Transportgewerbe im Spagat

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Neben der ökonomischen Kalkulation kommen für die Logistikbranche zunehmend Anforderungen ökologischer Natur in Betracht. Zunehmend der Einsatz „grüner“ Technologien werden von den Spediteuren gefordert, was neben den hohen Treibstoffkosten zu einem weiteren Kostendruck führt. Die überwiegende Mehrheit der Transportunternehmer arbeiten bereits mit Verbrauchsanalysen pro Fahrzeug und führen Fahrerschulungen zur Verbrauchsreduktion durch, sagte Prof. Dr.-Ing. Jürgen Brauckmann vom TÜV Rheinland anlässlich des 8. Truck Symposiums 2013 von ADAC Mittelrhein und TÜV Rheinland am Nürburgring.

Nur knapp die Hälfte der Spediteure nutzt die Fahrerbewertung sowie Belohnungen für einen effizienten Fahrstil als Instrument zur Verbrauchsminderung, worin Brauckmann weitere Einsparmöglichkeiten sieht. Schließlich ist es der Fahrer, der durch seinen Fahrstil über einen Mehr- oder Minderverbrauch von bis zu drei Litern auf 100 Kilometern entscheide. Rund ein Drittel der Unternehmen plant außerdem zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit die Anschaffung neuer verbrauchs- und emissionsärmerer Lkw, die die aktuellen Euro-Normen erfüllen.

Hierbei gelten als größte Investitionshemmnisse laut Branchenkennern die steigenden Treibstoffkosten, zunehmender Preisverfall durch den Wettbewerb im Speditionsgeschäft und den Mangel an Fahrern. Um qualifiziertes Personal zu binden, bemühen sich Unternehmen, die Attraktivität des Arbeitsplatzes zu erhöhen. Daher werden in den nächsten Jahren beim Kauf neuer Lkw auch Aspekte wie Fahrkomfort und Wohlfühlfaktor im Führerhaus an Bedeutung gewinnen.

Wenn es um die schnelle Umsetzung von Umweltschutz-Vorschriften und die entsprechenden Investitionen geht, sieht Brauckmann steuerliche Anreize als geeignetes Instrument. Auf diesem Gebiet verlangt das Weißbuch der Europäischen Union, bis 2050 die Treibhausgase in Europa gegenüber 1990 um 60 Prozent zu reduzieren.

Dr.-Ing. Klaus Manns, Vorstand Verkehr und Technik ADAC Mittelrhein, vertritt die Meinung, dass der Straßenverkehr ein großes Einsparpotenzial bietet und deshalb Lkw-Hersteller, Transportunternehmer, Verlader und die Politik gefragt sind. Erste Schritte sind bereits getan: Technische Weiterentwicklungen reduzieren deutlich Schadstoff- und Geräuschemissionen, die Klassifizierung von Nutzfahrzeugen durch Umweltlabels bietet Orientierungshilfen beim Kauf und die neue Norm „DIN EN 16258“ zur Ermittlung des CO2-Ausstoßes ist auf den Weg gebracht.

An der Zielsetzung des EU-Weißbuches moniert Adalbert Wandt, Präsident des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), vor allem die einseitige Ausrichtung der Forderungen auf den Straßenverkehr. Kernstück der Kommissionsvorschläge ist eine Verlagerung von 30 Prozent der Straßentransporte mit Fahrtstrecken über 300 Kilometer bis 2030 auf Schiene und Schiff, und bis 2050 sollen es 50 Prozent sein. „Ein Szenario, von dem selbst der wissenschaftliche Beirat des Bundesverkehrsministeriums nachdrücklich abrät“, betont der BGL-Präsident. Er fordert, dass sich Politik und Administration in Brüssel und in den Mitgliedsstaaten zunehmend von Vorstellungen trennen, Umweltpolitik im Verkehr durch unrealistische Verlagerungs-Szenarien umsetzen zu wollen.

Deutlich näher an der Realität ist die Versuchsarbeit an einem Projekt namens „Grüne Reifen“. Daran beteiligt sind das Unternehmen Lanxess als Hersteller von Hightech-Kautschukmischungen, der TÜV Rheinland sowie ein Logistikpartner. Es geht dabei um den Vergleich von Standard-Lkw-Pneus und sogenannten „grünen“ Reifen gemäß EU-Label in einem groß angelegten Fahrversuch, bei dem Verbrauchsunterschiede unter den unterschiedlichen Bedingungen des Speditions-Alltags ermittelt und bewertet werden. Die Veröffentlichung der Ergebnisse ist für den Herbst 2013 geplant.

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