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Test: Skoda Octavia Combi LPG – Das Rechenmodell

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Unterm Strich kann sich der Umstieg auf Autogas durchaus lohnen Bilder

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100 Kilometer Fahrt kosten rund 9,75 Euro Bilder

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Mit einer Gastankfüllung von 44 Litern kommt man rund 440 Kilometer weit Bilder

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Der 55 Liter große Benzintank bleibt erhalten und dient als Reserve Bilder

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Im Cockpit gibt es eine vollwertige analoge Tankanzeige Bilder

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Der Unterschied von Benzinbetrieb und der Gasverbrennung ist im Alltag kaum zu merken Bilder

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 Nicht nur der vom konventionellen Modell bekannte große Laderaum macht den Tschechen zu einer komfortablen Wahl Bilder

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Elektroautos sind zu teuer, Erdgasautos kann man kaum irgendwo auftanken und Wasserstofffahrzeuge gibt es für Privatleute nicht zu kaufen. Wer also eine Alternative zu Benzin und Diesel sucht, landet fast automatisch beim Autogas (LPG). Im wachsenden Modellangebot gehört der Skoda Octavia zu den praktischsten.

Nicht nur der vom konventionellen Modell bekannte große Laderaum macht den Tschechen zu einer besonders komfortablen Wahl, auch das gut integrierte Gas-System. Anders als viele andere Hersteller lässt Skoda seinen kompakten [foto id=“427710″ size=“small“ position=“left“]Kombi nicht nachträglich bei einem Spezialisten nachrüsten, sondern baut ihn komplett selbst. 

Das hat Vorteile

So gibt es im Cockpit gibt es eine vollwertige analoge Tankanzeige inklusive digitaler Restweitenanzeige über den Bordcomputer. Bei anderen Modellen muss der Fahrer mit einer wenig präzisen Lämpchen-Skala auskommen, die eigentlich nur die Zustände „voll“, „halbvoll“ und „fast leer“ kennt. Wer die Tankstelle anfährt, kann sich zudem über das hinter der normalen Tankklappe befindliche Füllventil freuen. Bei vielen Nachrüstmodellen garantieren Ventile am hinteren Stoßfänger schmutzige Hände beim Gasnachfüllen. Nicht zuletzt ist der Gastank beim Octavia platzsparend in der Reserveradmulde untergebracht. Das gibt es zwar auch beim nachträglichen Einbau, in einigen Fällen muss die LPG-Flasche aber auch im Kofferraum untergebracht werden.

Ansonsten unterscheidet sich der Autogas-Skoda jedoch nicht von anderen LPG-Modellen: Der 55 Liter große Benzintank bleibt erhalten und dient einerseits als Reserve, wenn der Hauptkraftstoff ausgeht, andererseits zum Anfahren. Die ersten paar [foto id=“427711″ size=“small“ position=“right“]hundert Meter legt der Octavia nämlich konventionell zurück, bis das Ventil im Heck metallisch schnappend die Spritversorgung umschaltet. Der Motor läuft dann hörbar rauer und entwickelt weniger Leistung.

Der Unterschied von 75 kW/102 PS im Benzinbetrieb und 72 kW/98 PS bei der Gasverbrennung ist allerdings im Alltag kaum zu merken. Denn besonders beeindruckend ist die Kraftentfaltung in beiden Fällen nicht. Womit wir bei den schwächeren Eigenschaften des LPG-Mobils angekommen wären. Skoda setzt hier den trägen und schluckfreudigen 1,6-Liter-Benziner ein, der nicht ohne Grund aus den konventionellen Modellen längst verschwunden ist. Der Vierzylinder geht eher rau und ohne besonderes Temperament an die Arbeit, so dass fleißiges Rühren im Fünfganggetriebe gefragt ist, um vor allem bei voller Beladung nicht zum Verkehrshindernis zu werden. Apropos: Ein sechster Gang hätte gut getan, denn bei Autobahntempo zerrt das hohe Drehzahlniveau akustisch an den Nerven.

Ffinanzielle Aspekte

Aber Geräuschkomfort und Durchzugskraft erwartet man von einem Autogasauto in der Regel nicht. Viel wichtiger sind finanzielle Aspekte. Mit einer Gastankfüllung von 44 Litern, die rund 31 Euro kostet, kommt man bei gemäßigter Fahrweise [foto id=“427712″ size=“small“ position=“left“]rund 440 Kilometer weit (Testverbrauch: 10 Liter/ bei 0,70 Euro/Liter). Das entspricht 100-Kilometerkosten von rund 7 Euro. Wer den Skoda im Benzinbetrieb fährt, zahlt für die gleiche Strecke rund 12 Euro (Testverbrauch: 8 Liter bei 1,50 Euro/Liter).

