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Test Opel Astra 1,6 CDTi – Kaum zu hören
Test Opel Astra 1,6 CDTi - Kaum zu hören Bilder

Copyright: Opel

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Es ist tatsächlich schon rund ein halbes Jahrzehnt her, als der aktuelle Opel Astra auf die Straßen gelassen wurde. Das sieht man dem Kompakten aus Rüsselsheim gar nicht an, er ist optisch voll auf der Höhe. Vor allem der dreitürige GTC besticht durch seine hübsch gestaltete Außenhaut mit betont sportlichem Einschlag. Der neue, bereits seit einiger Zeit im Bau befindliche Voll-Aluminium-Diesel überzeugt längst in Meriva und Zafira Tourer als eines der leisesten Triebwerke seines Segments. Nun kommt auch der Astra in den Genuss des taufrischen 1,6-Liters (ab 20.640 Euro) und soll die langsam, aber sicher alternde untere Mittelklasse frisch halten.

Mit einer Leistung von 100 kW/136 PS respektive 81 kW/110 PS ist man keineswegs mager motorisiert; das Drehmoment von 320 Nm beziehungsweise 300 Nm verspricht bereits auf dem Papier attraktive Fahrleistungen bei ebenso attraktiven Verbrauchswerten[foto id=“517701″ size=“small“ position=“right“] (ab 3,7 Liter/100 km und 97 g CO2/km). Vor allem kurz nach dem Start erkennt man den Selbstzünder an der Klangfarbe. Doch nach ein paar Metern Fahrt schon arbeitet er derart unauffällig, dass man Lüftung und Radio ausschalten muss, um ihn herauszuhören. Im Alltag geht die Maschine völlig unter in den Nebengeräuschen von Musik, Straßenverkehr, Unterhaltung und insbesondere Wind spätestens bei höheren Tempi.

Mehr Präzision bitte

Sanft dreht der Vierzylinder bis etwas über 2.000 Touren – höher muss er nicht unbedingt, denn dann flacht die Drehmoment-Kurve wieder ab. Also ruhig zügig durchschalten bis in den Sechsten. Hier könnte mal Hand angelegt werden; die Übersetzungen rasten zwar recht leichtgängig ein, nur in puncto Präzision ist das Optimum noch nicht erreicht. Doch der 136 PS-Astra ist kein Sportler, und demnach muss man ihn gar nicht schalten können wie einen durchtrainierten Athleten. Komfort aber ist sehr wohl ein Thema in dieser Fahrzeugkategorie.

Wild auf schlechte Straßen[foto id=“517702″ size=“small“ position=“left“]

Und jetzt schlägt die Stunde des Rüsselsheimers. Denn dessen Fahrwerk, optional auch mit variabler Dämpfung, beherrscht den Spagat zwischen drahtiger Fortbewegung und kommodem Federungsverhalten besser als die meisten Wettbewerber, auch wenn diese aus Ingolstadt oder Wolfsburg kommen. Es muss definitiv nicht immer knüppelhart sein; dass der Astra langwellige Verwerfungen im Zaum halten kann, nimmt man ihm sowieso ab – aber seine Dämpfer parieren auch heftige Frostaufbrüche derart wirkungsvoll, dass man geradezu wild darauf wird, über Schlechtwegestrecken zu fahren, um sie immer wieder auf die Probe zu stellen.

Sitze gut, Bedienung ausreichend

Feine Stühle mit straffer, aber auf langen Strecken dennoch bequem anmutender Polsterung kommen dieser Ausrichtung entgegen, da ist es fast egal, ob die Kofferräume mancher Wettbewerber ein paar Literchen mehr schlucken oder nicht, wer packt seine Taschen schon derartig dicht? Die Bedienung zugunsten vieler Knöpfchen und mit etwas weniger Menü-Anteil gelingt durchaus intuitiv, ob man das Layout der Konsole mit den eng aneinandergereihten Tasten nun mag oder verachtet. Der TFT-Monitor ist nicht wegzudenken aus einem modernen Kompaktfahrzeug, und er ist auch im [foto id=“517703″ size=“small“ position=“right“]Astra zuständig für die Darstellung der Straßenkarte sowie andere Informationen.

Alternativen

Alternativ offeriert Opel den neuen Diesel auch mit 81 kW/110 PS. Diese Variante ist 1.600 Euro günstiger. Das Drehmoment-Plus des stärkeren Diesels fällt mit 20 Nm jedenfalls moderat aus, dafür ist die Beschleunigung mit 1,7 Sekunden weniger bis Landstraßentempo spürbar feuriger. Die Basis ist ohne Frage träger unterwegs, aber nicht untermotorisiert, während der stärkere Kandidat bei forciertem Einsatz des rechten Pedals inklusive etwas Lenkwinkel durchaus Schlupf an den Vorderrädern produzieren kann, wenngleich auch er kein Sprinter ist.

Ausstattung und Preise[foto id=“517704″ size=“small“ position=“left“]

Zu guter Letzt sei noch einmal ein Blick auf die Ausstattungsliste geworfen – und da ist noch mächtig Spielraum. Gerade im Bereich der Assistenzsysteme lässt sich Opel nicht lumpen und bietet gegen faire 700 Euro Mehrpreis Dinge wie Frontkollisionswarner, Spurhalte-Alarm und Verkehrszeichen-Erkennung. Weitere 1.250 Euro bescheren Xenonlicht mit variabler Einstellung. Die Scheinwerfer unterscheiden zwischen verschiedenen Straßenarten, darunter Autobahn, Land- sowie Spielstraßen und berücksichtigen auch noch schlechte Witterung. Eine gute Nachricht auch für Käufer mit Hang zur Flexibilität: Die neue Dieselmotor-Generation ist für sämtliche Karosserievarianten lieferbar, also für das Coupé GTC genauso wie für die konventionelle Limousine und den Kombi.

Opel Astra 1,6 CDTi – Technische Daten

Kompaktklasse mit drei oder fünf Türen
Länge/Breite/Höhe (m): 4,42/1,81/1,50
Radstand (m): 2,69
Motor: 1,6-l-Vierzylinder-Turbodiesel
Leistung: 81 kW/110 PS
maximales Drehmoment: 300 Nm bei 1.750 bis 2.000 U/min
Vmax: 184 km/h
0-100 km/h: 12,0 s
Durchschnittsverbrauch: 3,7 l/100 km
CO2-Ausstoß: 97 g/km
Effizienzklasse: A+
Preis: ab 20.640 Euro
Alternative: 1,6-l-Vierzylinder-Turbodiesel, 100 kW/136 PS, maximales Drehmoment: 320 Nm bei 2.000 U/min, Vmax 200 km/h, 0-100 km/h in 10,3 s, Durchschnittsverbrauch: 3,9 l/100 km, CO2-Ausstoß: 104 g/km, Effizienzklasse A+, Preis: ab 22.240 Euro

Opel Astra 1,6 CDTi – Kurzcharakteristik

Alternative zu: VW Golf, Ford Focus, Renault Megane, Citroën C4 / DS4, Toyota Auris, Mercedes A-Klasse, BMW 1er
Passt zu: nutzwertorientierten Familien (Kombi) ebenso wie zu jungen Singles (GTC)
Sieht gut aus: vor allem als GTC mit rassiger Formensprache
Wann er kommt: bereits lieferbar
Was noch kommt: Weitere Dieselmotoren der neuen Generation in absehbarer Zeit

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