Vespa Primavera 125 – Frühling im Herbst
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Wichtigster Pluspunkt für so manchen Nutzer dürfte das deutlich größere Helmfach sein. Bilder

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Wie das 2005 präsentierte Modell LX gibt es auch die Primavera wieder in drei Hubraumstufen. Bilder

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Der italienische Piaggio-Konzern startet mitten im Herbst eine „Frühlings“-Offensive. Bilder

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Fahrbericht: Vespa Primavera 125 Bilder

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Der italienische Piaggio-Konzern startet mitten im Herbst eine „Frühlings“-Offensive: Er ersetzt das bisherige Modell Vespa LX durch die neue Vespa Primavera, was auf Deutsch eben Frühling bedeutet. Mit zahlreichen Detailänderungen, darunter etwas größeren Rädern, einer modifizierten Vorderradführung und einem besser nutzbaren Helmfach unter dem Sitz bietet der Roller mehr Nutzwert bei einem geringfügig um 55 auf 4.050 Euro gestiegenen Preis.

Wie das 2005 präsentierte Modell LX gibt es auch die Primavera wieder in drei Hubraumstufen, nämlich als 50 ccm-Mokickroller mit Zwei- oder Viertaktmotor, als 125er Leichtkraftroller und (primär in Italien) als 150 ccm-Kraftroller. Die erste Probefahrt mit dem 125er Modell auf den belebten Straßen von Barcelona offenbarte keine wirkliche Überraschung. Auch die Primavera ist eine echte Vespa: wendig, kultiviert und leicht zu handhaben. Sie federt sehr ordentlich, beschleunigt im Rahmen des mit 7,9 kW/11 PS Möglichen zufriedenstellend und lässt sich dank sehr übersichtlicher Schalter leicht bedienen. Fast wie von selbst hüpft sie auf den perfekt konstruierten Hauptständer. Ihre Anmutung ist wertig, die neu gezeichnete, [foto id=“489698″ size=“small“ position=“left“]wiederum aus Stahlblech bestehende Karosserie wurde dezent modifiziert und wirkt elegant; dass Stilelemente aus dem dieses Jahr präsentierten Topmodell 946 eingeflossen sind, gereicht der Primavera zum Vorteil.

Wichtigster Pluspunkt für so manchen Nutzer dürfte das deutlich größere Helmfach sein: Es fasst jetzt auch größere Jethelme sowie Integralhelme, sofern diese nicht gerade eine XXL-Schale aufweisen. Geöffnet wird das Untersitz-Fach mittels eines leicht erreichbaren Knopfes in der Frontschürze. Auch das darin integrierte Handschuhfach ist nützlich; eine 12 Volt-Steckdose fürs Handy oder ein Navigationsgerät findet sich dort allerdings leider nicht. Gespart hat man sich auch einen Seitenständer. Verbesserungsfähig ist die Position des Reifenventils am Hinterrad; auf der Auspuffseite ist seine Zugänglichkeit eingeschränkt. Zukunftsfähiger wäre es, wenn Piaggio seine Vespa schon jetzt mit ABS ausrüsten würde; ein Antiblockiersystem soll „derzeit in Entwicklung“ sein. Nicht völlig glücklich waren wir auch mit der Abstimmung der Bremsanlage; sie dürfte direkter und mit weniger Hebelweg arbeiten.

Der minimal verlängerte Radstand und die von zehn auf elf Zoll Durchmesser gewachsenen Räder haben, wie auch das um drei auf 125 Kilogramm angestiegene Leergewicht, keine negativen Auswirkungen auf die vorzügliche Handlichkeit der Vespa; ob die Fahrstabilität dank dieser Maßnahmen wirklich gewachsen ist, konnten wir im reinen Stadtverkehr nicht verifizieren. Geändert wurde die Anlenkung der Einarm-Vorderradführung Sie erscheint jetzt deutlich massiver, die Federung spricht feinfühlig an. Die Variomatik arbeitet sehr unauffällig, der Achtliter-Tank sollte gut für mindestens 250 Kilometer Reichweite sein. Einen neuen Platz hat die Batterie gefunden: Sie befindet sich nicht mehr – die Wartung erschwerend und das Helmfach [foto id=“489699″ size=“small“ position=“right“]beeinträchtigend – im Motorbereich, sondern in einem Verlies unter dem Durchstieg. Das ist auch vorteilhaft für den Fahrzeug-Schwerpunkt.

Viel Mühe haben sich die Entwickler mit der Minimierung von unerwünschten Vibrationen gegeben. Messungen haben ergeben, dass diese im Lenker wie auch im Sitz um bis zu 40 Prozent reduziert werden konnten. Viele Vespa-Interessenten werden zudem begrüßen, dass die Sitzhöhe gegenüber der bisherigen LX um fünf Zentimeter abgesenkt worden ist; der Bodenkontakt mit den Füßen fällt aber auch deshalb leichter, weil das Bodenblech etwas schmaler geschnitten wurde. Für groß Gewachsene jenseits der 1,85 Meter ist nun allerdings der Abstand vom Sitz zum Fahrzeugboden zu gering; sie müssen die Knie stark abwinkeln. Menschen durchschnittlicher Länge freuen sich jedoch über mehr Platz.

Summa summarum ist die Vespa Primavera als 125er ein zugleich praktischer wie ausgesprochen stylischer Leichtkraftroller. Mit ihr kann man sich jederzeit sehen lassen, ob in Jeans oder im chicen (Hosen-)Anzug. Die Preiserhöhung um 55 Euro gegenüber dem Vormodell LX auf nun 4.050 Euro darf als moderat bezeichnet werden, während die bis auf den Motor baugleichen 50 ccm-Versionen mit 3.250 Euro (vorher 2.990 Euro) deutlich teurer geworden sind. „Frühlingsbeginn“ bei den Vespa-Händlern wird noch im November sein; schon in den nächsten Tagen sollen die ersten Modelle zur Auslieferung kommen.

Datenblatt: Vespa Primavera 125

Motor: Luftgekühlter Einzylinder-Viertakt-Reihenmotor, drei Ventile pro Zylinder, Hubraum 124,5 ccm, Leistung 7,9 kW/11 PS bei 7.700/min, Drehmoment 10,4 Nm bei 6.000/min, Fliehkraftkupplung, Variomatik
Fahrwerk: Pressstahlrahmen, vorne gezogene Einarmschwinge mit Federbein, hinten Federbein mit vierfacher Federbasis-Vorspannung, vorne Einscheibenbremse 200 mm, hinten Trommelbremse 140 mm, Reifen vorne 110/70-11, hinten 120/70-11
Maße und Gewichte: Radstand 1.340 mm, Sitzhöhe 780 mm, Gewicht vollgetankt 125 kg, Tankinhalt 8 Liter
Messwerte (Herstellerangaben): Höchstgeschwindigkeit ca. 91 km/h, Praxisverbrauch ca. 2,5-3 Liter/100 km, Euro 3
Preis: 4.050 Euro

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