Da es den Motor aber nicht mehr als reinen Benzinverbrenner gibt, hilft das bei der Kostenfrage nicht viel weiter. Wir ziehen als Vergleichsmotor den moderneren 1,2-Liter-Turbobenziner mit 77 kW/105 PS heran, der in der Praxis rund 6,5 Liter benötigt. 100 Kilometer Fahrt kosten rund 9,75 Euro. Der Aufpreis für das LPG-Modell von 1.300 Euro amortisiert sich dann nach knapp 47.000 Kilometern. Allerdings können weiter steigende Spritpreise die Rechnung günstiger machen – ein nicht ganz unwahrscheinliches Szenario. Autogas ist zunächst bis 2018 steuerbegünstig, Preiserhöhungen von Seiten der Mineralölkonzerne fallen somit nicht so stark ins Gewicht.

Gegengerechnet werden muss aber die Kfz-Steuer. Da der Autogas-Octavia mit einem recht alten und großen Motor ausgerüstet ist und LPG bei der CO2-Bilanz nur wenig besser abschneidet als Benzin, werden jährlich 110 Euro fällig. Für den [foto id=“427713″ size=“small“ position=“left“]Octavia 1.2 TSI zahlt man lediglich 72 Euro.

Fazit

Unterm Strich kann sich der Umstieg auf Autogas also durchaus lohnen. Absolute Vielfahrer sollten aber auch den Diesel nicht von ihrer Optionsliste streichen. Auch den gibt es im Ocatavia Combi, und zwar nur knapp 1.000 Euro teurer als das LPG-Modell. Aber egal, ob reiner Benziner, Diesel oder Autogas: Die ausgeprägten Tugenden des tschechischen Kombis sind überall gleich – viel Platz, gute Verarbeitung und durchdachte Bedienung.

Daten – Skoda Octavia Combi LPG:

Kombi der Kompaktklasse
Länge/Breite/Höhe: 4,57 Meter/1,77 Meter/1,47 Meter
Radstand: 2,58 Meter
Laderaumvolumen: 580 – 1.620 Liter
   
Antrieb: 1,6-Liter-Ottomotor mit 75 kW/102 PS
beziehungsweise 72 kW/98 PS (Autogasantrieb)
max. Drehmoment: 148 Nm bei 3.800 U/min
null auf 100 km/h: in 13,1 Sek.
Höchstgeschwindigkeit: 184 km/h
Normverbrauch: 7,2 Liter (Autogas: 9,2 Liter)
CO2-Ausstoß: 168 g/km (Autogas: 149 g/km)
Effizienzklasse: F (Autogas: D)
Testverbrauch: 8 Liter (Autogas: 10 Liter)
   
Preis: ab 19.490 Euro

Kurzcharakteristik – Skoda Octavia Combi LPG:

Alternative zu: Diesel, Nachrüst-LPG-Antrieb bei VW Jetta, Ford Focus Turnier
oder Hyundai i30 cw
Passt zu: langfristig orientierten Sparfüchsen, Diesel-Gegnern
Sieht gut aus: beim Vorbeifahren an den Tankstellen-Preistafeln

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Gast auto.de

Juli 27, 2012 um 10:35 am Uhr

Bravo, wieder mal ein serienmässig ausgerüstetes LPG Auto mit garantie und ohne nachträglichen Umbau. Absolut lobens und erwähnenswert. weiter so!

Gast auto.de

Juli 25, 2012 um 10:37 pm Uhr

Wenn schon Vergleich der Kosten, dann muss auch der Benzinverbrauch mitgerechnet werden. je nach Strecke und Jahreszeit (Kurzstrecken von 1 km im Winter!) läppert es sich zusammen.
Zudem ist bei den meisten LPG -Antrieben ein Zusatz erforderlich zur Kühlung. Hier auch? auch die Kosten dafür summieren sich!

Gast auto.de

Juli 24, 2012 um 9:19 pm Uhr

Biogas, ist nur was für Erdgasautos. Mit denen, kann man auch Biogas tanken.

Gast auto.de

Juli 24, 2012 um 6:52 pm Uhr

Da ist eigendlich nix Neues drin, wie andere Hersteller auch hat Skoda nen alten Benziner umgerüstet, das ist technisch nicht besser als ne Nachrüstlösung. Benzinmotoren sind keine Gasmotoren und umgekehrt.
Sinnvoll wäre ein modernes Direkt einspritzendes Triebwerk mit (gegenüber Benzinbetrieb ) erhöhter Kompression. Damit wäre die Leistung im Gasbetrieb dann höher als im Benzinbetríeb, der Gasverbrauch sinkt um mehr als ein Drittel.

Gast auto.de

Juli 24, 2012 um 9:45 am Uhr

Wäre es technisch möglich, den Motor auch mit (inländisch landwirtschaftlich produziertem) Biogas zu betreiben?
Biogasanlagen stehen rund um unseren Standort?

Gast auto.de

Juli 24, 2012 um 8:05 am Uhr

Also Vorteile kann ich hier nicht weirklich erkennen: Hoher Verbrauch und schlechte Abgaswerte. Im Vergleich zu modernen Diesel-Motoren (z.B. VW 105-PS) ist selbst bei LPG-Nutzung kein Kosten-Vorteil erfahrbar. Dafür gibt es einen alten und lahmen Motor (148 Nm – 13.1 sek) der rau läuft und im Benzin-Betrieb einen völlig unzeitgemäßen Verbrauch hat.
Für echte Sparfüchse keine Alternative!

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