einer Komplett-Erneuerung im vergangenen Herbst durchaus auch eine attraktive Dienstwagen-Perspektive fürs gehobene Management darstellt. Exemplarisch gut passt die Rolle der alternativen Business-Class in der getesteten Version mit Dreiliter-Diesel, die logischerweise "XF 30d" heißt und deren doppelt aufgeladener Selbstzünder 221 kW/300 PS und maximal 700 Nm Drehmoment an die Hinterräder liefert. Die Pferdchen sind putzmunter, das ist schon beim ersten Tritt aufs Gaspedal zu spüren. Eine Achtgang-Automatik von ZF sorgt für die reibungslose Zuteilung der vom Fahrer abgerufenen Kräfte. Wenig standesgemäße Proll-Starts mit durchdrehenden Hinterrädern verhindert die "All-Surface Progress Control" zuverlässig und - wie der Name sagt - auch auf nasser oder glatter Fahrbahn. Aber es geht munter voran, und wie: 6,2 Sekunden dauert im besten Fall der 0-bis-100-Spurt, die Spitze liegt bei 250 km/h. Damit muss sich der britische Landedelmann definitiv nicht hinter seinen Marktbegleitern deutscher Abstammung wie E-Klasse, 5er BMW oder Audi A6 verstecken. Der Normverbrauch vom Prüfstand in Höhe von 5,5 Liter war im Test wie erwartet nicht so ganz zu schaffen, im Auto-Alltag genehmigte sich der V-Sechszylinder rund sieben Liter Diesel pro 100 Kilometer, ein durchaus anständiger und angesichts der gebotenen Leistung angemessener Wert. Gegenüber dem Vorgänger ist der Radstand um fünf Zentimeter auf 2,96 Meter gewachsen, das spürt man, denn das Raumgefühl ist deutlich luftiger und angenehmer.
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Jaguar Innenraum

Im Innenraum herrscht ein sachlich-kühler Schick mit britischem Einschlag, mit feinen Materialien und einer einwandfreien Verarbeitung. Das Gepäckabteil unter der sehr flach geratenen Klappe hat ein Volumen von 505 Liter, wenn die Rücksitzlehnen umgelegt werden, stehen 885 Liter zu Verfügung. Außerdem können auch längere Gegenstände transportiert werden – zumindest, wenn sie schön flach sind. Ein bisschen Gepäckraum, genauer gesagt 35 Liter, kommen im Heck dazu, wenn auf den Reservereifen verzichtet wird. Das Interieur mit dem Drehregler zur Gangwahl ist typisch Jaguar. Die Bedienung des sogenannten „InControl Touch Pro Systems“, das alle Informationen auf einem 10,2-Zoll-Touchscreen bündelt, erklärt sich nach einer kurzen Einführungsrunde beinahe von selbst. Gewöhnen muss man sich allerdings an den Umgang mit den vielen Tasten auf dem Lenkrad.

Das Fahrwerk liefert guten Federungskomfort und taugt in Kombination mit den souveränen Fahrleistungen und der angenehm niedrigen Geräuschkulisse sehr gut zum genussvollen Abspulen langer Distanzen. Dabei gibt der XF von seinem Designkonzept her ein wenig den Rückspiegel-Schreck. Denn vorne haben die Briten den Mittelklässler recht aggressiv gestaltet, im Abgang dagegen wirkt er eher sanft und versöhnlich. Die Engländer haben in den XF alles an Elektronik, Konnektivität und Assistenzsystemen eingebaut, was sie derzeit im Angebot haben und bieten zum Beispiel ein adaptives Dämpfersystem, ein Head-up-Display oder LED-Scheinwerfer an.

Fazit:
Unterm Strich machen der britische Schick und die Tatsache, dass der XF nicht wie seine Mitbewerber an jeder Straßenecke zu sehen ist, den Reiz des Business-Jaguars aus. Er ist technisch auf der Höhe der Zeit, sehr anständig motorisiert und gut verarbeitet. Eigentlich ein Typ für eine dauerhafte, interessante Beziehung. Auch preislich bleibt er im Rahmen: Mit dem Dreiliter-V6-Diesel ist in der XF in der schon sehr umfangreich ausgestatteten Ausstattungslinie „Portfolio“ ab 65.050 Euro zu haben. Wer weniger Geld für den Business-Briten ausgeben will: Der Einstieg in die XF-Baureihe liegt bei 41.350 Euro für den handgeschalteten Zweiliter-Diesel mit 120 kW/163 PS.

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Technische Daten Jaguar XF 30d Portfolio

Länge/Breite/Höhe Radstand in Meter: 4,95/2,09/1,46/2,96
Kofferraumvolumen: 505 bis 885 l
Wendekreis: 11,6 l
Leergewicht: 1.750 kg
max. Zuladung: keine Angabe
Tankinhalt: 66 l
Motor: V-Sechszylinder-Diesel mit Direkteinspritzung und Doppel-Turbolader
Hubraum: 2.993 ccm
Leistung:  221 kW/300 PS bei 4.000/min
max. Drehmoment: 700 Nm bei 2.000/min
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
0 bis 100 km/h: 6,2 s
Normverbrauch: 5,5 l Diesel pro 100 km
CO2-Ausstoß: 144 g/km
Testverbrauch: 7,2 l
Getriebe: Achtgang-Automatik, Heckantrieb
Preis: ab 65.050 Euro

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